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Im Zeichen des Freihandels Die Bundespräsidentin startet die «Mission to India»

Heute reist Doris Leuthard nach Indien. Im Schlepptau hat sie eine ungewöhnlich grosse Wirtschaftsdelegation.

Legende: Video Freihandelsabkommen im Fokus des Indien-Besuchs abspielen. Laufzeit 01:55 Minuten.
Aus Tagesschau vom 31.08.2017.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Heute beginnt Bundespräsidentin Doris Leuthard ihre zweitägige Indien-Reise.
  • Es ist der Versuch, wieder etwas Schwung in die Freihandelsverhandlungen zu bringen.
  • Denn die sind derzeit festgefahren – auch, weil die Schweizer Pharmabranche auf umfassenden Patentschutz besteht.

Mit knapp 1,3 Milliarden Einwohnern und einer wachsenden Mittelschicht ist Indien ein interessanter Absatzmarkt für Schweizer Produkte. Das Land ist schon jetzt drittgrösster Handelspartner in Asien. Nach Meinung der Wirtschaft hat es noch riesiges Potenzial.

Es ist denkbar, dass von oberster Seite in Indien etwas Support generiert werden kann.
Autor: Jan AtteslanderEconomiesuisse

Entsprechend gross ist das Interesse an der Indien-Reise von Bundesrätin Leuthard: Mehr als 30 Branchen-Vertreter – und damit ungewöhnlich viel – sind bei der zweitägigen Reise im Schlepptau dabei.

Das Interesse gehe in zwei Richtungen, sagt Jan Atteslander vom Wirtschaftsdachverband Economiesuisse: «Wir wollen aus erster Hand erfahren, was wirtschaftspolitischen Vorstellungen der indischen Regierung in den nächsten drei bis vier Jahren sind. Und wir wollen wissen, wo wir mit den Freihandelsverhandlungen stehen.»

Seit letztem Sommer wird zwar wieder verhandelt, doch die Positionen sind festgefahren. Einer der grössten Streitpunkte ist der Patenschutz. Vor allem die Schweizer Pharmabranche besteht auf umfassendem Schutz, den sie in Indien nicht gewährleistet sieht.

Legende: Video Doris Leuthard in Indien (unkomm.) abspielen. Laufzeit 00:32 Minuten.
Aus News-Clip vom 31.08.2017.

Hoffen auf Tauwetter mit Neu-Delhi

Beim Wirtschaftsdachverband Economiesuisse erwartet man keinen schnellen Abschluss der Freihandelsverhandlungen. Für Atteslander ist klar, dass es noch Geduld brauchen wird: «Es ist aber denkbar, dass von oberster Seite in Indien etwas Support generiert werden kann, damit die Verhandlungen beschleunigt werden können.»

Mit einem Ende der Verhandlungen noch in diesem Jahr rechnet Atteslander nicht. Zu grosse Zugeständnisse will die Schweiz bei den Verhandlungen nicht machen. Man wolle lieber ein gutes Abkommen, auch wenn das länger dauern sollte, heisst es aus Verhandlungskreisen.

Die Wirtschaftsmacht Indien

Text der die Postergrafik beschreibt

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14 Kommentare

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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Es sollte verboten sein, "Entwicklungsländer" als vollwertige Handelspartner anzusehen. Bevor es in einem Land nicht den meisten Menschen einigermassen gut geht und vor allem Vergewaltigungen an der Tagesordnung stehen und es noch "ekelhafte" Hygienestandards gibt, sollten wir nur daran arbeiten. Aber auf keinen Fall "Reiche", die für die miserablen Verhältnisse verantwortlich sind, unterstützen.
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  • Kommentar von Harald Buchmann (Harald_Buchmann)
    Da sollte unser lieber Staat mal den Pharma-Riesen sagen, dass sie sich nicht so schamlos von den Ärmsten der Welt bereichern sollen. Indien unter 10% arbeitslos - was für ein Scherz, wenn man an die hunderten Millionen völlig verarmten Slumbewohner denkt.
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  • Kommentar von sven huper (ichsitzenichtindeinemboot)
    Finde noch interessant dass wir Edelmetalle an erster Stelle von Indien importieren und als dritter stelle Edelmetalle an Indien exportieren, dabei habe ich hier noch nie eine Mine in der nach Metall geschürft wird angetroffen.
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    1. Antwort von Christian Szabo (C. Szabo)
      In der Schweiz sitzen einige der grössten Rohstoffhändler der Welt. Nehme an, dass viel Edelmetall und Edelstein Rohmaterial nach Indien exportiert wird. Zu Hochzeiten wird dort enorm viel gebraucht. Indien exportiert dann vermutlich wieder verarbeitete Ware in die Schweiz. Dort arbeiten sehr viele und teilweise sehr gute Schmuckhandwerker, die auch noch relativ günstig arbeiten.
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