Piëch beendet eine Ära Der langjährige VW-Firmenpatriarch verkauft seine Aktien

Ex-VW-Chef Ferdinand Piëch.

Bildlegende: Ex-Autopatriarch Piëch zieht einen Schlussstrich. Keystone

Der frühere VW-Konzernlenker habe einen Grossteil seiner Anteile an der VW-Dachgesellschaft Porsche SE an Verwandte verkauft, teilte die Finanzholding Porsche SE (PSE) in Stuttgart mit. Der 79-Jährige hielt noch 14,7 Prozent der Aktien mit Stimmrecht – der Börsenwert des Pakets liegt bei rund 1,1 Milliarden Euro. Künftig dürfte sein Anteil schätzungsweise bei unter einem Prozent sein.

Die Anteile gingen an die Familien Porsche und Piëch über, teilte die Finanzholding mit. Bisher hielt Piëch nicht ganz 15 Prozent an der Porsche SE, die ihrerseits die Mehrheit der Stimmrechte am Autobauer VW hält und diesen somit kontrolliert.

Piëch hatte sich zum Verkauf entschlossen, nachdem er sich in den vergangenen Jahren immer stärker zurückgezogen hatte – nicht zuletzt wegen familieninternen Streitigkeiten.

Grosser Player in der Autobranche

Piëch war jahrzehntelang einer der wichtigsten Akteure in der deutschen Autobranche. Er war Vorstandschef von Audi und dann Volkswagen, 2002 rückte er an die Spitze des VW-Aufsichtsrats. Nach einem internen Machtkampf mit dem damaligen Vorstandsboss Martin Winterkorn legte Piëch im April 2015 alle seine VW-Ämter nieder. Nur das Aufsichtsratsmandat bei der Porsche SE blieb ihm.

Bei Volkswagen wurde die Nachricht von seinem Hauptaktionär Porsche SE positiv aufgenommen. «Für uns ist es sicherlich gut, dass es eine Entscheidung gibt», sagte ein VW-Sprecher. Nun gebe es Klarheit. Es sei ein wichtiges Signal der Kontinuität mit den bekannten Hauptanteilseignern.