Der Arzt bleibt für fünf weitere Jahre Weltbank-Chef

An der Spitze der Weltbank steht auch in den kommenden fünf Jahren ein Amerikaner. Jim Yong King wurde für eine zweite Amtszeit gewählt und bleibt Präsident – trotz massiver interner Kritik.

Jim Yong Kim

Bildlegende: Trotz massiver interner Kritik an seinem Führungsstil: Jim Yong Kim bleibt für weitere fünf Jahre Weltbank-Präsident. Reuters

Noch im August war Jim Yong King von der Mitarbeitervereinigung der Weltbank massiv kritisiert worden. Es herrsche eine «Führungskrise», welche die Weltbank auf längere Sicht irrelevant machen könnte, hiess es in einem offenen Brief.

Doch das scheint das Führungsgremium nicht beeindruckt zu haben. Es hat den Amerikaner für fünf weitere Jahre zu ihrem Präsidenten ernannt. Der promovierte Mediziner war nach Ablauf der Bewerbungsfrist der einzige Kandidat gewesen.

Der Chefposten der internationalen Entwicklungsbank mit Sitz in Washington wird traditionell von den USA besetzt. Die Schwesterorganisation IWF leitet dagegen üblicherweise ein Europäer, zurzeit die Französin Christine Lagarde.

Kim hatte bei seinem Amtsantritt 2012 verkündet, die extreme Armut in der Welt bis zum Jahr 2030 auslöschen zu wollen. Ausserdem solle das Einkommen der unteren 40 Prozent deutlich angehoben werden.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Weltbank-Kenner sind sich weitgehend einig: Die Veröffentlichung des Briefes zum jetzigen Zeitpunkt ist kein Zufall, denn die Amtszeit von Jim Yong Kim läuft im kommenden Juni aus.

    Opposition gegen Weltbank-Präsident Jim Yong Kim

    Aus Echo der Zeit vom 11.8.2016

    Mitarbeiter der Weltbank orten eine «Führungskrise», welche die Weltbank auf längere Sicht irrelevant machen könnte. Sie kritisieren in einem offenen Brief den von ihrem Präsidenten Jim Yong Kim angestossenen Umbau der Weltbank.

    Massimo Agostinis

  • In Äthiopien würden in einem Grossprojekt, an dem die Weltbank beteiligt sei, Kleinbauern von ihren fruchtbaren Feldern vertrieben, auch gewaltsam.

    Weltbank verwässert eigene Ideale

    Aus Echo der Zeit vom 7.4.2015

    Die Weltbank, die grösste Institution für Entwicklungshilfe, hat Anfang März zugeben müssen, durch Projekte Millionen von Menschen umgesiedelt zu haben. Deren Präsident, Jim Yong Kim, versprach Besserung. Doch damit ist kaum zu rechnen.

    Die Weltbank ist dabei, ihre eigenen Umwelt- und Sozialstandards aufzuweichen, aus Angst vor der wachsenden Konkurrenz.

    Maren Peters