Deutsche Nachrichten-Portale appellieren an Vernunft der Leser

«Bitte schalten Sie Ihren Adblocker aus.» So oder ähnlich werden heute viele Surfer auf deutschen Nachrichten-Websites begrüsst. Die sogenannten Adblocker blenden im Internet Werbung aus. Was für den Surfer das Leben angenehm macht, wird für Nachrichten-Portale zum existenzbedrohenden Problem.

Wer viel im Internet unterwegs ist, sieht viel Werbung. Manchmal diskret, oft aber auch nervös, laut und nach Aufmerksamkeit heischend. Nicht wenige greifen deshalb zu Programmen, die Werbungen im Internet einfach ausblenden. Das bekannteste dieser Programme, AdBlock Plus, wurde Ende April zum 200‘000‘000. Mal heruntergeladen.

Inzwischen sind so viele Nutzer mit Werbe-Blockern unterwegs, dass es beispielsweise für Nachrichtenportale zum existenziellen Problem wird. Deutsche Medien-Websites machen in einer gemeinsamen Aktion auf das Problem aufmerksam: Wer heute spiegel.de, zeit.de oder auch IT-Portale golem.de besucht und einen Werbe-Blocker aktiviert hat, sieht zuerst einen grossen Hinweis.

Die Portale machen mit grossen Meldungen auf das Problem aufmerksam: Sie finanzieren sich über Werbung. Die Nutzer selber zahlen nichts für die Inhalte. Die Werbe-Blocker entzögen den Website-Betreibern ihre Existenzgrundlage, heisst es in den Meldungen.

Die Portale schlagen daher einen Kompromiss vor: Nutzer mit Werbe-Blocker sollen eine Ausnahme-Regel für die Portale erfassen. Das bedeutet, dass Werbung auf der betreffenden Website zugelassen wird, sonst aber weiterhin nicht zu sehen ist.