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Wirtschaft «Discount-König» Karl Albrecht gestorben

Der vermutlich wohlhabendste Deutsche ist tot. Aldi-Mitbegründer Karl Albrecht starb vergangenen Mittwoch im Alter von 94 Jahren. Doch sein Tod wurde allerdings erst heute bekannt. Und das ist bei diesem Mann kein Zufall.

Legende: Video Aldi-Mitbegründer Albrecht gestorben abspielen. Laufzeit 1:24 Minuten.
Aus Tagesschau vom 21.07.2014.

Karl Albrecht starb so zurückgezogen und still wie er gelebt hatte. Als sein Tod am frühen Montagnachmittag bekannt wurde, war er schon begraben. Keine Kameras, kein Aufhebens.

Von diesem fast 20 Milliarden Euro schweren Mann weiss man eigentlich nur, dass er vergleichsweise bescheiden gelebt hat – den Besitz eines Autos soll er einmal als «seinen Luxus» bezeichnet haben – und dass er ab und zu auf seinem firmeneigenen Golfplatz einige Bälle schlug. Er soll auch Orchideen gezüchtet haben, aber schon das ist nicht gesichert. Bilder von ihm gibt es nur wenige, Interviews gab er grundsätzlich nie, genauso wenig wie sein Bruder, der 2010 verstorbene Theo.

Schritt um Schritt zum Imperium

Die beiden Brüder hatten nach dem Krieg den Bäckereiwarenladen ihrer Eltern in Essen übernommen und das Geschäft – Filiale für Filiale – zu einem riesigen Discount-Einkaufs-Imperium für Lebensmittel ausgebaut. Ihr Rezept: wenig Produkte anbieten, aber das in grossen Mengen und damit vor allem billiger als die Konkurrenz. Nur Selbstbedienung – damals revolutionär – kleines Sortiment. Die Ware wird noch heute häufig gleich auf den Transport-Paletten schachtelweise angeboten.

Zu Beginn der Sechziger-Jahre trennten die beiden Brüder ihr Geschäft auf: Karl betrieb fortan «Aldi Süd», Theo «Aldi Nord». Beide taten dies mit enormem Erfolg. Umsatzzahlen waren und sind zwar nicht bekannt, die beiden Konzerne gingen nie an die Börse, auch nicht nachdem sie ins Ausland expandiert hatten. Karl Albrechts Aldi-Süd breitete sich vor allem nach Österreich und in die Schweiz aus, vor allem aber in die USA. Insgesamt betreibt «Aldi» – kurz für «Albrecht-Discount» – weltweit 9000 Filialen mit 100'000 Mitarbeitenden.

Umstrittene Geschäftspraktiken

Aldi revolutionierte die gesamte Handelslandschaft nicht nur in Deutschland. Ob zum Besseren ist und bleibt umstritten. Ihre sehr zahlreichen Anhänger bezeichnen die Aldi-Läden als die Retter der kleinen Leute, die nirgends sonst so günstig zum Lebensnotwendigen kamen wie bei Aldi. Kritiker bezeichnen die Aldi-Ketten als Vorreiter der «Geiz ist geil»-Mentalität. Als die grossen Killer der kleinen Einkaufsläden in den Stadtzentren. Und als gnadenlose Preisdrücker gegenüber den Produzenten, vor allem in der Landwirtschaft.

Auch die fast vollständige Geheimhaltung aller Geschäftspraktiken und -zahlen gaben immer wieder Anlass zu Kritik. Insbesondere ist immer wieder von einem fragwürdigen Firmen-internen Überwachungssystem die Rede.

Ein einziges Mal gerieten die beiden Brüder in die Schlagzeilen. Als Theo 1971 entführt wurde und Karl ihn gegen ein Lösegeld von 7 Millionen Mark freikaufen musste. Karl Albrecht hatte einen Sohn und eine Tochter, die beide im Betrieb engagiert sind.

SRF 4 News, 15 Uhr; webk; rufi

Aldi in der Schweiz

Seit 2005 hat der Discounter in der Schweiz 165 Filialen eröffnet. Sie gehören zu Aldi-Süd. Der Umsatz pro Verkaufsstelle soll bei zehn Millionen Franken pro Jahr liegen.

Aldi Suisse verhält passt sich dem Schweizer Preisniveau an. Die Angst vor Dumpinglöhnen der Angestellten und Lieferanten-Erpressung ist bisher unbegründet.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von marianne marty, buch
    weshalb wurden meine Beiträge, heute um ca. 13.25 Uhr nicht veröffentlicht?
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    1. Antwort von SRF News Online
      Danke für Ihre Nachfrage. Die Antwort: Weil Ihr Nachnamen nicht angegeben war.
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  • Kommentar von Timo Sandner, Genf
    Ein Mann der großes in seinem Leben vollbracht hat und damit nie angegeben hat ist gestorben. Wie reagiert der SRF auf diese Todesnachricht? Man räumt kritischen Äusserung grossen Umfang an der Berichterstattung ein. Mit meiner Vorstellung von Pietät hat dies nichts mehr zu tun. Man stelle sich nur einmal vor, was in der Schweiz los gewesen wäre, wenn Herr Albrecht ein Schweizer gewesen wäre und die deutschen öffentlich-rechtlichen Medien kurz nach dessen Tod so über ihn berichtet hätten.
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  • Kommentar von Michael Urban, D 77654 Offenburg
    Die Brüder Albrecht haben mit ihrem seit 1946 durchgehaltenen und klug weiter entwickeltem Geschäftskonzept, die Nachahmer-Effekte dazugerechnet, mehr für die Lebensqualität des deutschen Durchschnittsverdieners in den letzten sieben Jahrzehnten getan als alle Sozialpolitiker und Gewerkschaften zusammen. Und für die Stabilität einst der D-Mark mehr als die Notenbank und alle Tarifpartner. Bis jetzt klappt es auch beim Euro noch einigermaßen
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