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Subventionierte Landwirtschaft Die Trockenlegung der Moore

Vor Jahrzehnten hat die Schweiz Moorböden zu Anbauflächen gemacht. Wozu? Und was wäre, wenn dies ein Ende hätte?

Legende: Video Torfböden: Anbau auf Kosten von Steuerzahlern und Natur abspielen. Laufzeit 01:40 Minuten.
Aus Tagesschau vom 30.01.2017.

Darum geht es. «Meliorationen» heisst es im Fachjargon, wenn die Umwelt in den Dienst der Landwirtschaft gestellt wird. Etwa, wenn Grundstücke zusammengelegt oder Zufahrtwege gebaut werden. Oder wenn Moorböden Wasser entzogen wird. Mittels Drainagen fliesst das aufgestaute Wasser ab und lässt Böden entstehen, auf denen etwa Gemüseanbau möglich ist. Weil es sich bei Torfböden um nährstoffarme Böden handelt, bedingt der Anbau den Einsatz von sehr viel Dünger.

Bauer pflügt Acker.
Legende: Auch Sportplätze in Zürich sind während der «Anbauschlacht» zu Äckern geworden (Bild: 1941). Keystone

Daher kommt das Vorgehen. «Anbauschlacht» lautet das Schlagwort. Während des Zweiten Weltkriegs förderte die Schweiz ihre Selbstversorgung mit Nahrungsmitteln. Der Bund verfügte ein deutliches Wachstum der Ackerfläche. Neben Meliorationen gelang dies auch durch Rodungen und indem Wiesen zu Äckern umfunktioniert wurden. Aus einer Anbaufläche von 183‘000 Hektaren wurden innerhalb weniger Jahre 352‘000.

Deshalb sind Torfböden ein Klimaproblem. Moorböden sind ein wichtiger Speicher für Kohlenstoff. Umgekehrt baut sich auf drainierten Moorböden Torf ab, was einen grossen Ausstoss an Treibhausgasen zur Folge hat. Zudem: Durch die Zersetzung und durch die landwirtschaftliche Nutzung mit schweren Maschinen sacken die Böden ab, pro Jahr um bis zu 2 Zentimeter. In gewissen Gebieten sind von einer mehrere Meter mächtigen Torfschicht heute nur noch wenige Zentimeter übrig.

Deshalb sind entwässerte Moorböden ein Problem für die Natur. An feuchte Verhältnisse angepasste Tier- und Pflanzenarten kommen dort kaum mehr vor. Dazu gehören etwa Libellen, Lurche und gewisse Echsen. Bedeutende Moorregionen in der Schweiz sind, respektive waren, das Berner Seeland, die Linth-Ebene und das St. Galler Rheintal. Wegen seiner Bedeutung hat die Bodenkundliche Gesellschaft der Schweiz (BGS) den Moorboden zum Boden des Jahres 2015 erkoren.

Das wären die Alternativen. Liesse man den Böden ihr Wasser, würden sie wieder zu Moorböden («Vernässung»). Eine andere Möglichkeit wäre eine angepasste landwirtschaftliche Nutzung, etwa durch Wasserbüffel. Allerdings kann eine intensive, dauerhafte Entwässerung dazu führen, dass die Bodeneigenschaften irreversibel verändert werden.

Die Nachteile einer Rückbesinnung: Eine Vernässung der heute landwirtschaftlich genutzten Moorböden im Berner Seeland würde massive Einbrüche bei der landwirtschaftlichen Produktion nach sich ziehen – insbesondere beim Gemüse. Drainerte Moorböden machen ein Fünftel der gesamten Ackerfläche der Schweiz aus.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Michel (Mosses01)
    Im Kt. Fribourg z.B. foutiert man sich mit Nachdruck zu Restwassermengen, dann gehen halt Fische ein - was soll's, was wir brauchen ist Strom... nun will man Moore reaktivieren - wird am Föderalismus scheitern. Wozu brauchen wir Amphibien und anderes Getier - was wir brauchen ist Boden um darauf zu bauen (Wohnungen, Verkehrsflächen, Infrastruktur) um dem anhaltenden Einwanderungsstrom Genüge zu tun - wir müssen halz nur unseren Politikern nachtrotten.
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    1. Antwort von E. Waeden (E. W.)
      Stimmt! Jüngstes Beispiel ist der Autobahnanschluss im Zürcher Oberland, welcher durch ein wertvolles Naturschutzgebiet inkl. Moorlandschaft gebaut werden will. Bis jetzt haben sich Naturschützer erfolgreich dagegen wehren können. Aber die Autolobby mit BR D. L. will diesen Anschluss auf Teufel komm raus durchboxen.
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