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Weltmarkt erobert Das Geschäft mit Drohnen – fest in chinesischen Händen

  • Der Weltmarkt für Drohnen wird von chinesischen Produzenten dominiert.
  • Der Bereich von kommerziellen Anwendungen wächst rasant.
  • Dies vor allem in der Industrie, Landwirtschaft und Kultur.

Die Aussicht aus dem 21. Stock ist atemberaubend – Frankfurt liegt dem Besucher zu Füssen. In einem Hochhaus in Frankfurt hat der Drohnenproduzent DJI seinen Europasitz. Zuhause ist DJI allerdings in der chinesischen Metropole Shenzhen (siehe Box).

Die Welt von oben betrachten, gehört zum Kerngeschäft des Unternehmens. Der grösste Teil der Drohnen von DJI ist mit einer Kamera für Foto- und Filmaufnahmen ausgerüstet. Martin Brandenburg, Europamanager von DJI, sagt: «Die Perspektive von oben ist so ungewöhnlich, dass sie neugierig macht.»

Laufend kommen neue Anwendungen hinzu

Die neuste Drohne von DJI ist nebst einer Kamera noch mit zahlreichen Sensoren bestückt; etwa Ultraschall. Damit können selbst Laien eine Drohne ohne grosse Vorkenntnisse fliegen. Zudem kann die Drohne mithilfe der Sensoren Hindernissen ausweichen und per Knopfdruck automatisch wieder an den Startplatz zurückkehren.

Es wird Unternehmen geben, die künftig einen Drohnenflug-Service anbieten werden.
Autor: Martin BrandenburgEuropamanager DJI

«Wir stellen fest, dass der kommerzielle Bereich immer wichtiger wird», sagt Martin Brandenburg. In der Tat werden Drohnen längst nicht mehr nur für private Foto- und Filmaufnahmen eingesetzt. Je nach Kamera und Sensor können Drohnen inzwischen unterschiedlichste Funktionen übernehmen: sie inspizieren Windräder und Stromleitungen, vermessen Gebäude, helfen bei der Suche von Personen bei Naturkatastrophen oder können in der Landwirtschaft zielgenau Pestizide versprühen. Der Luftfahrtversicherer Allianz Global Corporate & Specialty schätzt, dass 2020 mit solchen Drohnenanwendungen über 120 Milliarden Dollar umgesetzt werden. Heute sind es erst 2 Milliarden.

Parallel dazu entstehen auch neue Geschäftsmöglichkeiten, ist Martin Brandenburg von DJI überzeugt: «Es wird Unternehmen geben, die künftig einen Drohnenflug-Service anbieten werden – etwa für Landwirte oder Winzer.» Grössere Unternehmen werden sich wohl selber Drohnen als Arbeitsgeräte beschaffen, glaubt Martin Brandenburg.

«Made in China» – zu 100 Prozent

DJI hat mit seinen Drohnen von China aus den Weltmarkt erobert. Das Unternehmen ist unbestrittener Marktführer und kommt inzwischen auf einen Anteil von schätzungsweise 70 Prozent. Genaue Verkaufszahlen gibt DJI – wie auch die anderen Drohnenhersteller – jedoch nicht bekannt.

Wir sehen China als Werkbank und nicht als Innovationsmotor. Davon müssen wir uns lösen
Autor: Martin BrandenburgEuropamanager DJI

DJI ist gleichzeitig auch ein Beispiel für eine neue Generation chinesischer Unternehmen. Erstmals ist ein durch und durch chinesisches Unternehmen Marktführer in einer neuen Branche. «Wir haben das Bild von China als Werkbank vor Augen und nicht als Innovationsmotor. Davon müssen wir uns lösen», ist Martin Brandenburg überzeugt. Die Drohnen von DJI werden nicht nur in China produziert, sondern auch dort entwickelt und gestaltet. Bei anderen Technologiefirmen wurden diese Arbeitsschritte bislang in Europa, den USA, Japan oder Südkorea ausgeführt.

