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Schweizer Start-up zieht bei Antikörpertests mit Roche gleich
Aus Tagesschau vom 22.06.2020.
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Corona-Antikörpertest Waadtländer Startup Quotient fordert Roche heraus

Im Markt mit Corona-Antikörpertests will sich ein kleines Westschweizer Startup gegen den Pharmariesen Roche behaupten.

Der Pharmakonzern Roche ist ein Gigant der Diagnostik, die Nummer zwei weltweit nach Siemens. Gegen diese Konkurrenz will das Startup-Unternehmen Quotient aus Nyon (VD) antreten, und zwar mit einer neuen Analyse-Technologie und der Produktion von Covid-19-Antikörpertests.

«Wir forschen seit Jahren an einer Labor-Analyse-Technologie, die viel weniger komplex ist als die heutige und auch weniger Personal braucht», sagt Quotient-Geschäftsführer Franz Walt.

Der Wechsel von gross zu klein

Walt war früher im Sold seiner jetzigen Konkurrenten: zuerst bei Roche, dann bei Siemens. Nun fordert er die beiden Grossen der Branche heraus: «Wir wollten erst gegen Ende 2020 mit unserer Technologie auf den Markt. Aber unsere Feldstudien wurden dann wegen Covid-19 blockiert. Wir stellten dann spontan um und lancierten einen Antikörper-Test», sagt Walt.

Roche war mit ihrem Antikörper-Test einige Tage vor dem jungen KMU Quotient auf dem Markt. Doch Roche-CEO Severin Schwan wusste schon bei der Lancierung Anfang Mai, dass die Konkurrenz nicht schläft: «Wir haben einen gewissen Startvorteil mit unserem Test, aber ich habe keine Zweifel, dass andere schon bald nachziehen werden.»

David gegen Goliath, oder Quotient gegen Roche. Beide verkaufen ihre Tests weltweit, beide haben auch eine Zulassung der US-Behörden. Ihre Kunden sind meist Spitäler und medizinische Laboratorien. Das KMU aus dem Waadtland will aber weit mehr als nur Covid-19-Antikörpertests verkaufen.

Hochgesteckte Ziele

«Wir wollen von der Transfusionsdiagnostik über die Plasma-Industrie bis zur zentralen Labor-Diagnostik den gesamten Markt mit unserer Technologie beliefern können. Das ist ein Markt von rund 40 Milliarden Dollar», sagt Quotient-Geschäftsführer Franz Walt. Rund 500 Millionen Dollar hat das Unternehmen in die neue Bluttest-Analysemethode investiert.

Einer der Treiber für das riskante Investment ist der weltweite Fachkräftemangel. «In den USA sind schon heute die meisten Laboratorien chronisch unterbesetzt, und weil die geburtenstarken Jahrgänge in den nächsten Jahren in Pension gehen, wird sicher dieser Trend noch verstärken», erklärt Walt.

Zudem seien die Abläufe heute meist sehr komplex und es seien wenige innovative, neue Analyse-Methoden auf den Markt gekommen.

In Nyon läuft die Produktion derweil auf Hochtouren. Rund 30 Millionen Tests können die Anlagen pro Jahr produzieren. Der Corona-Antikörpertest - er könnte für das noch kleine Waadtländer Unternehmen zum Sprungbrett werden.

Tagesschau, 22.06.2020, 19:30 Uhr

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Rudolf Räber  (Eins)
    Stark so was zu hören. Viele Grosskonzerne beanspruchen Monopole auf gewissen Gebieten. Das kann sich aber schnell ändern, wenn es die Politik und der Markt fordern. Hopp Quotient. Die Zulassung auf dem US Markt ist schon ein erster Schritt, mal sehen wie lange es in der Schweiz dauert.
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  • Kommentar von Andreas Müller  (Hugh Everett)
    Die Analyseprozeduren in Labors und Spirallabors sind meistens Bestandteil einer Standard Operation Procedure (SOP). Das heisst, die Methodik wurde von einem Auditor abgenommen und kann nicht einfach so abgeändert werden, schliesslich hängen Menschenleben von den Resultaten ab. Umsteigen auf einen neuen Methode können die Labors schon, aber das dauert in der Regeln mehrere Jahre. Quotient wird also Roche frühestens in einigen Jahren “gefährlich“ werden können.
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    1. Antwort von Andreas Müller  (Hugh Everett)
      Irgendwann werden das die Eigentümer der Startup Firma auch merken. Roche wird ihnen dann Geld bieten für ihre Firma und das Produkt übernehmen.

      Analoges haben wir bei der Firma Prionics gesehen. Die Firma kam während der BSE Krise stark ins Gespräch und wuchs extrem schnell mit dem einzigen schnellen BSE Test. Der Eigentümer verlaufte seien Firma schliesslich für 200 Mio an Roche.
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    2. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Kann schon sein, aber das ist eben auch ein Business-Modell das prinzipiell funktionieren kann.
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