Credit Suisse: US-Betrüger zahlt mit «Verlust der Freiheit»

Ein US-Wertpapierhändler der Schweizer Grossbank wollte Millionen-Verluste verschleiern, nun muss er ins Gefängnis. Dazu kommt eine Geldstrafe in Millionenhöhe. Damit nicht genug, erwartet doch den Betrüger noch eine weitere Sanktion.

Ein früherer Händler der Credit Suisse ist in New York zu zweieinhalb Jahre Gefängnis verurteilt worden. Dem 40-Jährigen werden schwerwiegende Falschbuchungen vorgeworfen.

Der Ex-Händler soll zwischen August 2007 und Februar 2008 auf Ramsch-Anleihen basierende Wertpapiere in den Büchern der Bank zu hoch bewertet haben. Damit wollte er Verluste von 540 Millionen Dollar verschleiern. Zu diesem Zeitpunkt war der US-Häusermarkt bereits vom Kollaps bedroht. Der Ex-Banker hatte sich vor Gericht schuldig bekannt.

Festnahme in London und anschliessende Auslieferung

Wenn er seine zweieinhalbjährige Haftstrafe verbüsst hat, bleibt er dem Urteil zufolge noch zwei Jahre unter Führungsaufsicht. Mit «dem Verlust seiner Freiheit» zahle der Angeklagte einen «gepfefferten Preis» für seine Rolle in der Affäre, erklärte Staatsanwalt Preet Bharara.

Der Ex-Banker muss zudem eine Geldstrafe in Höhe von insgesamt 1,16 Millionen Dollar zahlen, die sich aus einer Geldbusse und der Beschlagnahme seines Vermögens zusammensetzt. Der US-Bürger war im vergangenen Jahr von der Londoner Polizei auf Antrag der US-Behörden festgenommen und in diesem Jahr in die USA ausgeliefert worden.

Milliarden-Abschreiber für die Credit Suisse

Zwei in derselben Sache angeklagte frühere CS-Händler hatten sich im Februar 2012 vor einem US-Bundesgericht des Betrugs und der Urkundenfälschung schuldig bekannt. Ihnen drohen bis zu fünf Jahre Haft und eine Geldbusse von mindestens 250'000 Dollar.

Credit Suisse selbst sprach im März 2008 von einem absichtlichen Fehlverhalten einer kleinen Zahl von Händlern. Die Grossbank musste auf mit Hypotheken unterlegte Wertpapiere insgesamt 2,65 Milliarden Dollar abschreiben.