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Wirtschaft Datendieb der Bank Bär muss ins Gefängnis

Das Bundesstrafgericht verurteilt den IT-Fachmann zu drei Jahren teilbedingt. Er hatte Kundendaten gestohlen.

Strafgericht Bellinzona.
Legende: Bellinzona hat das verkürzte Verfahren akzeptiert. Keystone

Im Fall des Datendiebstahls bei der Bank Julius Bär hat das Bundesstrafgericht in Bellinzona (TI) die teilbedingte Gefängnisstrafe von drei Jahren für einen deutschen IT-Fachmann bestätigt. Der 54-Jährige soll rund 2700 Kundendaten an die deutschen Steuerbehörden übermittelt haben.

Der geständige Informatiker hatte sich mit der Bundesanwaltschaft (BA) auf das Strafmass geeinigt. In einem verkürzten Verfahren segnete das Bundesstrafgericht in Bellinzona den Deal ab. Das Strafmass sei knapp schuldangemessen, sagte der Bundesstrafrichter.

Eigene Steuerschulden bezahlen

Neben der bedingten Strafe wurde auch beschlossen, das Bankguthaben des Mannes in der Höhe von rund 60'000 Franken, 140'000 Euro in bar sowie Fahrzeuge, Münzen- und Uhrensammlungen einzuziehen. Die Ersatzforderung der Eidgenossenschaft wurde wie ausgehandelt auf 740'000 Euro festgelegt.

Der frühere externe Mitarbeiter der Bank Julius Bär, der seit 2005 in der Schweiz lebt, gestand vor dem Gericht seine Schuld ein. Er gab zu, im Rahmen seiner Tätigkeit zwischen Oktober und Dezember 2011 insgesamt 2700 Datensätze deutscher und holländischer Kunden gesammelt zu haben.

Diese übergab er im Februar und Mai 2012 einem deutschen Steuerfahnder, der diese an die Steuerbehörden beider Länder weiterleiten sollte. Für seine Recherchen in Bezug auf deutsche Kunden erhielt der Informatiker rund 1,1 Million Euro.

Mit einem Grossteil der Summe, 680'000 Euro, wollte er eigene Steuerforderungen begleichen. Der 54-Jährige wurde des wirtschaftlichen Nachrichtendienstes, der Verletzung des Bank- und Geschäftsgeheimnisses sowie der Geldwäscherei schuldig gesprochen.

Kurz angestellt

Der Verurteilte war nur kurze Zeit bei Julius Bär. In den wenigen Wochen eignete er sich die Daten an. Mehr dazu lesen Sie hier.

5 Kommentare

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  • Kommentar von S. Sugano, Therwil
    2700 Kunden die geschaedigt wurden, der Datenschutz somit massiv verletzt sowie Veraten wurden... Dazu kommt Helerei, Spionage, etc. Und dann bekommt der Taeter nur eine teilbedingte Gefaengnisstrafe von drei Jahren fuer den deutschen IT-Fachmann??? Geht es noch gut? Oh moment, haette dies ein Schweizer gemacht, haette es min. 10 Jahre gegeben. Da sieht man wieder deutlich, dass man in der Schweiz, als Schweizer diskriminiert wird. Vielen dank auch...
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    1. Antwort von Matthias Kessler, Brunnen
      Kein einziger Kunde wurde geschädigt. Es wurde lediglich dafür gesorgt, dass sie wie andere Bürger ihre Steuern bezahlen!
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  • Kommentar von Manfred Gromann, D 79801 Hohentengen
    Das Urteil drückt den Preis für die kommenden CD´s nach oben.
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    1. Antwort von Hans Haller, Kölliken
      Herr Manfred Gromann, D 79801 Hohentengen, lassen Sie sich als IT-Fachkraft bei einer Schweizer Bank anstellen. Geht heute sicherlich ganz einfach. - Und dann, ja dann ist es Ihnen überlassen ob Sie mehr kriegen für die CD. (simle) - Vorsicht, der Tarif für jene die erwischt werden hat sich ebenfalls erhöht. (smile)
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  • Kommentar von kari huber, surin
    Hier ist ein Bezug Steuerschuldner-Steuerfahnder offensichtlich. Das sollte reichen, den deutschen Staat am EuGh anzuklagen. Wer heute noch glaubt, die deutschen Steuerbeörden seien nicht kriminell aktiv, ist naiv. Es ist an der Zeit, dass der BR die Deutschen endlich am Wickel nimmt. Oder ist hier ein Chamberlain am Werk?
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