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Wirtschaft Die Baubranche muss arbeiten – am eigenen Ruf

Guter Lohn, gute Aufstiegsmöglichkeiten: Das verspricht ein Beruf im Bau. Trotzdem sehen viele ausgebildete Fachleute im Baugewerbe keine Zukunft und kehren der Branche den Rücken. Ihr fehlen deshalb die Fachkräfte.

Legende: Video Das Image-Problem der Baubranche abspielen. Laufzeit 2:02 Minuten.
Aus Tagesschau vom 22.07.2015.

Die Berufstreue der Bauleute lässt zu Wünschen übrig. Weniger als die Hälfte der Ausgebildeten arbeitet langfristig im Baugewerbe. Nur in der Industrie sowie im Handel und Verkehr wechseln mehr Leute die Branche. Deutlich treuer sind Angestellte in der Verwaltung, dem Gesundheits- und dem Bildungswesen.

Bauunternehmer Josef Wiederkehr versteht das nicht. Die Bauberufe seien doch attraktiv, findet er. Ein Maurer verdiene nach Lehrabschluss im Schnitt 6000 Franken. «Hinzu kommen der dreizehnte Monatslohn, zusätzliche Ferienwochen und die Frühpensionierung mit 60», so Wiederkehr.

Eltern wünschen sich Akademiker

Ueli Büchi, Leiter Berufsbildungspolitik des Schweizer Baumeisterverbands, glaubt, dass die Branche ein Imageproblem hat. Eine Kampagne soll deshalb den «nicht optimalen Ruf der Bauberufe», wie Büchi sagt, aufwerten.

Die Kampagne mit dem internen Arbeitstitel «Bau dich schlau» will Lehrern, die stark in der Berufsberatung tätig seien, die «hochspannenden, guten Arbeits- und Verdienstmöglichkeiten» aufzeigen. Aber auch an die Eltern richtet sich die Image-Offensive des Verbands. «Viele Eltern wollen ihre Kinder in akademische Laufbahnen schicken, obwohl sie bei uns eigentlich am richtigen Ort wären», so Büchi.

Gute Aufstiegsmöglichkeiten

Maurerlehrling Dragan Lovrinovic schätzt die Arbeit auf dem Bau. Er will der Branche treu bleiben. Er möchte nach der Maurerlehre die Vorarbeiterschule machen, dann Polier werden. Diese Aufstiegsmöglichkeiten müssen laut Wiederkehr besser aufgezeigt werden. Denn sie könnten insbesondere jungen Leuten einen grossen Anreiz geben, in der Branche zu bleiben.

Gute Kaderleute seien denn auch «sehr gefragt», so Wiederkehr. Je nach schulischer Leistung und Einsatz könne man nach der Lehre sogar gleich Bauführer werden und die üblicherweise vorgelagerten Stufen des Vorarbeiters und Poliers auslassen.

Wer den Körper schützt, bleibt lange

Dragan Lovrinovic hat es schon immer geliebt, draussen zu sein und sich viel zu bewegen. «Und das ist hier die ganze Zeit der Fall», sagt Lovrinovic. Die körperliche Anstrengung sei am Anfang kräftezehrend, dann gewöhne man sich daran.

Laut Bauunternehmer Wiederkehr verliert das Argument, dass die strenge körperliche Arbeit den Körper verschleissen würde, immer mehr an Bedeutung. «Das Bewusstsein darüber, dass mein seinen Körper schützen muss, ist in den letzten Jahren stark gewachsen.» So könne man als Bauarbeiter auch mit 60 noch fit sein.

6 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Knecht, Torny
    6'600.- pro Monat, keine dreckingen Hände und praktisch Null Risiko für Arbeitsunfall vs. 5'800.- pro Monat, dreckingen Hände und ein Risiko für Arbeitsunfall? Des weiteren, wieviel verdient jemand der über die Kanit und Beruf die Managementleiter aufgestiegen ist und wieviel jemand über eine Lehre auf dem Bau?Das alles spricht für sich.Wie sollte meines Erachtens anfangen qualitativ sehrguten Handerker einen sehr guten Lohn zu zahlen und der Bildungsweg darf kein Hindernis sein für CEO-Stellen.
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    1. Antwort von Sascha Freitag, Thurgau
      Keine dreckigen Hände und Null Risiko wegen eines Arbeitsunfalls? Für so einen langweiligen Job müsste dann schon mindestens der doppelte Lohn bezahlt werden.
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  • Kommentar von M.Kaiser, Rebstein
    Es doch klar dass ein Lohn für einen Baupolier oder Maurer mit 6000Fr einfach kein gerechter Lohn ist . Jeder Baupolier und Baufachmann ist im Minimum 10 000 Fr wert . Von dort aufwärts müssen sich diese Löhne bewegen , wenn jeder Bankenfutzi 8000 Fr bekommt . Ihr Baulöwen hört auf zu jammern und bezahlt endlich zeitgemässe Löhne, dann gehen die Leute nicht ab in andere Branchen. Selbst aber 30 000 bis 50 000 pro Monat einsacken -ich weiss welche Löhne die Jammerer einsacken.
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  • Kommentar von Thomas Kunz, Basel
    Vielleicht liegt es auch daran, dass immer mehr Leute in der Schweiz zur Auffassung gelangen, dass unser Land baulich bereits mehr als genug verschandelt ist. Und man nicht zu denen gehören will, die dieser Entwicklung weiter Vorschub leisten.
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