Die Brics-Staaten und ihre Ziele

Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika – das sind fünf Länder auf vier Kontinenten. Die Brics-Staaten liegen aber nicht nur geografisch, sondern auch kulturell weit auseinander. Ihre Interessen und Ziele in dem losen Bündnis sind deshalb unterschiedlich.

Von links nach rechts: Vladimir Putin (RU), Narendra Modi (IN), Dilma Rousseff (BR), Xi Jinping (CN), Jacob Zuma (ZA).

Bildlegende: Von links nach rechts: Vladimir Putin (RU), Narendra Modi (IN), Dilma Rousseff (BR), Xi Jinping (CN), Jacob Zuma (ZA). Keystone

Sie stellen rund 40 Prozent der Weltbevölkerung und etwa 20 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung – die fünf Brics-Staaten Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika. An Selbstbewusstsein fehlt es Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika also nicht. Oft fehlt es der Gruppe aber an Schlagkraft, weil ihre Interessen so unterschiedlich sind.

Brasilien: neben den USA gross werden

Das südamerikanische Land kann in Brics gut aus dem Schatten der USA treten, ohne eine echte Konfrontation mit der Supermacht zu riskieren. Brasilien hofft wie viele in der Gruppe vor allem auf geopolitische Vorteile. Die Russen nutzten zuletzt auch verstärkt Lebensmittellieferungen aus dem Land, weil der Kreml als Antwort auf die Sanktionen der EU und der USA im Ukraine-Konflikt ein Embargo gegen Westprodukte verhängt hat.

Russland: die asiatischen Märkte erobern

Das Riesenreich sieht sich als treibende Kraft in Brics, um die Zusammenarbeit der fünf Staaten besser zu koordinieren. Dabei geht es vor allem um wirtschaftliche Fragen. Das rohstoffreiche Russland will sich nicht nur die Rüstungsmärkte vor allem in Indien und China sichern, sondern zum Beispiel auch seine Technologie für den Bau von Kernkraftwerken verkaufen.

Indien: schielt auf die Einlagen der Brics-Bank

Die Russen sehen Indien als wichtigen Partner im Streben nach einer multipolaren Weltordnung ohne eine Übermacht des Westens. Für Indien selbst dürfte wohl auch der unverbindliche Charakter von Brics und vor allem die Zusammenarbeit in der Region – auch mit China – interessant sein. Das verarmte Land hofft vor allem auf Investitionen, weshalb Indien besonders auf die neuen Milliardeneinlagen in der Brics-Bank schaut.

China: Gegengewicht zum Westen

Das energiehungrige Land arbeitet nicht nur seit langem eng als Vetomacht im Weltsicherheitsrat mit Russland zusammen, wenn es um ein Gegengewicht zum Westen geht. Ihre wirtschaftliche Zusammenarbeit haben die Nachbarn zuletzt deutlich intensiviert. China will durch die neue Brics-Entwicklungsbank sowie die Asiatische Infrastrukturinvestment Bank (AIIB) Vorhaben wie den Wirtschaftsgürtel Seidenstrasse vorantreiben.

Südafrika: Energiehunger stillen

Das Land stiess als letztes in die Reihe der aufstrebenden Schwellenländer. Es setzt wie andere auch auf den Bau von russischen Atomkraftwerken, um den wachsenden Energiebedarf zu decken. Das Land hat am wenigsten Macht unter den Brics-Staaten, die Partner sehen es aber als wichtiges Tor zum afrikanischen Kontinent.