Die Schweiz ist das wettbewerbsfähigste Land der Welt

Die Schweiz baut ihre Siegesserie aus: Zum achten Mal hintereinander ist sie das wettbewerbsfähigste Land der Welt, wie die alljährliche Studie des WEF feststellt. Dahinter folgen Singapur und die USA.

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Schweiz wettbewerbsfähigstes Land der Welt

1:48 min, aus Tagesschau vom 28.9.2016

Kein Land der Welt ist so wettbewerbsfähig wie die Schweiz: Zu diesem Schluss kommt der globale Wettbewerbsbericht des Weltwirtschaftsforums (WEF).

Gegenüber dem Vorjahr habe sich die Schweiz gar leicht verbessert: Mit 5,8 Punkten auf der Skala von 1 bis 7 hat sie den höchsten Punktestand seit 2007 erreicht. Im Bericht wurden 138 Länder untersucht.

Die Schweiz liegt bei vier der zwölf Oberkategorien an der Spitze und bei elf der zwölf Kategorien ist die Schweiz in den Top 10.

Arbeitsmarkt ist effizient

Einzig bei der Marktgrösse ist das Land naturgemäss abgeschlagen auf Platz 39 von 138 Ländern. Spitze sei die Schweiz bei der Effizienz des Arbeitsmarkts, beim direkten Geschäftsumfeld und den Geschäftsmodellen von Unternehmen, bei der Innovation sowie zum ersten Mal bei der technologischen Bereitschaft.

Die Schweiz habe wohl eines der fruchtbarsten Innovationsökosysteme, hielt das WEF fest.

Mehrere Schwachpunkte

Auch das politische System und die Infrastruktur seien förderlich, die Hochschulen und Universitäten seien herausragend. Gleichzeitig vermöge die Schweiz die besten Talente anzuziehen. Vorteile seien auch die zahlreichen Grosskonzerne, das dichte Netz an KMU sowie die enge Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft.

Relative Schwachpunkte der Schweiz seien die hartnäckige Deflation sowie der Mangel an Wettbewerb, schreibt das WEF. Auch bestünden Hürden für Firmengründer, relativ hohe Eintrittsbarrieren in den hiesigen Markt sowie eine im internationalen Vergleich tiefe Beteiligung von Frauen am Arbeitsmarkt.

Mehr Handelshemmnisse

Auf globaler Ebene stelle der in den letzten zehn Jahren gesunkene Offenheitsgrad von Volkswirtschaften ein Risiko für die Weltwirtschaft und die Innovation dar, so der Bericht weiter. Schuld am Abwärtstrend des letzten Jahrzehnts sei in erster Linie die Zunahme von nichttarifären Handelshemmnissen.

Führungspersönlichkeiten müssten den Trend der letzten zehn Jahre umkehren und gleichzeitig für ein Wachstum sorgen, das viele Menschen mitnehme, wird WEF-Gründer Klaus Schwab zitiert. Denn jeder solle die Chance haben, von der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit zu profitieren.

Kritik übt das WEF an der ultralockeren Geldpolitik der grossen Zentralbanken. Die quantitative Lockerung und andere geldpolitische Massnahmen reichten nicht unbedingt aus, um langfristiges Wachstum in den Industriestaaten wieder anzukurbeln. Grundvoraussetzung für den Erfolg des Programms sei vielmehr, dass bereits eine starke Wettbewerbsfähigkeit bestehe.

Die zehn wettbewerbsfähigsten Länder der Welt

LandRang
Schweiz
1
Singapour2
USA3
Niederlande4
Deutschland5
Schweden6
Grossbritannien7
Japan8
Hong Kong
9
Finnland10

Niederlande überholt Deutschland

Hinter der Schweiz folgen auf der Rangliste des WEF Singapur auf Platz zwei sowie die USA auf Platz drei. Fortschritte bei der Wettbewerbsfähigkeit haben die Niederlande gemacht, die Deutschland auf den fünften Platz verdrängt haben. Einen Sprung um drei Plätze machten Schweden (6) und Grossbritannien (7). Das Ergebnis für Grossbritannien basiere allerdings auf Daten aus der Zeit vor der Brexit-Abstimmung, hiess es.

Während mittel- und nordeuropäische Staaten die Top 10 dominieren, hinken die Krisenländer Südeuropas weiterhin weit hinterher. Spanien hat sich zwar um einen Platz auf Rang 32 verbessert, Italien dagegen um einen Rang auf Platz 44 verschlechtert. Portugal rutschte gar acht Plätze auf Rang 46 ab, Griechenland um fünf Plätze auf Rang 86. Damit ist der Aufwärtstrend von Hellas in den letzten Jahren wieder vorbei.

Die 10 wettbewerbsfähigsten Länder Europas

LandRang
Schweiz
1
Niederlande4
Deutschland5
Schweden6
Grossbritannien7
Finnland10
Norwegen11
Dänemark12
Belgien17
Österreich19

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Die Automatisierung hilft der Schweiz

    Aus 10vor10 vom 10.6.2016

    Es ist ein globaler Trend: die Automatisierung der Produktionsprozesse. Dank computergesteuerten Robotern wird auch der teure Wirtschaftsstandort Schweiz für die Produktion wieder attraktiv. Speziell die KMUs profitieren vom Trend.

  • «Schlecht integrierte Flüchtlinge schaden dem Wirtschaftsstand...

    Aus SRF 4 News aktuell vom 19.1.2016

    Die Flüchtlinge und Migranten, die in diesen Monaten nach Westeuropa gekommen sind, müssen hier integriert werden - in die Gesellschaft, und die Arbeitswelt, so die gängige Forderung. Integration über Ausbildung und den Beruf - funktioniert das?

    Der Sozialwissenschaftler und emeritierte Professor Gunnar Heinsohn von der Universität Bremen ist skeptisch, wie er im Gespräch mit Lukas Mäder sagt.

    Lukas Mäder