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Wirtschaft Drastische Lohnkürzungen: Jetzt streikt die gesamte Belegschaft

Wegen des starken Frankens will der Plastikhersteller Exten in Mendrisio die Löhne um 16 bis 26 Prozent senken. Nun haben alle hundert Beschäftigen die Arbeit niedergelegt.

Legende: Video Streik in Mendrisio abspielen. Laufzeit 1:10 Minuten.
Aus Tagesschau vom 19.02.2015.
Streikende und Unternehmensvertreter vor zwei Autos im Gespräch
Legende: Firmeneigentümer Luigi Carlini (2.v.r.) und Generaldirektor Giovanni Russo (r.) im Gespräch mit Streikenden. Keystone

Um die Auswirkungen der Frankenstärke abzufedern sollen die bei Exten beschäftigten Grenzgänger 26 Prozent weniger Lohn erhalten. Einheimischen droht laut der Gewerkschaft Unia eine Lohneinbusse von 16 Prozent. Dies kündigte das Unternehmen bereits im Januar an.

Damit stösst die Unternehmensleitung bei der Belegschaft allerdings auf wenig Verständnis. Alle hundert Mitarbeiter haben heute die Arbeit niedergelegt. Neben der Rücknahme der Lohnsenkungen fordern sie einen Einblick in die Geschäftszahlen der Firma. Am Nachmittag sollten erste Verhandlungen zwischen Mitarbeitervertretern und der Betriebsleitung stattfinden.

Lohnkürzung oder Entlassung

Die Fronten scheinen verhärtet. Laut der Gewerkschaft Unia seien die Mitarbeiter vor ein Ultimatum gestellt worden. Akzeptierten sie die Lohnkürzungen nicht, werde der Betrieb geschlossen.

Wie bedrohlich die Situation in der Tessiner Industrie ist, zeigt der Fall des Metallbauunternehmens Ferriere Cattaneo. Dieses wollte den Lohn der italienischen Grenzgänger um 7 Prozent reduzieren. Nachdem die Belegschaft dies abgelehnt hatte, teilte das Unternehmen gestern mit, die Produktion von Güterwagen vollständig in die Slowakei auszulagern.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von M. Roe, Gwatt
    Es ist bestimmt besser, weniger zu verdienen, als den Job ganz zu verlieren. Die Lage wird sich sicher wieder stabilisieren + die Löhne auch. Mit Ablehnung fördert die Belegschaft eine Schliessung. In den USA ist es gang und gäbe, dass man die Arbeitszeit sofort den wirtschaftlichen Verhältnissen anpasst. Wenn einer 8 Std. pro Tag arbeitet, ist es gut möglich, dass er am nächsten Tag nur noch 7 Std. erscheinen kann. Wenigstens werden dadurch die Jobs erhalten + die Allgemeinheit geschont.
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    1. Antwort von N. Humke, koblenz
      in Amerika sind auch so gut wie keine Gewerkschaften tätig. Man sieht ja das Ergebnis an der Armut. Ich arbeite schon seit über 35 Jahren in Deutschland, aber habe sowas noch nie gehört. Der Unternehmer gewinnt in guten Zeiten und verliert in schlechten. Das ist Marktwirtschaft. Der Arbeiter bekommt immer das gleiche, egal wie hoch Gewinn oder Verlust. Sonst wären wir wieder soweit wie vor hundert Jahren. Arbeit nach Bedarf, dann auch noch umsonst....... Geht gar nicht
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    2. Antwort von M. Roe, Gwatt
      Humke: Es braucht keine Gewerkschaften in Amerika, weil man Lösungen findet. Es gibt nicht mehr Armut in Amerika als bei uns in der Schweiz. Es kommt immer darauf an, was man als arm bezeichnet. In Amerika helfen sich die Menschen gegenseitig, in der Schweiz ging diese Art Hilfe verloren. Die Nachbarhilfe funktioniert aber nur bei denen die sich nicht selbst asozial verhalten. Heute soll sofort der Staat helfen, ob man nun seine angebliche Armut selber verschuldet hat oder nicht.
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  • Kommentar von Adian Flükiger, Bern
    Angemessene Reaktion. Sollte die Bude nun weiter unangemessen das Arbeitgeberrisiko auf die Buckel der Angestellten schieben, ist zum Boykott der Produkte dieser Bude aufzurufen! Wehret den Anfängen!
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  • Kommentar von K.D.Waldeck, Bellinzona
    Ich wage zu bezweifeln das bei dieser Lösung der Verteilungs- und Zuständigkeitsstreit unter den "Besitzern" der Produktionsanlagen bereits vorprogrammiert ist. Es wird ja nicht nur produziert sondern die Waren müssen auch noch verkauft werden damit Geld in die Kasse kommt. Dazu müssen die "Buetzer" zu Unternehmern werden, welche rechnen und wirtschaften können um das Schiff vor dem Sinken zu bewahren. Der reine Kommunismus ist daran gescheitert.
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