Diese «Baustellen» muss CS-Chef Thiam anpacken

Tidjane Thiam ist als neuer Chef der Credit Suisse rund 100 Tage im Amt. Am Mittwoch wird er nun bereits seine neue Strategie für die Schweizer Grossbank präsentieren. Schon jetzt wird viel darüber spekuliert.

  • Eigenkapital: Das finanzielle Sicherheitspolster der CS ist eher dünn. Um die künftigen Kapitalanforderungen gut zu erfüllen, wird Thiam wohl eine Kapitalerhöhung ankündigen. Beobachter sprechen von 5 bis 8 Mrd. Fr.
  • Sparprogramm: Es wird erwartet, dass Thiam den Rotstift ansetzt und die Kosten um weitere 1,5 bis 2 Mrd. senken will. Das könnte er tun, indem er Konzernfunktionen vom Schweizer Hauptsitz in günstigere Regionen verlagert. Das wären schlechte Nachrichten für die Banker am Paradeplatz.
  • Investmentbank: Thiam muss sich überlegen, ob er die Investmentbank verkleinern will. Sie bindet noch immer viel Eigenkapital, obwohl die Renditen aus Investorensicht bescheiden sind. So weit wie die UBS, die ihre Investmentbank massiv verkleinert hat, wird er wohl nicht gehen, denn die CS hat seit je stärker aufs Investmentbanking gesetzt als die UBS.
  • Darüber hinaus sind die Analysten gespannt, ob Thiam auch Änderungen im Top-Management der Bank vornimmt.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Start mit Rückenwind für den neuen Credit-Suisse-Chef Tidjane Thiam. Doch er will mehr.

    Tidjane Thiam und der neue Stil von Credit Suisse

    Aus Echo der Zeit vom 23.7.2015

    Der neue Mann an der Spitze von Credit Suisse hat seinen ersten offiziellen Auftritt gehabt. Anlässlich der Präsentation der guten Zahlen zum 2. Quartal gab sich der 52-jährige französisch-ivorische Doppelbürger Tidjane Thiam als vorausdenkender Teamplayer.

    Jan Baumann