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Die Teuerung ist zurück Preise in der Schweiz ziehen wieder an

Legende: Audio Warum die Teuerung gut für die Wirtschaft ist abspielen.
2:59 min, aus Rendez-vous vom 08.01.2018.
  • Die durchschnittliche Jahresteuerung (Veränderung zwischen dem Jahresmittel 2017 und dem Jahresmittel 2016) fiel 2017 wieder positiv aus.
  • 2016 lag sie bei -0,4 Prozent, 2015 bei -1,1 Prozent. Das war mit ein Grund für die sehr lockere Geldpolitik der Nationalbank.
  • Die Zunahme sei insbesondere auf gestiegene Wohnungsmieten sowie höhere Preise für Erdölprodukte zurückzuführen, schreibt das Bundesamt für Statistik (BfS).

Im Dezember 2017 blieben die Konsumentenpreise in der Schweiz stabil: Die Teuerung (Landesindex der Konsumentenpreise) war im Vergleich zum Vormonat unverändert. Innert Jahresfrist betrug die Teuerung 0,8 Prozent. Die Jahresteuerung ist seit Januar 2017 wieder positiv, nachdem sie zuvor lange Zeit negativ war.

Das stabile Monatsergebnis für den Dezember 2017 resultiert laut dem BfS aus entgegengesetzten Entwicklungen, die sich insgesamt aufgewogen hätten: Die Preise für Pauschalreisen ins Ausland sowie jene für ausländischen Rotwein sanken. Für Hotelübernachtungen sowie für den Luftverkehr mussten die Konsumenten dagegen mehr bezahlen.

SRF-Redaktor Massimo Agostinis über Teuerung als «Schmiermittel»

«Es gibt zwei Gründe, wieso eine leichte Teuerung begrüsst wird. Wenn die Waren und Dienstleistungen teurer werden, sind wir eher bereit, diese Dinge sofort zu kaufen, als wenn die Preise sinken. Dann warten wir zu und hoffen, dass sie noch billiger werden. Das ist verheerend für eine Volkswirtschaft. Der zweite Grund: Wenn ein Sektor in der Schweiz zu teuer produziert, können die Patrons mit den Gewerkschaften einen Lohnstopp aushandeln. Die Konkurrenten in dem Sektor im Ausland machen diesen Lohnstopp nicht. Dort wird alles ein bisschen teurer. So werden die Schweizer Unternehmen wieder konkurrenzfähig. Deshalb sagt man auch: Eine Teuerung ist eine Art ‹Schmiermittel› für die Volkswirtschaft.»

