Frauen in Führungspositionen Diese Firmen haben keine Frauen in den Chefetagen

Der «Schillingreport» zeigt: Bei 11 von 100 Unternehmen gibt es keine Frau im Verwaltungsrat und in der Geschäftsleitung.

Der Frauenanteil in den Geschäftsleitungen der 100 grössten Unternehmen in der Schweiz stieg im vergangenen Jahr von 6 auf 8 Prozent. Das zeigt der jährlich veröffentlichte «Schillingreport».

Demnach sind in 11 der untersuchten Unternehmen keine Frauen im Verwaltungsrat und in der Geschäftsleitung anzutreffen. Radio SRF hat diese Unternehmen angeschrieben und um eine schriftliche Stellungnahme gebeten. Auf die Anfrage haben sieben Unternehmen reagiert, vier schwiegen.

Arbonia AG

«Die Arbonia hat in den letzten vier Jahren keine Wahl in den Verwaltungsrat durchführen müssen. Selbstverständlich werden bei einer nächsten Wahl auch Frauen berücksichtigt. Da wir als Gebäudezulieferer stark produktionsorientiert sind und sich unsere Werke unter anderem in der Slowakei, Tschechien und Polen befinden, ist die Vereinbarkeit von Beruf, respektive Mitglied der Konzernleitung, und Familie eher schwierig. Dennoch gibt es Abteilungen bei Arbonia, die von Frauen geführt werden. Auch in den Arbonia-Gesellschaften sind Frauen in Führungsgremien vertreten.»

Fahnen vor dem Arbonia-Hauptsitz.

Bildlegende: Arbonia will bei der nächsten Wahl in den Verwaltungsrat auch Frauen berücksichtigen. Keystone

Autoneum Holding AG

«Zwei Mitglieder der erweiterten Geschäftsleitung von Autoneum sind Frauen. Auch die Führungsgremien der Divisionen sind mit Frauen besetzt, darüber hinaus beschäftigt das Unternehmen Frauen als Werksleiterinnen. Entsprechend bedauert Autoneum, dass bisher keine Position in der sechsköpfigen Geschäftsführung mit einer Frau besetzt werden konnte. Dies liegt einerseits darin begründet, dass der Anteil von Frauen in der produzierenden Industrie grundsätzlich niedrig ist und andererseit an den erforderlichen Qualifikationen. Diese sind bei Autoneum unabhängig vom Geschlecht ausschlaggebend für die Stellenbesetzung.»

Autoneum-Schriftzug auf Gebäudedach.

Bildlegende: Der Auto-Zulieferer Autoneum hat seinen Hauptsitz in Winterthur. Keystone

Bobst-Gruppe

«Wir hatten vor einigen Jahren eine Frau im Verwaltungsrat. Im Ingenieur-Bereich gibt es sehr wenige Kandidatinnen auf Ebene Verwaltungsrat oder Geschäftsleitung. Heute haben wir bei der Bobst-Gruppe keine Frau in diesen Gremien, dafür sind einige Positionen im oberen Management mit Frauen besetzt.»

Produktionshalle der Bobst Gruppe

Bildlegende: Die Bobst Gruppe stellt Maschinen und Anlagen für die Verpackungsindustrie her. Keystone

Burkhalter Holding AG

«Die Gleichbehandlung von Frauen und Männern ist uns in der Burkhalter Gruppe sehr wichtig. Dass in der Geschäftsleitung und im Verwaltungsrat keine Frauen vertreten sind, ist ein Zufall. Beide Gremien sind sehr schlank, alle erforderlichen Fachrichtungen sind vertreten. Sollte sich eine Vakanz ergeben, sind wir selbstverständlich auch für Frauen in der Geschäftsleitung und im Verwaltungsrat offen.»

Burkhalter-Schriftzug, im Hintergrund ist ein Gebäude erkennbar.

Bildlegende: Die Burkhalter Holding AG ist ein Schweizer Elektroinstallations-Unternehmen mit Sitz in Zürich. Keystone

Phoenix Mecano AG

«Unser Verwaltungsrat ist seit 2003 in dieser Form zusammengesetzt. Es handelt sich um ein perfekt eingespieltes Team und es gab bisher keinen Grund, jemanden auswechseln zu müssen. Sollte künftig aber ein Sitz frei werden, würden wir selbstverständlich auch geeignete Kandidatinnen zum Gespräch einladen. Man darf nicht vergessen, dass jährlich gerademal rund 10 Prozent der Master-Absolventen an der ETH Zürich Frauen sind. Auch wir würden uns wünschen, dass sich mehr Frauen für Ingenieurwissenschaften interessieren.»

Auschnitt der Website von Phoenix Mecano

Bildlegende: Das Technologieunternehmen Phoenix Mecano ist in den Bereichen Gehäusetechnik und industrieller Komponenten tätig. Keystone

Schmolz + Bickenbach AG

«Schmolz + Bickenbach sieht in der Diversität von Verwaltungsrat, Konzernleitung, Kader, aber auch aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einen grossen Vorteil. Entsprechend bemühen wir uns mit einer globalen Beschäftigungspolitik um eine vielseitige Belegschaft. Wir selektieren, beschäftigen und fördern auf allen Stufen – Verwaltungsrat und Konzernleitung eingeschlossen – aber allein auf Grundlage der Qualifikationen und Fähigkeiten für die zu leistende Arbeit.»

Firmengebäude mit dem Firmenlogo Schmolz + Bickenbach.

Bildlegende: Schmolz + Bickenbach ist in der Stahlbranche tätig. Keystone

SFS Holding

«Im Management der Schweizer Divisionen von SFS beträgt der Frauenanteil rund 11 Prozent. An der kommenden Generalversammlung beantragt der Verwaltungsrat die Wahl einer Frau in den Verwaltungsrat. Damit wird der Frauenanteil im Verwaltungsrat künftig bei 17 Prozent liegen.Die Rekrutierung von Frauen insbesondere auf Management-Stufe ist in unserem stark technisch geprägten Umfeld immer noch eine grosse Herausforderung.»

Gebäude mit Firmenlogo auf dem Dach.

Bildlegende: Die SFS Holding stellt mechanische Befestigungssysteme und Präzisionskomponenten her. Keystone

Folgende Unternehmen haben auf die Anfrage von Radio SRF nicht reagiert:

  • Franke Holding
  • Gategroup
  • Mövenpick Holding
  • Rieter Holding

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Chefinnen

    Aus 10vor10 vom 7.3.2017

    Eine Frau als Chef ist momentan noch ein Bild, das selten zu sehen ist. Trotz Chancengleichheit tun sich immer noch viele Schweizer Unternehmen schwer, wenn es darum geht, weibliche Führungskräfte zu finden. Zwei neu veröffentlichte Studien zeigen warum und wie es in Zukunft aussehen wird.