Werbemarkt Schweiz Die digitale Werbekasse klingelt

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Schweizer Wirtschaft dürfte im laufenden Jahr etwa gleich viel Geld für Werbung ausgeben wie letztes Jahr. Dies zeigt eine Umfrage des Schweizer Werbe-Auftraggeberverbands.
  • Immer mehr Geld fliesst in die Onlinewerbung und die sozialen Medien.
  • Das Fernsehen dürfte weiter von viel Werbung profitieren. Den Zeitungen prognostiziert der Verband jedoch erneut weniger Einnahmen.

Rund fünf Milliarden Franken gaben Schweizer Unternehmen letztes Jahr für Fernsehwerbung, Inserate und Onlinewerbung aus. Mehr Geld werde es auch im laufenden Jahr kaum sein, sagt Roland Ehrler, Direktor des Werbe-Auftraggeberverbands: «Man muss damit rechnen, dass mit gleich viel Geld ausgekommen werden muss. Das Geld wird sich aber anders verteilen.»

Zwölf Prozent der Werbegelder fliesst in digitale Kanäle

Mehr Geld fliesst in digitale Kanäle. Mit Werbebotschaften auf dem Smartphone und über soziale Medien erreicht die Werbewirtschaft ihre potenziellen Kunden immer öfter ganz direkt und ohne Umweg über herkömmliche Medien. Unterdessen fliessen schon etwa zwölf Prozent der Werbegelder in digitale Kanäle, Tendenz steigend. Die Credit Suisse zum Beispiel wird ihr Werbebudget im laufenden Jahr nicht erhöhen, aber steckt einen grösseren Anteil davon in digitale Angebote.

«  Wir müssen davon ausgehen, dass die Talsohle bei Print noch nicht erreicht ist »

Roland Ehrler
Direktor Werbe-Auftraggeberverband

Zeitungen verdienen erneut weniger

Medien wie Fernsehen, Radio und Zeitung bleiben wichtig, aber es gibt Unterschiede: Für die Zeitungen dürfte es weniger Werbegelder geben, sagt Roland Ehrler: «Wir müssen davon ausgehen, dass die Talsohle bei den Zeitungen noch nicht erreicht ist.»

Fernsehenwerbung bleibt attraktiv

Weniger schlecht sieht es für das Fernsehen aus, das in den letzten Jahren seinen Anteil an den Werbeeinnahmen leicht erhöhen konnte. Das Fernsehen dürfte auch im laufenden Jahr etwa ein Drittel der Werbegelder erhalten. Die Werbeauftraggeber sind sich einig: Wer eine grosse Reichweite erzielen will, kommt auch künftig um das Fernsehen nicht herum.