Drohende Gefängnisstrafe Ehemalige CS-Bankerin gesteht Hilfe zur Steuerhinterziehung

  • Eine ehemalige Bankerin der Grossbank Credit Suisse hat sich in den USA wegen Steuervergehen für schuldig bekannt.
  • Die Schweizerin habe als Leiterin des Zürcher Nordamerika-Desk der CS zwischen 2002 und 2011 US-Steuerzahlern geholfen, durch das Verbergen von Vermögen und Einkommen auf Schweizer Bankkonten ihren Steuerpflichten zu entgehen, teilte das US-Justizministerium mit.
  • Die entgangenen Steuereinnahmen hätten zwischen 3,5 Millionen und 9,5 Millionen Dollar betragen.
  • Die Bankerin habe bei der CS die Aufsicht über 1'000 bis 1'500 Kundenbeziehungen gehabt.

Zudem sei sie persönlich für die Konten von 140 bis 150 Kunden verantwortlich gewesen, bei denen es sich zu 95 Prozent um US-Kunden gehandelt habe. Diese hätten insgesamt Vermögen von gegen 400 Millionen Dollar gehalten.

Die Strafe für die Angeklagte soll im September verkündet werden. Ihr könnte eine Gefängnisstrafe von bis zu fünf Jahren drohen.

Abhebungen habe sie als kleinere Beträgen unter 10'000 Dollar strukturiert und als Checks in die USA geschickt oder sie habe Geldbezüge in CS-Filialen ausserhalb der USA - etwa in den Bermudas - arrangiert.

Eine Million in Papiertüte

In den Jahren 2002 bis 2008 sei die Bankerin zudem etwa zweimal pro Jahr in die USA gereist, um sich mit Kunden zu treffen. Als die CS ab 2008 begonnen habe, die Konten von US-Kunden zu schliessen, habe sie ihnen weiterhin beim Verbergen ihrer Vermögen geholfen: Einem der Kunden habe sie dabei rund eine Million Dollar in bar in eine Papiertüte gepackt und ihn angewiesen, «die Strasse in Zürich entlang zu laufen» und sich eine neue Bank zu suchen. Weitere US-Kunden habe sie an andere Institute wie etwa die Bank Frey oder die Bank Wegelin verwiesen.

Die Grossbank Credit Suisse hatte sich im Jahr 2014 für schuldig bekannt, Amerikaner bei der Umgehung ihrer Steuerpflichten unterstützt zu haben. Sie hatte in der Folge eine Busse von rund 2,6 Milliarden Dollar bezahlt.