15 Kommentare

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  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Das ist wieder einmal so unwahrscheinlich wenig, wie das Schmutzbuch über Trump - es beweist nur dass es eine Teuerung wie alle Jahre gibt - die versteckte Teuerung liegt in anderen Faktoren wie -- keinen Zins für Spargelder , keine Lohnerhöhung bei steigender Produktion, Teure Mieten, 5% KK Teuerung, versteckte Abzocke bis zur den 450Fr zu hohen Billag -Zwangsabgaben, hohe Steuern auf Renten und Eigenheim und vieles Anderes mehr . Den Seinen gibt's der Herr im Schlafe !
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    1. Antwort von Thomas Leu (tleu)
      Herr M. Kaiser: Sie schreiben von der Entwicklung des Realeinkommens, nicht von der Preisentwicklung eines durchschnittlichen Warenkorbes für Konsumenten. Das ist eine andere Geschichte.
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    2. Antwort von M. Kaiser (Klarsicht)
      Nein Herr Leu - ich schreibe einzig von der versteckten Teuerung des Warenkorbes - das das Realeinkommen natürlich mit beeinflusst.
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    3. Antwort von Thomas Leu (tleu)
      Um das Realeikommen zu erhalten müssen Sie durch das Preisniveau dividieren. Wenn Sie keine Daten zur Preisentwicklung haben, können Sie auch kein Realeinkommen errechnen. Der Warenkorb des BFS enthält sämtliche Konsumausgaben der Haushalte.
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  • Kommentar von u. Felber (Keule)
    Ist in der Teuerung auch die kk enthalten?
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    1. Antwort von René Balli (René Balli)
      Eben nicht, daher ist der Warenkorb tatsächlich ein Witz.
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    2. Antwort von Thomas Leu (tleu)
      @ u. Felber: Ist enthalten in Gesundheitspflege: 15,215%. Das ist der zweitgrösste von 12 Ausgabenpositionen.
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    3. Antwort von René Balli (René Balli)
      Sie verbreiten eine Falschmeldung, Herr Leu. Die KK ist nicht im Warenkorb zur Berechnung der Teuerung enthalten! Nur die Teuerung der med. Behandlungen werden mit einberechnet, nicht aber die KK Prämien. Die Prämien steigen nicht wegen der Teuerung sondern wegen der Zunahme der Dienstleistungen und Technologien. Das Bild, dass es uns immer besser geht und wir immer mehr Geld in der Tasche haben, ist reine Propaganda und der Warenkorb ist ein Witz!
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  • Kommentar von Benedikt Jorns (Benedikt Jorns)
    Weltweit bekannte Ökonomen empfehlen heute eine Währungspolitik, welche in Richtung einer Inflationsrate von 2% zieht. Wir sind in der Schweiz weit davon entfernt! Gemäss den neusten Schätzungen des Bundesamts für Statistik sinkt unsere Inflationsrate von heute 0,5% auf 0,2% (2018) und schliesslich sogar auf 0,1% (2019). So bleibt unsere Nationalbank weiterhin unter Druck, mit ökonomisch ungünstig wirkenden Negativzinsen den Eurokurs einigermassen im Rahmen zu halten. Das darf nicht sein !
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    1. Antwort von Benedikt Jorns (Benedikt Jorns)
      Der Schweizerfranken ist trotz den Negativzinsen immer noch viel zu teuer. 1,17 SFr. für einen Euro ist nach wie vor unrealistisch. Erst wenn wir Kaufkraftparität erreichen, sind wir konkurrenzfähig in der Produktion. Eine ökonomisch sinnvolle Inflationsrate von 1,5-2% kann nur erreicht werden, wenn die Nationalbank die Geldmenge gezielt erhöht. Die Finanzierung eines Fonds für die langfristige Erhaltung der Infrastruktur wäre die beste Lösung, um die Geldmenge durch die Nationalbank zu steuern.
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    2. Antwort von Thomas Leu (tleu)
      @ Benedikt Jorns: Kennen Sie den Paritätskurs zum Euro? Da gibt es nämlich verschiedene Definitionen. Die Schweiz hat einen Leistungsbilanzüberschuss. So schlimm kann es als nicht sein. Zudem hat die Nationalbank seit der Finanzkrise die Geldmenge massiv erhöht. Noch mehr ist langsam gefährlich.
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    3. Antwort von Benedikt Jorns (Benedikt Jorns)
      @Thomas Leu; Der Paritätskurs zum Euro wird heute von Wirtschaftsbeobachtern ungefähr bei 1,5 SFr. angenommen. Sicher ist er um einiges höher als 1,17 SFr. Unsere Nationalbank erhöht die Geldmenge seit vielen Jahren mit Negativzinsen. Doch wird dies unter Ökonomen nicht sonderlich geschätzt. Zudem wird dadurch die zirkulierende Geldmenge offensichtlich zu wenig vergrössert. Sonst würde sich der Wechselkurs zum Euro ganz anders entwickeln.
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    4. Antwort von Thomas Leu (tleu)
      @ Benedikt Jorns: Wie gesagt, dies ist nur die einfachste Variante, um den "korrekten" Wechselkurs zu berechnen. Es gibt auch adjustierte Versionen der Kaufkraftparität, die beispielsweise die unterschiedlichen Pro-Kopf-Einkommen der Länder mit in die Berechnung miteinbeziehen. Nach diesen Varianten ist der CHF gegenüber dem Euro nur noch um ein paar Prozente überbewertet. Bei einem Kurs von 1.50 CHF/EURO würde die Schweizer Wirtschaft explodieren und die Importe aus dem Euroraum um 25% teurer.
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