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Wirtschaft Die Geldhäuser haben sich durchgesetzt

Der Hypothekarmarkt der Schweiz braucht Abkühlung. Doch der Nationalbank sind die Hände gebunden, sie kann die Zinsen nicht erhöhen. Die Behörden setzen weiter auf die Selbstregulierung der Banken. Damit konnten sich diese in zentralen Punkten durchsetzen.

Symbolbild: Häuser im Bau mit Krähnen.
Legende: Der Bauboom dürfte vorerst weitergehen, die Zinsen bleiben rekordtief. Keystone

Übermorgen wird die Nationalbank ihren neusten Bericht zur Stabilität des Finanzplatzes vorlegen. Erneut wird die Schweizerische Nationalbank (SNB) vor den Gefahren warnen, die auf dem Hypothekarmarkt lauern.

Sie kann diese nur theoretisch mit höheren Leitzinsen bekämpfen, denn in der Praxis können die Leitzinsen der SNB derzeit auf keinen Fall steigen. Das würde den Franken zum Euro noch stärker machen - und das wäre Gift für die Wirtschaft.

Freiwillige Selbstbeschränkung muss reichen

«Die Hände sind gebunden betreffend Zinsen», sagt auch Mark Branson, der neue Chef der Finanzmarktaufsicht Finma. Er pocht darauf, dass die Banken von sich aus weniger Eigenheim-Kredite vergeben. Die Antwort heisst Selbstregulierung: Eine Art freiwillige Selbstbeschränkung der Banken bei der Kreditvergabe auf Druck der Behörden.

Das gab es erstmals schon vor zwei Jahren. Damals lenkten die Banken ein: Sie verschärften ihre Anforderungen an die Kreditnehmer. Sie verlangten beispielsweise mehr Eigenmittel von den Schuldnern. Und sie stimmten zu, dass die Kredite innerhalb von 20 Jahren wenigstens teilweise zurückbezahlt werden müssen. Die Kredite stehen zu lassen, um sie von den Steuern abziehen zu können, das geht seither nur noch in begrenztem Mass.

Finma möchte schärfere Massnahmen

Neuerdings verlangt die Finma aber eine noch einschneidendere Selbstregulierung. Anfang Jahr hiess es zunächst sogar, die Banken müssten von sich aus künftig fünf Prozent Zinsen für Hypotheken verlangen. Also rund doppelt so viel, wie Häuserkredite derzeit kosten. Das Argument: Nur bei hohen Zinsen von fünf Prozent würden die Kreditkunden die tatsächlichen Risiken zu spüren bekommen, die mit dem Schuldenmachen verbunden sind.

Doch damit stiess die Finma auf Widerstand. Erbost verabschiedete sich die Bankiervereinigung vom Verhandlungstisch. Dies bestätigt Mediensprecherin Daniela Flückiger gegenüber Radio SRF. Offiziell will es zwar niemand zugeben: Doch in der Branche ist bekannt, dass die Forderung nach einem Mindestzinssatz von fünf Prozent bei neuen Hypotheken vom Tisch ist. Damit ist der Weg frei für einen Kompromiss.

Freude bei Hauseigentümern und Banken

Das freut Ansgar Gmür, den Direktor des Hauseigentümerverbands. Er vertritt die Sicht der Hypothekar-Schuldner, also Hausbesitzer. Offenbar kann auch Finma-Chef Branson mit dem Kompromiss leben, der sich abzeichnet. Denn auch er zieht es vor, wenn die Banken von sich aus handeln. Dann muss er nicht hart mit staatlicher Regulierung eingreifen. Denn die Finma sei keine Behörde, die gerne reguliere – nur wenn es nötig sei.

Derzeit bieten die Banken an, die Frist für die teilweise Rückzahlung der Kredite – im Fachjargon Amortisation – von 20 Jahren zu verkürzen, auf beispielsweise 15 Jahre. «Ich glaube, das wäre eine sinnvolle Massnahme», sagt Finma-Chef Branson. Ob sie ausreiche, falls eine neue Dynamik in den Wohneigentums-Markt komme, wisse man allerdings heute nicht.

Schon jetzt ist aber klar: Die Banken unternehmen weniger, als sich Nationalbank und Finma gewünscht hätten. Ihre harte Verhandlungstaktik dürfte dazu geführt haben, dass das Problem der Hypothekarkredit-Blase noch längere Zeit bestehen bleibt.

3 Kommentare

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  • Kommentar von N. Humke, Koblenz
    Das ist ein hausgemachtes S. Problem, bei dem nur die Banken durch das nicht zurückzahlen des Kredites ( Zinsen) und der Staat durch die Haussteuer profitiert. In D. braucht's 30% Eigenkapital und muss den Kredit meist innerh. 25 Jahren abbezahlt haben. Meist gehts in 15 Jahren. Und Steuern zahlt man kaum. Wenn irgendwann mal die Zinsen steigen, klappt das S. Model wie ein Kartenhaus Auch das moralische Man vererbt seinen Kindern Schulden- wie sollen die begreifen das Schulden negativ sind.
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  • Kommentar von R.Käser, Zürich
    Weg von hedonischen Bewertungsmethoden und zurück zu Realbewertungen von Liegenschaften. Nur noch Realwerte sollten finanziert werden - aber das werden die Banken nicht selbstregulierend tun. Unsere Regierung glaubt auch an einen Blutwurst bewachenden Dobermann der auf den Biss in die Blutwurst selbst regulierend verzichtet.
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  • Kommentar von K.D.Waldeck, Bellinzona
    Warum wird die Eigenkapitalquote nicht nochmals angehoben ? Z.B. auf 25% .... Wenn schon der Zinssatz nicht angefasst wird, sollte diese Massnahme doch sicher zu einer Reduktion der Hypokreditaufnahmen führen, und zumindestens die Kreditsumme reduzieren !
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