Zum Inhalt springen
Inhalt

Grosse Fangemeinde Das «Zuhause auf Rädern» ist wieder hip

Legende: Audio «Ein Campingplatz muss heute ein breites Angebot bieten» abspielen. Laufzeit 08:25 Minuten.
08:25 min, aus Rendez-vous vom 19.07.2017.
  • Der Kauf eines eigenen Wohnmobils scheint in der Schweiz im Trend zu sein.
  • In zehn Jahren hat sich die Zahl der registrierten Fahrzeuge mehr als verdoppelt.
  • Auch der Occasionsmarkt boomt. Laut Touristikexperten dürfte dies anhalten.

Gerade in der Ferienzeit rollen sie wieder in alle Himmelsrichtungen: die hübschen alten VW-Busse. Einst waren sie das Gefährt der Hippies, heute seien die Bullis hipper denn je, sagt der Automechaniker Patrick Finger. Er verdient sein Geld hauptsächlich damit, die alten Busse zu flicken und auszubauen.

Der VW-Bus sei weit mehr als eine Übernachtungsmöglichkeit auf vier Rädern: «Du kannst mit einem VW-Bus durch ein Dorf fahren und die Kinder rennen auf die Strasse, zeigen auf dich und freuen sich, dass sie dieses Fahrzeug sehen.» Die Fangemeinde der kultigen Busse werde dabei immer grösser, so Finger.

Eigenes Zuhause dabei haben

Über die Strassen rollen aber nicht nur kultige VW-Busse, sondern auch Occasions-Camper anderer Marken und neue Wohnmobile. Laut Auto Schweiz wurden 2016 so viele neue Camper verkauft wie noch nie. Der Grund: Ein neuer Camper sei wegen des starken Frankens kaum je so erschwinglich gewesen, sagt der Touristik-Experte Jürg Stettler. Und: Mit einem Camper unterwegs zu sein entspreche dem Zeitgeist – dem Trend zur Individualisierung.

«Das Campieren mit einem Wohnmobil, das einem Flexibilität, Unabhängigkeit und Spotanität ermöglicht, kommt diesem Trend natürlich entgegen», so Stettler, der an der Hochschule Luzern lehrt. Quasi mit dem eigenen «Zuhause» unterwegs und gleichzeitig in der Natur zu sein, das reize die Touristen vermehrt.

«Glamping» bleibt attraktiv

Dass ein Teil der Camper, der früher im Zelt geschlafen habe und heute lieber luxuriös übernachten wolle und dies mit dem eigenen Wohnwagen mache, dafür spreche auch der Trend des «Glampings», des glamourösen Campings, sagt er.

Vom Camper zum Glamper, mit einem Sinn für Natur und Luxus. Das dürfte auch in Zukunft attraktiv bleiben und dem Wohnmobil-Geschäft zu weiterem Wachstum verhelfen, schätzt Stettler. Und wer noch einen richtig alten VW-Bus hat, freut sich sowieso gleich zweimal. Über die Aufmerksamkeit, die ihm gewiss ist, und die Tatsache, dass das Sammlerstück mit jedem Jahr ein bisschen wertvoller wird.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

20 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Kurt E. Müller (KEM)
    Überraschend ist das nicht. Wenn man sich wegen der wahnsinnigen Preise in der Schweiz kein Eigenheim und schon gar kein Ferienhäuschen mehr leisten kann, kauft man eben einen Wohnwagen. Besser als gar nichts.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Tom Duran (Tom Duran)
    Am "liebsten" sind mir die Holländer oder Deutschen die mit ihren Diesel-Stinkern unbedingt über den Gotthardpass fahren müssen. Dabei die Luft verpesten und den Verkehr gänzlich aufhalten. Liebe Camper, fahrt doch bitte auf direktem Weg zu eurem Ziel. Oder verladet den ganzen Tross auf den Zug, wenn ihr eh quer durch Europa treckt. Unsere Autobahnen sind so schon genug voll.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Niklaus Bächler (sensus communis)
      Immerhin bezahlen sie CHF 40.00 oder mit Anhänger CHF 80.00 für die Strassenbenützung. Seien sie etwas nachsichtiger, unsere Raser dürfen in Deutschland gratis andere gefährden, die Luft mit ihren getunten Boliden verpesten und bei einem Unfall den Verkehr gänzlich aufhalten... Genügt diese Antwort?
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Kurt Meier (Kurt3)
      @ Niklaus Bächler , 40 .- , eine etwas mickrige Entschädigung für ein paar hundert km Autobahn . Wenn man bedenkt, dass diese Transitreisende jeden Stopp in der teuren Schweiz vermeiden . Das sagt einer , der Auslandschweizer als Profiteure bezeichnet.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    3. Antwort von Jeanôt Cohen (Jeanot)
      Kann mir ihre Fahrstill gut vorstellen. Dazu kommt das sie offenbar noch nicht informiert sind, über die Tatsache das es eine Tunnel gibt, die Gotthard Tunnel!!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von U. Salzmann (usalz)
    Ich kann die negativen Kommentare nicht verstehen. Camperferien sind ein super Ferienerlebnis. Alle die es gemacht haben wissen es: man ist nahe der Natur, trifft viele Menschen und knüpft Kontakte. Jedenfalls viel besser als zuhause am PC hocken und Kommentare döggelen...morgen fahre ich los!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen