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Wirtschaft Das Smartphone als Portemonnaie: Kampf geht in neue Runde

Der Markt ums mobile Bezahlen kommt in Bewegung. Bereits letzten Juli hatte Swisscom mit dem Bezahlsystem «Tapit» versucht, das Smartphone zum Portemonnaie zu machen – ohne Erfolg. Das könnte sich mit «Twint» ändern.

Handy mit grünem Display, auf dem ein Haken zu sehen ist.
Legende: Bezahlen mit dem Smartphone: Um die elektronische Brieftasche ist ein Wettkampf entstanden. SRF

Thierry Kneissler ist im Auftreten schweizerisch bescheiden. Doch wenn der Chef von «Twint» über sein Projekt redet, trumpft er mit grossen Zahlen auf. Eine Kundenzahl in sechsstelliger Höhe glaubt er schon ein halbes Jahr nach Markteinführung von «Twint» vorweisen zu können.

Legende: Video Thierry Kneissler über mobiles Bezahlen abspielen. Laufzeit 0:35 Minuten.
Vom 09.03.2015.

Er will das Smartphone zum Portemonnaie machen. Musikplayer, Fotoapparat, Game-Konsole, Zeitung, Landkarte und vieles mehr ist es schon. «Alles machen wir mit dem Handy, aber Zahlen noch nicht. Das macht doch keinen Sinn», erklärt Thierry Kneissler gegenüber «ECO».

Marktpionier «Tapit» gescheitert

Doch der Schweizer Pionier ist bereits gescheitert. «Tapit» ist vom Schweizer Markt nicht akzeptiert worden. Zu gross ist der Aufwand, den Swisscom den Kunden zumutet. Eine neue SIM-Karte müssen sie kaufen und eine neue Kreditkarte bestellen, um am Ende kontaktlos bezahlen zu können – so wie man es mit einer herkömmlichen Kreditkarte schon längst kann.

10‘000 Downloads hat es bis heute gegeben. Benutzen werden «Tapit» wohl nur ein paar technikaffine Nerds. «Wir sind nicht zufrieden», resümierte Swisscom-Chef Urs Schaeppi bereits letzten Dezember.

Partnerschaft mit SBB

«Twint» könnte grössere Akzeptanz finden, da das App nach ein paar wenigen Klicks einsatzbereit ist. Es funktioniert wie eine Prepaid-Karte: Man lädt von seinem Konto einen bestimmen Betrag auf das Smartphone und benutzt es dann wie ein herkömmliches Portemonnaie.

Bezahlen wird damit zunächst an Bahnhöfen möglich sein. Die SBB mit ihren Tausenden von Ladenmietern sollen den Anfang machen: «Da laufen jeden Tag eine Million Passagiere und Kunden durch, das heisst ein Siebtel der Schweiz», frohlockt Thierry Kneissler. Ein eigentlicher Coup aber wäre, wenn «Twint» an das SBB-App andocken dürfte. Dann nämlich wäre «Twint» auf einen Schlag mit dem erfolgreichsten App in der Schweiz verbunden, das über fünf Millionen Mal heruntergeladen wurde.

3 Kommentare

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  • Kommentar von M.Nelson, Gretzenbach
    meine Gelbörse funktioniert auch ohne Akku und die NSA hört auch nicht mit wenn ich etwas bezahle. Sie hat auch keine allgemeine Geschäftsbedingungen, die mich in erstaunen versetzen. Aufladen ist ganz einfach. Ich stecke ein Hunderter Nötli hinein. Das wichtigste jedoch it, dass es überall akzeptiert wird und das ohne Gebühren. Kann das, das Smartphone auch ?
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    1. Antwort von Sascha Freitag, Thurgau
      Ich liebe die Geschäfter, die noch anständige Preise machen, wenn man bar zahlt. Hab kein Bock auf diese Preistreiberei, weil andere Menschen nur noch mit der Plastikkarte zahlen.
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  • Kommentar von Hans Knecht, Torny
    Wie funktioniert Twint technisch im Detail damit man sich selbst ein Bild machen kann wie sicher es ist? Nirgends findet man frei zugänglich eine Beschreibung, von einer guten Beschreibung ganz zu schweigen, weder im Netz noch auf der Heimseite und das macht das Ganze sehr suspekt. Der Artikel hier sagt quasi nur, dass es Twint gibt. Folglich muss man dies hier leider einfach als Werbung abtun.
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