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Wirtschaft Coop und Swisscom machen jetzt «Siroop» – im Internet

Der Detailhändler und der Telekomanbieter spannen zusammen: Sie lancieren einen Online-Marktplatz, der (fast) alle Kundenwünsche befriedigen soll. Das Duo will auch in Konkurrenz zum Versandhausriesen Amazon treten. Zumindest in der Schweiz.

Hansueli Loosi
Legende: Das verbindende Element zwischen Coop und Swisscom: Hansueli Loosli präsidiert beide Verwaltungsräte. Keystone/Archiv

Coop und Swisscom dürfen zusammen einen Online-Marktplatz lancieren. Das hat die Wettbewerbskommission (Weko) heute bekannt gegeben. Die Nummer 2 im Schweizer Detailhandel und die Nummer 1 der Telekommunikation wollen mit dem neuen Angebot zur Migros aufholen und wohl sogar im Ausland neue Geschäfte erschliessen.

Dass Coop und Swisscom zusammenspannen, ist kein Zufall: Wenn zwei Unternehmen denselben Verwaltungsratspräsidenten haben, liegt es auf der Hand, dass sie sich nahe sind. Im Fall von Swisscom und Coop heisst der drahtziehende Mann Hansueli Loosli. Klar gibt es auch rein betriebliche Gründe, aus denen diese Zusammenarbeit Sinn macht.

Über die Produktpalette herrscht noch Unklarheit

Coop Mediensprecherin Denise Stadler sagt: «Es passt wunderbar zusammen, weil die beiden Partner starke Kompetenzen im Bereich Digitalisierung und E-Commerce; und weil wir selber als Händler und Online-Anbieter schon sehr viel Erfahrung haben.»

Wie der neue Online-Marktplatz genau aussehen soll, will Coop noch nicht verraten. Es kann aber davon ausgegangen werden, dass dort neben Lebensmitteln – wohl hauptsächlich Coop-Lebensmitteln – auch alle möglichen anderen Artikel zu kaufen sein werden.

Damit rückt Coop in ein Feld vor, das die Konkurrentin Migros bereits besetzt, seit sie mit Galaxus/Digitec bereits vor drei Jahren ein Internet-Warenhaus eingekauft hat – eines, das vom Abfalleimer bis zum Zauberkasten für Kinder alles anbietet.

Boomender, aber hart umkämpfter Markt

Die Swisscom ihrerseits stösst mit diesem Schritt in den Online-Handel in eine weiteres neues Geschäftsfeld vor. Ganz nach der Devise: wir müssen die rückläufigen Einnahmen mit dem traditionellen Telekomgeschäft anderswo wettmachen –, bietet die Swisscom jetzt nach Angeboten zur intelligenten Steuerung des Stromverbrauchs, zum elektronischen Patientendossier im Gesundheitswesen und zur individualisierten Werbevermarktung also auch Online-Handel an.

Dem Online-Handel wird allenthalben eine grosse Zukunft vorausgesagt. Wie erfolgreich dabei das neue Unternehmen mit dem süssen Namen Siroop sein wird, ist schwer abzuschätzen. Klar ist, dass Coop und Swisscom ohne Vorsprung auf einen hart umkämpften Markt drängen, nicht nur in der Schweiz.

Vor kurzem hat der US-Internetgigant Amazon bekannt gegeben, dass auch er, neben allem, was er bereits online vertreibt auch noch Lebensmittel anbieten will – vorerst mal in Deutschland. Wo und wann der Schweizer Siroop genau starten wird, wollte heute niemand sagen. Nur soviel: 2016 will man schweizweit präsent sein.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Garrett Johnston (Garrett Johnston)
    Die hierdurch entstehende Datenlawine könnte noch gewinnträchtiger sein als das Lebensmittel- bzw. Telekomgeschäft. Die Online Business Models gehen von pay per click zu pay per sale über. Wenn die Swisscom sieht was du eigentlich kaufst und wo genau du dich befindest - hat die äusserst monetisierbaren Zugriff auf einen beträchtlichen Anteil deiner Gesamtausgaben in Real- Time.
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  • Kommentar von Andreas Baumann (Andreas Baumann)
    vergesst nicht der konkurenz preis an zu passen ;-) wer schlau ist denkt schon lange nicht an patrionismuss, den jeder schaut auch auf sich und muss rechnen . wo lernt mann Sparren ... Zwinker .
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  • Kommentar von Angela Keller (kira)
    Mal sehen wie dann die Preise festgesetzt sind. Frage mich was Swisscom anbieten will, was es nicht schon bei Swisscom gibt? Lassen wir uns überraschen, ob dieser Cou gelingt.
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