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Wirtschaft Die Unia isoliert sich zusehends

Die Unia versammelt sich dieses Wochenende zu ihrem jährlichen Kongress. Mit ihrem konfrontativen Kurs ist sie in den letzten Jahren zur grössten Schweizer Gewerkschaft angewachsen. Doch in der Industrie stösst sie zunehmend auf Widerstand, aber auch bei den Sozialpartnern anderer Sektoren.

Ein einsamer roter Unia-Ballon liegt auf dem nassen Boden.
Legende: Die Unia sieht sich auch innerhalb der Gewerkschaften zunehmend isoliert. Keystone

Der starke Franken setzt der Schweizer Industrie zu. Die vom Export abhängige Maschinen- und Elektroindustrie (Swissmem) erlitt im ersten eine Umsatzeinbusse von 8 Prozent. Die Zahl der neuen Aufträge ging sogar um 17 Prozent zurück. Viele Industrieunternehmen haben reagiert und die Stundenlöhne gesenkt oder sie planen, Stellen ins billigere Ausland zu verlagern.

Dagegen wehrt sich Corrado Pardini, der bei der Gewerkschaft Unia für den Industriesektor verantwortlich ist. «Wollen wir die Lösung finden, braucht es einen grossen sozialpolitischen Pakt zwischen Siwssmem, den Arbeiterverbänden und der Unia.» Davon ist man jedoch weit entfernt. Der Graben verläuft nicht nur zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften. Auch bei den Gewerkschaften sieht sich die kämpferisch auftretende Unia zunehmend isoliert.

Streit mit Angestellte Schweiz

Diesen Frühling etwa, als sich die Sozialpartner der Industrie an einen runden Tisch setzten, um über Auswege aus der Frankenkrise zu diskutieren, war die Unia nicht erwünscht. Das habe sie sich in diesem Fall selbst zuzuschreiben, sagt Christof Burkard vom Verband Angestellte Schweiz. «Sie ist zu wenig lösungsorientiert.»

Das zeige sich auch beim jahrelangen Streit um den Solidaritätsfonds in der Industrie. In diesen bezahlen alle Beschäftigten jedes Jahr 60 Franken ein. Das Geld wird für die Umsetzung des Gesamtarbeitsvertrags eingesetzt. «Alle fünf Arbeitnehmerverbände und der Arbeitgeberverband waren auf dem Weg, die Geschichte mit dem Solidaritätsfonds auf eine sozialpartnerschaftliche Art und Weise zu lösen. Der Unia war das zu wenig. Sie schritt vor die gerichtlichen Instanzen und klagte auf Millionen.»

Das Gericht wird entscheiden

Die Unia wirft dem Verband der Angestellten vor, mehrere Millionen Franken zu viel aus dem Solidaritätsfonds bezogen zu haben. Da brauche es eine Klärung, betont Corrado Pardini: «Wir wollen volle Transparenz und eine vollständige Revision von Angestellte Schweiz. Und so lange das nicht geschieht, blockiere ich sämtliche Geldflüsse zu Angestellte Schweiz.» Nun müssen die Gerichte den Streit zwischen den Arbeitnehmer-Organisationen entscheiden.

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33 Kommentare

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  • Kommentar von Christophe Bühler, 8135 Langnau am Albis
    Berechtig war Unia in alter Zeit, als die Funktionäre noch selber Bauleute und keine Schreibtischtäter waren. Heute kommen die unangekündigt auf die Baustelle, wollen diese schliessen, ohne dass Sie sich erkundigt haben, ob wir eine Sondergenehmigung fürs länger Arbeiten und entsprechend gute Bezahlung haben. Der Chefzimmermann hat Sie dann unter Polizeiandrohung weggewiesen. Das Dach war dann auch ohne UNIA regendicht und wir gingen früher ins Wochenende.
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    1. Antwort von Hanspeter Schwarb, Eiken
      jaja früher war alles besser. Sind Sie froh haben Sie und ihr Chefzimmermann den Auftrag erhalten und nicht die Polnische Firma mit 10 Euro Stundenlohn.Das können Sie nicht zuletzt der UNIA verdanken, welche solche Kontrollen durchführen. Eigentlich wäre das Sache der Kantonalen Behörden. Aber die Mittel für solche Kontrollen wird genau von der SVP verhindert. So können sie weiterhin das Problem politisch bearbeiten und zudem sind viele SVP ler mit Subunternehmen da selber am mitverdienen
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    2. Antwort von Christophe Bühler, 8135 Langnau am Albis
      Kann ja sein, das man die UNIA und andere Gewerkschaften nochmals braucht, kann sein dass die Schreibtischabzocker in Bern noch mal gross rauskommen, aber sicher wie die Soz. internationale oder das Amen in der Kirche ist, das die SVP in den kommenden Wahlen zulegt. Auf meinen/unseren Baustellen hat die UNIA nichts mehr verloren!
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    3. Antwort von Hans König, Häusernmoos
      Als Handwerker "Bützer" würde ich der UNIA nie einen Mitgliederbeitrag zahlen. Deren Funktionäre beziehen fürstliche Honorare aus diesen Geldern und fahren angeschriebene Autos und verteuern die Baukosten durch ihren unprofessionellen Kontrollen. Die UNIA ist für viele links-grüne möchtegern Poliktiger/innen das Sprungbrett in die Politik. Die UNIA ist nicht gegen die Masseneinwanderung und kämpft gleichzeitig für höhere Löhne, das ist Schizonphrenie - die UNIA ist eine linke politische Kraft.
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  • Kommentar von E. Waeden, Kt. Zürich
    Die Unia unterliegt dem Irrtum, dass die arbeitende Bevölkerung sie brauche wie die Luft zum atmen. :-)
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  • Kommentar von P. Fürst, Winterthur
    Eigentlich einfach: Wer anständig bezahlt wird und seine Arbeitsrechte unverletzt weiss, hat eine Gewerkschaft nicht nötig. Faire Löhne zahlen und das Problem löst sich in Luft auf.
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    1. Antwort von M. Kaiser, Rebstein
      @Fürst, die wenigsten Neureichen bezahlen faire Löhne -es geht nur wie ich es geschrieben habe - ihr Vorschlag wurde seit Jahrzehnten gemacht -darüber lachen die Herren nur höhnisch . Und ich weiss dass mein Vorschlag zu 100% umsetzbar ist !
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