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Wirtschaft Coop hebt Mindestlöhne an – Gewerkschaften jedoch nicht zufrieden

Der zweitgrösste Schweizer Detailhändler Coop hebt 2016 die Mindestlöhne für Ungelernte um 50 Franken an. Die Gewerkschaften geben sich damit nicht zufrieden. Laut ihnen sollten auch die mittleren Löhne angehoben werden.

Ein Coop-Mitarbeiter räumt ein Gemüseregal ein.
Legende: Die Mindestlöhne werden bei Coop 2016 erhöht. In den mittleren Bereichen gibt es keine Anpassungen. Keystone

Nach der Erhöhung der Mindestlöhne erhalten Coop-Angestellte ohne Grundausbildung nun einen Bruttomindestlohn von 3900 Franken bei 13 Monatslöhnen und einer 41-Stundenwoche.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit einer zweijährigen Ausbildung oder mehr erhalten weiterhin mindestens zwischen 4000 und 4200 Franken brutto im Monat. Lohnerhöhungen gibt es individuell, wo es angebracht ist. Generelle Lohnanpassungen gewährt Coop nicht.

«Schlechtes Zeichen für die Beschäftigten»

Dass die mittleren Löhne nicht angehoben werden, ist den Gewerkschaften ein Dorn im Auge. Nathalie Imboden, zuständig bei der Gewerkschaft Unia für den Detailhandel, sieht darin ein schlechtes Zeichen für die Angestellten: «Die meisten Leute haben höhere Ausgaben für die Krankenkassenprämien und trotzdem haben sie nicht mehr Lohn. Das heisst, unter dem Strich können die Beschäftigten weniger ausgeben.»

Auch angesichts der Gewinnsteigerung im Jahr 2014 hätte man bei den Gewerkschaften eine bessere Lohnrunde erwartet. Der Detailhändler entgegnet, dass die Geschäftszahlen im laufenden Jahr nicht mehr so gut aussehen würden, weshalb nicht mehr drin liege. Coop betont zudem, dass man trotz schwierigem Umfeld keine Mitarbeiter entlassen oder Kurzarbeit eingeführt hat.

5 Kommentare

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  • Kommentar von Alex Bauert (A. Bauert)
    Im Parlament stöhnen sie wegen zu wenig Geld bei 150'000.- pro Jahr während Otto & Anna NormalbürgerIn auch mit 50'000.- bis 60'000.- auszukommen haben. Die Schere zwischen AkademikerInnen und Leuten mit Lehre geht immer weiter auf. Kunststück gibt es viele unbesetzte Lehrstellen.
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    1. Antwort von Hans Meier (Hansi)
      Ach was Herr Bauert, zeigen sie mir doch mal bitte wo die 'vielen' unbesetzten Lehrstellen sind? Ich sehe nur viele Schulabgänger, die keine bekommen! Tatsächlich haben wir in der Schweiz zu viele Menschen, die eine zu schlechte Allgemeinbildung haben. Unser duales Bildungssystem in Ehren, aber das Niveau an den Berufsschulen ist doch teilweise sehr kläglich. Dadurch ist unter anderem der Erfolg der SVP zu erklären... (und los gehts..)
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  • Kommentar von Thomas Zangerl (TZ)
    Du meine Güte - wenn ich bedenke, dass hier in Polen ein ausgebildeter Arbeiter netto um die € 400,- im Monat verdient und die Lebenshaltungkosten vergleiche die unverhältnismässig höher liegen... Das darf ich ja niemand sagen hier. Die packen die Sachen und stehen an der Schweizer Grenze...
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    1. Antwort von Niklaus Bächler (parteilos!!)
      Danke für ihre Einschätzung. Es ist wichtig, dass die Schweizer mal wieder hören, dass es ihnen im Verhältnis zu anderem menschen gut - sehr gut geht. Mir will das ja niemals glauben, wenn ich die Unzufriedenheit anprangere, welche in unserem Land herrscht!
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  • Kommentar von Rolf Suter (Rolf_Suter)
    Es ist auch ein schlechtes Zeichen für die Gesellschaft. Wer keine Ausbildung hat, wir sowieso über kurz oder lang bei der Fürsorge landen. Der Coop hätte besser sinnvolle Anreize gesetzt. Den Lohn der ausgebildeten erhöht und den Menschen ohne Ausbildung eine Ausbildung ermöglicht.
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