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Credit Suisse am Paradeplatz
Legende: Beschattungsskandal bei der Credit Suisse Credit Suisse am Paradeplatz Keystone
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CS-Beschattungsskandal Detektei «Investigo» äussert sich erstmals öffentlich

Die mit der Beschattung des ehemaligen Credit-Suisse-Bankers Iqbal Khan beauftragte Detektei belastet die Bank schwer.

Der Skandal um die Beschattung des Top-Bankers Iqbal Khan durch seine ehemalige Arbeitgeberin Credit Suisse hat nicht nur für die Grossbank unangenehme Konsequenzen. Die Detektei Investigo GmbH, die mit der Überwachung von Iqbal Khan beauftragt war und deren Name schon früh in den Medien bekannt wurde, beklagt einen enormen Reputationsschaden.

Gegenüber SRF äussert sich die Detektei erstmals direkt und in schriftlicher Form zum Fall und erhebt schwere Vorwürfe gegen die Credit Suisse. Diese habe vertrauliche, nicht freigegebene Korrespondenzen und Informationen über die Firma an die Presse herausgegeben. Das sei «absolut unverständlich», findet die Investigo.

Video
Credit Suisse entlässt zwei Spitzenkader nach Beschattungsaffäre
Aus Tagesschau vom 01.10.2019.
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Iqbal Khan hatte Mitte September in der Zürcher Innenstadt die Beschattung durch ein Team von Investigo bemerkt und die Beschatter im Auto daraufhin konfrontiert. Wie die Konfrontation zwischen Khan und den Beschattern ablief, ist weiterhin umstritten. Insbesondere zur Frage, ob die Beschatter handgreiflich wurden, gibt es verschiedene Angaben. Die Staatsanwaltschaft untersucht nun die Vorgänge.

Warum lief der Auftrag schief?

Dass es zwischen den Beschattern und Khan überhaupt zu einer Konfrontation kam, kritisieren Privatdetektive wie Erich Wunderli. Dieser leitet seit 1985 eine eigene Detektei und bildet selbst Detektive aus. «Drei sind ausgestiegen und einer wollte das Handy wegnehmen? Das ist dilettantisch. Waren das wirklich Detektive?» Das Vorgehen der Beschatter bezeichnet er als unprofessionell und als «ein gutes Negativbeispiel, wie man es nicht macht».

Video
Privatdetektiv Erich Wunderli zum Vorgehen der Beschatter der Investigo.
Aus News-Clip vom 10.10.2019.
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Auf die Frage, was bei dem Auftrag schief lief, schreibt Investigo: «Nach all den Indiskretionen seitens der Auftraggeberin ist nicht auszuschliessen, dass auch die Überwachung durchgesickert ist.» Damit legt Investigo nahe, dass Iqbal Khan womöglich bereits von einem Informanten der Bank über die Beschattung informiert war, bevor die Beschattung in der Zürcher Innenstadt aufflog. Die Credit Suisse wollte sich zu diesem Vorwurf nicht äussern.

Für Investigo dürfte die Angelegenheit lange nachwirken. Die Firma schreibt, dass ihr bereits ein enormer Reputationsschaden «durch die nationale und internationale Berichterstattung entstanden» sei. Die langfristigen Folgen seien noch nicht absehbar.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Adi Berger  (Adi B.)
    Ob Hr. Kahn über die Beschattung informiert war oder diesen Umstand aufgrund dilettantischen Vorgehens der "Detektive" selbst entdeckt hat sei dahingestellt. Jedenfalls ist die Reaktion der Investigo-Mitarbeiter nach ihrer Enttarnung mehr als unprofessionell
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  • Kommentar von Christof Liechti  (Stoeffu)
    Und genau solch dilettantische potenziell gewältätige nach Prinzip Hoffnung ausgebildete "Detektive" dürfen auch von Sozialversicherungen eingesetzt werden. Besonders toll, die Frage von Herr Erich Wunderli: "Waren das wirklich Detektive?". Auch mein 4 Jähriger Sohn ist ein Detektiv. Den Detektiv ist kein geschützter Titel.
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  • Kommentar von Christian Baumann  (Christian Baumann)
    Wenn ich kein Schweizer wäre, würde ich mir wegen dieser Geschichte laut lachend auf die Schenkel klopfen. Da die CS nun mal ein Flaggschiff unserer Volkswirtschaft ist (bzw. war), schäme ich mich für mein Land, wenn mich Freunde und Bekannte aus dem Ausland auf diese Schmierenkomödie ansprechen. Am Paradeplatz in Zürich werden urschweizerische Werte mit den Füssen getreten.
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    1. Antwort von Nico Basler  (Bebbi 1)
      Es sind ja auch meistens Hereingeschneite an den Schalthebeln
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