Der mirakulöse Ölpreis

Krise im Irak, Krieg im Gazastreifen, Syrien und der Ukraine: Die Welt hält den Atem an – Richtig! Die Ölpreise steigen – Falsch! Denn anders als bei früheren Konflikten reagiert der Markt nicht mit Hamsterkäufen. Im Gegenteil: Die Preise sind gefallen. Die Gründe dafür sind vielfältig.

Ölpumpe auf einem Ölfeld in Bahrein.

Bildlegende: Von wegen, Krise und der Ölpreis schiesst nach oben. Aktuell fällt der Preis. Doch wie lange noch? Keystone

Gab es früher irgendwo auf der Welt eine grössere Krise, war die Reaktion des Ölmarktes darauf klar: Die Preise schossen nach oben. Viele Händler kauften Rohöl auf Vorrat. Doch diesmal ist alles anders. Denn es gibt genug Öl auf dem Weltmarkt – die Internationale Energiebehörde spricht sogar von einer Ölschwemme.


Ölpreis trotz Krisen tief. Warum?

1:21 min, aus Heute um Vier vom 08.09.2014

Als wichtiger Grund dafür gilt die steigende Ölförderung in den USA, Kanada und auch Libyen. Zudem sei die Nachfrage auf dem Weltmarkt schwach, sagt Roland Bilang, Geschäftsführer der Erdölvereinigung.

«Die globale Wirtschaft wächst nicht so schnell wie man das erwarten konnte. Das heisst: Die Nachfrage ist eher gedämpft, das Angebot sicher. Das führt zu diesen relativ tiefen Rohölpreisen.» Es sei jetzt interessant zu sehen, wie die OPEC, also die Organisation erdölexportierender Länder, sich verhalten werde, so Bilang.

Die Förderländer wie Saudi-Arabien und Kuweit hätten ein Interesse daran, den Preis zu stabilisieren. Das heisst im Klartext: Sie dürften notfalls die Produktion senken und damit verhindern, dass das Fass Rohöl auch längerfristig unter die 100- Dollar-Marke sinkt.

Allzu viel Zeit dürfen sie sich damit aber nicht mehr lassen. Denn heute sank der Preis pro Barrel erneut um über ein Prozent und liegt aktuell bei knapp 99 Dollar.