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Wirtschaft Das Geschäft mit dem Bargeld harzt

Mit Cash Geld zu machen, wird immer schwieriger: Statt zum Bargeld greifen immer mehr Leute direkt zur Karte. Deshalb fusionieren mit der US-Firma Diebold und der deutschen Wincor Nixdorf die Nummern 2 und 3 der Geldautomaten-Branche.

Eine Frau bezieht Geld an einem Bankomat.
Legende: Ein Bild, das bald der Vergangenheit angehört? Immer mehr Leute zahlen direkt per Karte. Keystone

Bargeld verliert an Bedeutung. Insbesondere in den USA oder in nordeuropäischen Ländern wie Schweden bezahlen die Leute je länger, desto weniger in bar. Neue Bezahlsysteme verdrängen das Bargeld.

In Läden oder Restaurants zücken die Kunden schnell die Karte, halten sie an das Lesegerät und drücken die o.k.-Taste. Untereinander überweisen sich immer mehr Leute Geld via Apps, übers Handy oder den Tablet-Computer. Und im wachsenden Online-Markt spielt Bargeld ohnehin keine Rolle.

Innovative Konkurrenz ist gross

Die Nachfrage nach Geldautomaten könnte also über kurz oder lang sinken, jedenfalls in Industrieländern. In Schwellenländern wächst der Markt zwar noch und neue Geldmaschinen werden weiterhin aufgestellt. Doch auf diesen Märkten treten immer neue, kleine Konkurrenten mit besseren Geräten und mit mehr Funktionen auf – und machen so den bestehenden grossen Anbietern wie Wincor Nixdorf das Leben schwer.

Der Preisdruck ist enorm: Jahr für Jahr werden die Geldmaschinen um rund acht Prozent billiger. Damit bleibt den Herstellern immer weniger in der eigenen Kasse. Doch nicht nur die neue Konkurrenz macht Unternehmen wie Wincor Nixdorf zu schaffen. In Ländern, wie der Türkei oder Russland, die für die Geldautomaten-Branche wichtig sind, harzt es nach den jüngsten Wirtschafts- und Währungsturbulenzen. Und die europäischen Banken halten sich mit Investitionen generell zurück.

In der Software liegt die Zukunft

Deshalb beschloss Wincor Nixdorf bereits diesen Frühling, sich neu auszurichten: weg von der Hardware, hin zur Software. Denn die neuen Bezahlsysteme brauchen ausgeklügelte Computer-Programme im Hintergrund. Hier verspricht man sich höhere Einnahmen.

Zuerst wollten die Deutschen diese neue Zukunft allein in Angriff nehmen. Annäherungsversuche der US-Konkurrentin Diebold wiesen sie stets entschieden zurück. Doch nun hat Wincor-Nixdorf-Chef Eckard Heidloff seine Meinung geändert. Seine Firma soll zusammen mit Diebold zum Weltmarkt-Führer, der US-Firma NCR, aufschliessen.

NCR hat bereits vor längerem erkannt, dass das Software-Geschäft immer wichtiger wird. Mit verschiedenen Zukäufen hat das Unternehmen dieses Segment kräftig ausgebaut. Damit Cash nicht mehr nur aus den Automaten kommt, muss die neue Diebold Nixdorf diesen Vorsprung erst noch wettmachen.

Grosse Fusion

Für bis zu 1,7 Milliarden Euro will der US-Konzern Diebold seinen deutschen Rivalen Wincor Nixdorf schlucken. Der neue Konzern soll künftig Diebold Nixdorf heissen. Mit einem Umsatz von rund 4,8 Milliarden Euro würde das neue Unternehmen zur Weltnummer 1 der Branche, dem US-Konzern NCR, aufschliessen. (awp)

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Ernst Richener (Schmutz Fink)
    Ich würde jedem empfehlen, im Netz diesen Film anzuschauen. "Fabian der goldschmied"
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  • Kommentar von Knie Benjamin (Ben)
    Weil die Menschheit nur von sich selber etwas wissen möchte und nur an sich selber glaubt und keine höhere Macht sieht, die den Menschen geschaffen hat, deshalb greift der abgöttische Mensch zur Karte. Das Zeichen des Satans ist schon Präsent und die Nummer wird schon seit X Jahren im sprachlichen Gebrauch als Glückzahl verwendet, dass alles soweit ist den Menschen zu knebeln und vernebeln, damit die Hölle noch weiter bevölkert werden kann. Dies wurde schon vor X hunderten von Jahren gepredigt.
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    1. Antwort von Ernst Richener (Schmutz Fink)
      @Knie Benjamin,ganz genau!Die grosse Masse der Menschheit ist sich gar nicht bewusst, dass Sie eine der grössten Freiheiten verlieren würde, würde das Bargeld abgeschaft.Wenn ich z.b. 1000 CHF in Bar habe, existiert das Real. Habe ich ein Konto mit 1000 CHF so ist das nur Sichtguthaben und für die Bank eine Verbindlichkeit. Ergo das Geld existiert gar nicht.Wenn dann das Bargeld abgeschafft ist,sind wir zu 100% der Finanzindustrie ausgeliefert.Das ist echter Terror gegen die Menschlichkeit
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