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Hoffnung für kleinere Festivals?
Aus Tagesschau vom 23.05.2020.
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Durchführung von Festivals Manche Grossveranstalter bibbern weiter

Seit dem Bundesratsentscheid von Ende April ist es gewiss – viele Sommerfestivals fallen ins Wasser. Für einzelne Veranstalter und damit viele Musikfans bleibt allerdings noch Hoffnung.

Konzertveranstaltungen gehen mit Menschenmassen einher. Aus epidemiologischer Sicht in Zeiten von Corona: ein Alptraum. Es erstaunt daher nicht, dass die Konzertbranche wohl am längsten auf Lockerungen warten muss. Aber wie lange, ist noch unklar. Klarheit schaffen will der Bundesrat noch vor den Sommerferien. Momentan gilt: Bis Ende August sind Grossveranstaltungen untersagt.

Jetzt, wo wir es auf den September verschoben haben, dürfen wir zumindest hoffen.
Autor: Marc ZahnderLeiter «Stars Of Sounds»-Festival, Aarberg

St. Gallen, Montreux und Blue Balls, diese Festivals sind wie viele andere bereits abgesagt. Nicht so das «Stars of Sounds» im bernischen Aarberg. Zwar kann das Open Air mit 6500 Besuchern nicht wie geplant im Juni durchgeführt werden, doch Festivalleiter Marc Zahnd gibt noch nicht auf: «Jetzt, wo wir es auf den September verschoben haben, dürfen wir zumindest hoffen.»

Weniger Optimismus bei den grossen Festivals

Weniger Optimismus beim Veranstalter des Open Air Frauenfeld. Das Hip-Hop-Festival mit 50’000 Besucher pro Tag findet dieses Jahr definitiv nicht statt. Mediensprecher Joachim Bodmer hält diesen Entscheid für vernünftig, denn in absehbarer Zeit werden Grossveranstaltungen wie das Open Air Frauenfeld kaum möglich sein. Denn bei so grossen Menschenmassen, wo kein Mindestabstand eingehalten werden kann, besteht ein grosses Risiko für Übertragungen.

Noch schlimmer: im Nachhinein ist die Rückverfolgung einer Ansteckung unmöglich. Joachim Bodmer hält sogar eine erneute Absage im nächsten Jahr für möglich: «Wir rechnen damit, dass wir nächstes Jahr das Festival durchführen können. Wir müssten aber auch mit der Variante leben und rechnen, dass es wieder nicht durchgeführt wird.»

Dies würde dann aber auch das grösste Hip-Hop-Festival in Europa in massive finanzielle Schwierigkeiten bringen. Noch einigermassen gefüllt bleiben die Kassen in diesem Jahr. Denn, die Besucher erhalten ihre Tickets in der Regel nur in Härtefällen zurückerstattet. Sie können es dafür gegen ein Ticket für 2021 eintauschen. Man hätte bereits 40'000 der 50'000 Festivalpässe verkaufen können.

Wie weiter?

Noch vor den Sommerferien will der Bundesrat die Lage neu beurteilen und auch für Grossveranstaltungen ab September Planungssicherheit schaffen. In Aarberg wartet man gespannt auf diesen Entscheid. Denn falls das Stars of Sounds auch im September nicht mit mindestens 5000 Besuchern stattfinden kann oder Beschränkungen beim Abstand eingehalten werden müssen, wird es abgeblasen. Marc Zahnd will nichts erzwingen, sondern sein Festival mit gutem Gewissen durchführen können.

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15 Kommentare

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  • Kommentar von Marc Schlatter  (Marc Rafael)
    Mir macht die Schicksalsergebenheit dieser Veranstalter zu schaffen. Natürlich hat man sich nun mal für das Containment entschieden, sind die Festivals Virenschleudern par excellence. Der Nachweis, dass sich das Gesundheitssystem nicht über einen gezielteren Schutz bzw Selbstschutz der Risikogruppe vor Überlastung bewahren lässt, ist aber doch noch keineswegs erbracht. Wer garantiert, dass unsre Grossanlässe nicht schon dieses Jahr zum letzten Opferlamm der Unterdrückungsstrategie geworden sind!
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  • Kommentar von Marc Schlatter  (Marc Rafael)
    Vielleicht ja gut, sind sich die wenigsten darüber klar, dass ihnen niemand schlüssig erklärt hat, weshalb die Unterdrückung der Verbreitung dieses Virus nötig ist. Probe aufs Exempel: Ist alles eine Vorsichtsmassnahme (vielleicht angemessen) oder faktische Notwendigkeit? Sind Alternativen geprüft? Ist medizinisch eher eine Impfung in den nächsten Jahren zu erwarten oder eine notgedrungene Herdenimmunität? Wie steht es um den Zeitfaktor? Menschen verlieren unterdessen ihren Lebensunterhalt.
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    1. Antwort von Jürg Kunz  (Murmel)
      Genau, es ist abzuwegen ,wie es weitergehen soll. Ich denke die Hoffnung auf Impfungen sind wage.Ausserdem werden in den nächsten Jahren neue Pandemien durch neue Viren entstehen. Hier ist wohl ein drastischen Umdenken gefragt. Grossveranstaltungen bleiben tabu. Dorffeste stellen ein erhöhtes Risiko da der Sicherheitsabstand nicht eingehalten wird , weil die Menschen sich untereinander kennen und sich zwangsläufig zu nahe kommen. Gefahrenpotentiale sind auch geschlossen Räume
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    2. Antwort von Marc Schlatter  (Marc Rafael)
      Von den Ablehnern hätte ich mir jetzt schon eine Antwort auf die eine oder andere Frage vorgestellt. Jedenfalls ist der Beitrag so zu lesen, dass man für sich ausmacht, ob klare Antworten - ja oder nein - möglich sind. Falls nicht, wie traut man sich die eigene Meinung wegen der Verbreitung zu. Vorsichtige Hypothese: Mögliche Langzeitschäden und ein allgemein sehr grosses Vertrauen in die Möglichkeiten der Medizin. Pandemiologische Überlegungen bleiben aussen vor, darüber wird kaum informiert.
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    3. Antwort von Marc Schlatter  (Marc Rafael)
      Brillant, Herr Kunz! Viel mehr im Freien leben und die Herde meiden ist ein brillanter Plan!
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  • Kommentar von andreas furrer  (andfurrer)
    alles in allem sind das probleme der mittelklasse; deren bedienstete sich in die reihe für essenspakete anstellen...
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    1. Antwort von Mischa Veith  (mischa)
      Und warum soll die Mittelschicht nicht auch Probleme haben?
      Erstens ist die Geschichte mit Hausangestellten eher bei der Oberschicht zu suchen, zweitens sind solche Festivals für ganz viele Geschäftszweige wichtig und drittens bringt es den Menschen, die jetzt für Essenspakete anstehen auch nichts, wenn ihr Arbeitsplatz wegen fehlendem Einkommen wegfällt!
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