Der Kunde wird zum Mitarbeiter

Haben die Registrierkassen im Detailhandel bald ausgedient? Immer mehr Grossverteiler setzen auf Selfscanning. Vom Aussterben sei der Beruf der Kassiererin aber nicht bedroht – zumindest vorerst.

Erleben wir derzeit die Revolution an der Kasse? Immer häufiger wird der Kunde auch gleich zum Kassierer. In rund 300 Filialen setzen Coop und Migros bereits auf das System des Selfscannings.

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Im Trend: Die Detailhändler setzen auf Selfscanning

4:39 min, aus 10vor10 vom 31.3.2015

Hinter «Passabene» oder «Subito», wie die automatisierten Bezahlsysteme bei Coop und der Migros heissen, orten Fachleute für Unternehmensführung oder der emeritierte Arbeitspsychologe Theo Wehner enormes Potenzial.

«Es ist die nötige Technik da, dass der Kunde zum Mitarbeiter wird», sagt Wehner in der Sendung «10vor10». «Das wird dazu führen, dass wird bald keine Kassiererinnen mehr haben werden, diese Jobs werden wegfallen.»

Schleichender Jobabbau?

Selfscanning münde nicht in Stellenabbau, beteuern die Detailhändler. Das zuvor an den Kassen beschäftigte Personal werde stattdessen für andere Aufgaben eingesetzt, etwa bei der Bedienung von Fleisch- oder Käsetheken oder als Berater.

Was sich bei Bankgeschäften oder im Reiseverkehr schon längst etabliert hat, ist auch im Detailhandel im Vormarsch. Zwischen 20 und 40 Prozent der Verkäufe in den mit der neuen Technologie ausgestatteten Filialen werden heute über die Geräte abgewickelt. Tendenz steigend, davon sind die Detailhändler überzeugt.

Wartezeiten an der Kasse sollen also bald der Vergangenheit angehören. Immer mehr Kunden setzen auf Selfscanning, um so Zeit zu sparen. Dieser Trend beobachtet auch Theo Wehner: «Wir sind in einer Individualgesellschaft, das Selbst hat Konjunktur.» Ungeachtet dieser Entwicklung, die Kassiererin werde nicht verschwinden, so die Grossverteiler – zumindest vorerst.