Und DJI ist längst nicht das einzige Beispiel. Auch andere, namhafte Drohnenproduzenten kommen aus China; Yuneec oder eHang beispielsweise. In der chinesischen Metropole Shenzhen, wo DJI vor zehn Jahren entstanden ist, hat sich inzwischen eine eigentliche Drohnenindustrie mit einer grossen Zahl an Zulieferbetrieben etabliert.

«Trend» zeigt das Neueste aus «Drone Valley»

«Trend» zeigt das Neueste aus «Drone Valley»
Die Schweiz hat sich international einen exzellenten Ruf erarbeitet für ihre Forschung und Entwicklung rund um Drohnen. In der Branche hat die Schweiz deshalb den Übernamen «Drone-Valley» erhalten. An den Eidgenössischen Technischen Hochschulen in Lausanne und Zürich und in privaten Unternehmen werden viele neue Anwendungen für Drohnen entwickelt und deren Flugeigenschaften verbessert. Die Sendung «Trend» zeigt ein Beispiel an der ETH Zürich.

DJI: Drohnengigant aus China

DJI wurde 2006 von Frank Wang in Shenzhen (China) gegründet und ist heute Marktführer von Drohnen. Genaue Verkaufszahlen gibt das Unternehmen nicht bekannt. Der Marktanteil beträgt aber schätzungsweise 70 Prozent. Weltweit beschäftigt es 7000 Angestellte. Die meisten davon arbeiten in Shenzhen, wo die Drohnen entwickelt und hergestellt werden.

20 Kommentare

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  • Kommentar von Philipp Etter (Philipp Etter)
    Das dämliche Geschwafel über "China Schrottprodukte" und andernorts sinngemäss "zurückgebliebene Russen(technik)" und Ähnliches NERVT. Mittlerweilen ist China und Russland in vielen Bereichen leistungsfähiger in diversen High-Tech-Bereichen als westliche Volkswirtschaften. Was ist denn mit den "Schrottfinanzprodukten die aus der ach so tollen USA kamen" ??? Wer löste die letzte Finanzkrise aus ???
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  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Was da die Chinesen an unkontrollierbarem Flugschrott anbieten wird in der nächsten Zeit zu vielen Unfällen und Streitereien führen. Die Behörden haben ja sonst nichts zu tun oder ? Die am meisten Geld aufwerfen kaufen sich die Rechte und versuchen wie überall Sonderrechte für ihre Geschäfte zu erzwingen um das schnelle Geld zu machen - die Dummen und Nettozahler sind die von diesem Schrott betroffenen Bürger. Das ist der Freihandel mit China - mit nicht humanen Folgen für die Umwelt .
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    1. Antwort von Niklaus Bächler (Brücken- statt Mauerbau!)
      Äh? Was wollen sie uns hier mitteilen?
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  • Kommentar von Ueli von Känel (uvk)
    Wir geben vieles aus der Hand - zu Gunsten Chinas. China aber wird langfristig kaum der Schweiz entsprechende Beachtung schenken. Also sollten wir hier - die Schweizerwirtschaft - m. E. achtsamer sein. Und: Das private Drohnengeschwirr in der Luft sollte drastisch eingeschränkt oder sogar verboten werden. Immer verrückter, immer mehr. Unumschränkter Individualismus wider ein gesundes Mass zu Gunsten von Naturfreundlichkeit und einer gesünderen Gesellschaft!
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    1. Antwort von Philipp Etter (Philipp Etter)
      Statt einschränken oder verbieten könnte man vorerst ja mal ein paar Regeln erlassen um störende Imissionen zu beschränken. Immerhin gehen viele Leute mal nach draussen, atmen dabei frische Luft und kommen in Kontakt mit der Natur, wenn sie ihre Drohne in Nachbars Gebüsch suchen müssen oder sie sich im Geäst eines Baumes verheddert hat...und sitzen nicht vor einem öden PC-Game...
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