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Wirtschaft «Draghis Medizin könnte sogar das Gegenteil bewirken»

Die Europäische Zentralbank geht aufs Ganze: Der Leitzins bei null, höhere Strafzinsen für die Banken und die Ausweitung des Anleiheprogramms sollen die Wirtschaft in der Eurozone ankurbeln. Nur: Geht der Plan von EZB-Präsident Draghi auf? SRF-Wirtschaftsredaktor Iwan Lieberherr hat seine Zweifel.

Euro-Zeichen am Sitz der EZB in Frankreich
Legende: Euro-Zeichen am Sitz der EZB in Frankreich Reuters

Man hat erwartet, dass die Geldpolitik weiter gelockert wird, um die Wirtschaft anzuschieben. Was die EZB aber heute beschlossen hat, geht sehr viel weiter.

Ob Draghis Medizin besser wirkt, wenn einfach die Dosis erhöht wird, ist zu bezweifeln. Die Medizin könnte sogar das Gegenteil bewirken – sie könnte die Verunsicherung in der Wirtschaft und auch bei den Privatkonsumenten noch steigern, das Vertrauen in eine Erholung weiter schwächen.

Dann wird erst recht nicht investiert, egal ob die Zinsen bei null liegen oder nicht. Hinzu kommt: Die Medizin hat gefährliche Nebenwirkungen: Namentlich belastet die Null-Zins-Politik die Altersvorsorge.

Draghis Medizin für die Euro-Zone hat auch Auswirkungen auf die Schweiz: Der Euro wird geschwächt, was tendenziell den ohnehin schon überbewerteten Franken weiter stärken könnte.

Das wiederum könnte die Schweizerische Nationalbank dazu bringen, ihr Negativ-Zins-Regime weiter zu verschärfen. Die Nationalbank nimmt nächste Woche eine geldpolitische Lagebeurteilung vor und entscheidet über allfällige weitere Schritte.

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8 Kommentare

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  • Kommentar von m. mitulla (m.mitulla)
    Draghis Politik vernichtet Sparguthaben und Rentenkassen in Europa...
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  • Kommentar von S. Meier (SM)
    Der Plan Draghis könnte aufgehen, ginge das Geld direkt an die Bürger.
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  • Kommentar von Andy Schmid (andy)
    Ist Draghi am Ende seiner Weisheit oder einfach auf der Suche nach einem noch schnelleren Weg, Europa endgültig zu vernichten? Und verdanken wir dies alles den Griechen, die ohne Erfüllung minimalster Kriterien in den Euro aufgenommen wurden (wie einige andere auch)? Wenn Null- oder Negativinflation als Feind angesehen wird, läuft etwas total schief und sicher nicht im Interesse von Konsumenten. Hat er lieber Stagflation und viele, viele faule Kredite in kurzer Zeit mit totalem Bankrott?
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    1. Antwort von K. Räschter (K. Räschter)
      @Andy Schmid (andy), Chumphon: Ja, ja jetzt sind wieder die Griechen an allem Schuld. Schwachsinn. Als damals der Euro eingeführt wurde, hatte gerade einmal ein Land die Kriterien erfüllt: Luxemburg. Also wurden bei der Einführung des EURO's die Kriterien aufgeweicht, um mehr Länder in diese Whg-Union zu holen. Da es aber noch immer zuwenig waren, holte man hlR noch die sog. Ferienländer aus dem Süden dazu; mit dem Argument des wegfallenden Währungsumtausches, wenn man in Urlaub fährt.
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    2. Antwort von K. Räschter (K. Räschter)
      @Andy Schmid (andy), Chumphon: Ein Land hat Schuld an dieser Krise in der EU: Deutschland. Mit ihrer "Geiz ist Geil" Politik und dem Export-Wahn auf Kosten der anderen EU-Länder (dieser Export-Wahn von Deutschland wird mit Schulden der anderen EU-Staaten finanziert) treibt Deutschland die EU immer mehr in die Schulden. Sogar deutsche Wirtschafts-Experten warnen davor. Bsp: die Mrd-Subventionen des deutschen Stroms bringen viele anderen Länder in Nöte der eigenen Strom-Produzenten.
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