Das sind die fünf grössten Baustellen von Apple

Apple steht im Rampenlicht: Der Konzern erhofft sich mit der Lancierung neuer Produkte wieder Tritt zu fassen. Tatsächlich kämpft das wertvollste Unternehmen der Welt aber mit mehreren Problemen und steht unter Druck.

Bild des neuen iPhones.

Bildlegende: Apple sucht mit der Lancierung neuer Produkte den Befreiungsschlag. Reuters

Nach dem jahrelangen Erfolg musste der Technologiegigant Apple in den vergangen Monaten einige Rückschläge einstecken.

  • iPhone mit sinkenden Verkaufszahlen

Zum ersten Mal seit der Lancierung vor fast 10 Jahren sind die Verkaufszahlen rückläufig. Im dritten Quartal hat Apple 16 Prozent weniger iPhones verkauft – der Umsatz ist sogar um 23 Prozent geschrumpft.

Hintergrund des rückläufigen Geschäftes ist der harte Konkurrenzkampf. Vor allem die chinesischen Anbieter Huawei, Oppo und Xiaomi drängen auf den Markt mit billigeren Geräten. Der Branchenprimus Samsung wiederum hat vor ein paar Monaten erfolgreich ein neues Modell lanciert und konnte so die Verkäufe im letzten Quartal um 57 Prozent steigern auf den höchsten Wert seit zwei Jahren.

Nach dem Wachstum der vergangenen Jahre zeichnet sich allmählich eine Sättigung im globalen Markt der Smartphones ab. Den grössten Marktanteil hält Samsung mit 23 Prozent gefolgt von Apple mit einem Marktanteil von knapp 12 Prozent. Das iPhone ist trotz Rückschlag das wichtigste Geschäft von Apple, damit erzielt der Konzern zwei Drittel des Umsatzes.

  • Smartwatch verliert Marktanteile
Sortiment von Apple Uhren

Bildlegende: Apple verliert Marktanteile Reuters

Die Lieferungen der Apple Watch sind im zweiten Quartal um 55 Prozent eingebrochen auf 1,6 Millionen Uhren. Dies zeigen die Zahlen der renommierten Marktforschungsfirma International Data Corporation IDC. Der Marktanteil von Apple bei der Smartwatch ist von 72 Prozent auf 47 Prozent eingebrochen. Die Konkurrenten Samsung, Lenovo, LG und Garmin konnten alle zulegen. Apple hat die Computeruhr vor knapp anderthalb Jahren lanciert. Zu Beginn stiess das Gerät auf grosses Interesse, doch der Ansturm ist rasch abgeklungen.

Trotz Rückschlag bleibt Apple der weltweit grösste Verkäufer von Computeruhren, ist aber darauf angewiesen laufend neue und bessere Modelle auf den Markt zu bringen.

  • Rechtsfall EU-Kommission

Apple muss 13 Milliarden Euro Steuern nachzahlen. Dies hat die EU-Kommission beschlossen. Gemäss den Behörden hat Apple in den vergangenen Jahren zuwenig Steuern bezahlt, indem mit Irland eine illegale Absprache vereinbart worden sei. Weil Apple zuwenige Steuern bezahlt habe, seien andere Firmen benachteiligt worden. Laut EU-Kommission hat Apple in Irland eine Scheinfirma geführt, die lediglich dazu gedient habe, Steuern zu optimieren. Apple bestreitet die Vorwürfe und will sich dagegen wehren. Nun droht ein jahrelanger Rechtsstreit.

  • Verbote in China

In China verzeichnet Apple mehrere Rückschläge. Zum einen haben die Behörden das Angebot für Filme und elektronische Bücher gestoppt. Zum anderen gibt es auch Probleme mit Patentrechten. China ist für Apple einer der wichtigsten Märkte, mit enormem Wachstumspotenzial. Firmenchef Tim Cook gibt nun Gegensteuer und will vermehrt in China investieren und dort ein Forschungszentrum aufbauen.

  • Skeptische Anleger

Der Aktienkurs von Apple ist in den letzten Monaten um 20 Prozent gefallen. Dies zeigt die derzeitige Skepsis der Anleger. Allerdings können die Aktionäre den Rückschlag wohl verschmerzen, denn die langfristige Bilanz ist immer noch positiv. Der Apple Aktienkurs hat sich in den letzten 10 Jahren vervielfacht. Apple ist das wertvollste börsenkotierte Unternehmen der Welt mit einem Wert von 580 Milliarden Dollar.

SRF 4 News 13:50 Uhr/muei)