Die EZB macht nichts

Alles bleibt beim Alten: Trotz der extrem niedrigen Inflation hält die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins im Euroraum bei 0,25 Prozent.

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Bildlegende: Auch wenn nicht alles rosig ist: Die EZB macht vorerst nichts. Keystone

Eine Mehrheit der Ökonomen hatte mit dem Entscheid des EZB-Rates gerechnet. Und das, obwohl es auch Gründe für eine erneute Zinssenkung gegeben hätte. Denn im März war die Jahresteuerung im Euroraum auf 0,5 Prozent gesunken – der niedrigsten Stand seit mehr als vier Jahren. Der Wert liegt deutlich unterhalb der Zielmarke der EZB von knapp unter 2,0 Prozent.

Der seit Monaten geringe Preisauftrieb schürt Sorgen vor einer Deflation, also einer Abwärtsspirale der Preise quer durch alle Warengruppen. Unternehmen und Konsumenten könnten dann Investitionen und Anschaffungen in der Erwartung weiter sinkender Preise hinauszögern. Das könnte die ohnehin noch fragile Erholung der Konjunktur in Europa abwürgen.

Dennoch verweisen Experten darauf, dass die Konjunktur im Euroraum allmählich in Fahrt kommt. Das stärke den Preisauftrieb. Ohnehin dürfte die Inflationsrate schon im April wieder anziehen, meint etwa Commerzbank-Ökonom Christoph Weil: «Durch die späte Lage von Ostern in diesem Jahr werden insbesondere die Preise für Pauschalreisen im April stärker steigen als im Vorjahr.» Auch der Effekt des milden Winterwetters laufe aus.