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Wirtschaft Die horrenden Kosten des globalen Terrorismus

Terrorangriffe wie jener in Paris verursachen grosses Leid. Sie führen aber auch zu hohen Kosten. Viele Länder stellen riesige Summen für Sicherheitsmassnahmen zur Verfügung. Doch ausschliessen lassen sich Bluttaten nicht. Das hat für die Gesellschaft einschneidende ökonomische Folgen.

Karikatur, die ein Gewehr zeigt.
Legende: Ist die Bevölkerung nach Terror-Akten emotional aufgewühlt, tut sie sich schwer damit, Risiken richtig einzuordnen. Reuters

Staaten können noch so viel Geld zur Terrorismus-Bekämpfung aufwenden, ganz lassen sich Anschläge nicht vermeiden. Das haben die schrecklichen Ereignisse in Paris letzte Woche wieder gezeigt. Das bewies aber auch etwa das Attentat auf den Boston-Marathon vor zwei Jahren.

Die USA hatten nach den Flugzeug-Angriffen auf ihr Land vom 11. September 2001 immense Summen freigesetzt, um gegen Terroristen vorzugehen. Laut Wirtschaftsprofessor Tim Krieger von der deutschen Universität Freiburg schätzen Studien die Ausgaben für die Kriege in Afghanistan und Irak auf circa 16 Milliarden Dollar – monatlich. Trotzdem blieb Amerika verwundbar. Sind diese Gelder also sinnlos ausgegeben worden?

Legende: Video Tim Krieger zu den Folgekosten von Terrorismus abspielen. Laufzeit 03:43 Minuten.
Aus ECO vom 12.01.2015.

Die Frage ist heikel, denn um menschliches Leben zu bewahren, sollte kein Preis zu hoch sein. Doch wie hoch der Preis letztlich ist, lässt sich nicht beantworten: Wie viele terroristische Akte die USA vereiteln konnten, kann niemand sagen. Was jedoch klar ist: Das Geld, das für die Terrorismus-Bekämpfung aufgewendet wird, führt zu Budget-Umwälzungen.

Sprich: Es fehlt anderswo. Diese Verlagerungen findet Tim Krieger dann «problematisch», wenn sie zu einer «überbordenden Sicherheitsindustrie und -bürokratie» führen. «Dann ist es ineffizient, dann macht es ökonomisch keinen Sinn mehr», so der Leiter eines Forschungsteams, das die wirtschaftlichen Auswirkungen des globalen Terrorismus untersucht.

Falsche Risiko-Einschätzung

Die zusätzlichen Beträge zur Abwehr von terroristischen Übergriffen in den USA sind Folgekosten. Sie entstanden aufgrund von Meinungs- und Verhaltensänderungen nach 9/11. Die Mehrheit der Bevölkerung verlangte von der Regierung verschärfte Sicherheitsvorkehrungen – oder begrüsste sie zumindest.

Folgekosten gab es jedoch auch, weil die Menschen dem Flugzeug nicht mehr trauten und selbst für längere Reisen innerhalb der USA das Auto nahmen. Diese Ausweichreaktion führte gemäss Tim Krieger unmittelbar nach 9/11 zu «über 300 zusätzlichen Verkehrstoten pro Monat», weil sich auf den Strassen markant mehr Unfälle ereignet hatten.

Sind Menschen emotional aufgewühlt, tun sie sich oft schwer damit, Risiken richtig einzuordnen. Aus Angst, selber Opfer eines Terroranschlags zu werden, überschätzten die Amerikaner diese geringe Gefahr – und blendeten gleichzeitig aus, um wie viel höher die Wahrscheinlichkeit ist, mit dem Auto zu verunglücken.

Wenn Investoren und Touristen ausbleiben

Legende: Video Wie könnte Terror-Akten der Boden entzogen werden? abspielen. Laufzeit 01:09 Minuten.
Aus ECO vom 12.01.2015.

Folgekosten entstehen auch, wenn nach einem Terror-Anschlag Touristen und Investoren dem betroffenen Land den Rücken kehren. Besonders einschneidend ist dies bei Staaten oder Regionen, die mit einer anhaltenden Unsicherheitslage zu kämpfen haben, wie einst etwa Nordirland oder das Baskenland.

Die Vielzahl und Dauer der Folgekosten bringen es mit sich, dass sie die Schadenssumme, die der Anschlag selbst auslöst, meist um ein Vielfaches übersteigen. Unter diese direkten Kosten fallen Zerstörungen an der Infrastruktur wie Gebäude oder Verkehrsmittel – und, das Schlimmste, der Verlust an menschlichem Leben.

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13 Kommentare

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  • Kommentar von M. Fischer, Buchs
    Den Terrorismus Bekämpfen JA! Die Frage ist bloss: Wer ist der Terrorist der Bekämpft werden muss? Die Frage muss erlaubt sein, auch mit deswegen weil es sich bei den "Terrorgruppen" aus Ost um Widerstands- und Befreiungsbewegungen handelt. Als von der US Propaganda überflutete Christen steht es ja ausser frage dass der „religiöse Terrorismus“ aus dem Osten kommt. Oder doch nicht? Und was ist mit dem (Ethnisch-)Nationalistischen Terrorismus? ..den kennen die Amerikaner wohl auch nicht.
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  • Kommentar von D. Eber, Rheinfelden
    Solange die Regierungen mit ihrem Sozialen nicht durchgreift wird sich nichts an dem Terror änderen, auch keine weiteren Milliarden... Wenn man endlich Fremtenfeidlichkeit, Menschenrecht, diskriminierung und Rassismus aus dem weg geschaft hat, dann kann man eine Lösung finden und dem Terror einhalt gebieten. Doch solange die Sozialen am Ruder sind, geht das nicht.
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  • Kommentar von H. Bernoulli, Zürich
    Was für ein oberflächlicher, der US-Propaganda völlig unkritischer Artikel. Der Irak hatte mit 9/11 nachweislich nichts zu tun! Also können die Kosten des Irakkrieges nicht zu den Kosten für die Terrorbekämpfung gezählt werden. Schon eher zu den Kosten des westlichen Terrors zweck Machterhalt/-ausweitung/-demonstration.
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