Trumps Klimapolitik Dekret hin oder her – Innovation ist gefragt

  • Mit der Zerschlagung von Obamas Klimapolitik sorgt Trump für Verunsicherung.
  • Forschung und Industrie sorgen sich um die Zukunft ihrer Entwicklungen, welche Energieeffizienz zum Ziel haben.
  • Das zeigte sich am Treffen zwischen Forschern und Industrievertretern an der ETH Zürich.

Zwar hat derzeit niemand klare Antworten auf die Frage, wie es mit der US-Energie- und Klimapolitik weitergeht. Trotzdem geben sich die Vertreter von Industrie und Forschung verhalten optimistisch. «In den USA ist in den letzten Jahren derart viel Wind- und Solarkapazität aufgebaut worden, dass sich das nicht zurückdrehen lässt», sagt etwa Thomas Liessmann, verantwortlich für das Innovationsmanagement bei Siemens Gebäudetechnik.

«  In den USA ist in den letzten Jahren derart viel Wind- und Solarkapazität aufgebaut worden, dass sich das nicht zurückdrehen lässt. »

Thomas Liessmann
Innovationsmanagement bei Siemens Gebäudetechnik

Kunden wollen zukunftsgerichtete Technologie

Auch Steven Hartmann, technologischer Direktor bei General Electric in der Schweiz, unterstreicht, dass sein Unternehmen weiter auf klimafreundliche erneuerbare Energie setze. Trumps Dekret hin oder her: «Unsere Kunden verlangen effiziente Technologien zur Energiegewinnung mit tiefen Emissionswerten und Kosten», betont er. Je innovativer ein Produkt, desto besser also seine Marktchancen.

Unsicherheit hemmt Investitionen

Bei politischer Unsicherheit werden weniger Investitionen getätigt. Wenn nun der energie- und klimapolitische Kurs der nach wie vor grössten Wirtschaftsmacht der Welt nicht mehr so klar ist, kann das die weitere technische Entwicklung durchaus hemmen. «Man wartet ab, bis man Sicherheit hat», sagt Liessmann von Siemens. Ohne Sicherheit werde nicht investiert, weil man das Risiko des Einsatzes nicht abschätzen könne. Schliesslich gehe es meist um langfristige Projekte.

Fossile Energie als Sicherheit

Für den Fall der Fälle setzen multinationale Industrieunternehmen wie Siemens, General Electric aber auch ABB deshalb nach wie vor nicht nur auf Erneuerbare, sondern auch auf fossile Energieträger wie Öl, Kohle und Gas. Das kann auch Nicolas Gruber, Professor für Umweltphysik an der ETH Zürich, nachvollziehen – zumal das Erdöl derzeit so billig sei. «Doch ein Push in Richtung Erneuerbare wäre natürlich toll», sagt er. Von Trump ist ein solcher allerdings nicht zu erwarten.

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