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Wirtschaft Einwanderungsinitiative bedrückt Unternehmer

Die Zukunftsaussichten sehen weniger rosig aus, als vor der Annahme der Einwanderungsinitiative. Dies geht aus einer KOF-Umfrage hervor. Schweizer Unternehmer äussern ihre Unsicherheit. Zwar gibt es noch keine konkreten Auswirkungen. Doch viele Firmen befürchten eine negative Entwicklung.

Legende: Video «Unternehmer nicht mehr so zuversichtlich» abspielen. Laufzeit 1:37 Minuten.
Aus Tagesschau vom 25.04.2014.

Die Konjunkturforschungsstelle KOF hat sich im Frühjahr bei den Unternehmen in der Schweiz umgehört. Welche Auswirkungen hat die Initiative gegen Masseneinwanderung? 2700 Firmen aus dem Verarbeitenden Gewerbe, dem Baugewerbe und dem Dienstleistungssektor haben geantwortet.

Deutlich wird: Die Firmen schätzen die Zukunftsaussichten skeptischer ein, als noch vor der Abstimmung. Jedes zweite Unternehmen rechnet damit, dass mittelfristig das Wirtschaftswachstum in der Schweiz gebremst wird. Besonders skeptisch sind die Branchen mit einem hohen Anteil an ausländischen Beschäftigten.

Konkrete Auswirkungen auf Investitionen oder Personal hat das Votum dieses Jahr aber vorerst nicht. «Da waren wir überrascht», sagte auch KOF-Leiter Jan-Egbert Sturm. Zwar seien viele skeptisch, was das Zukunftspotenzial der Schweizer Wirtschaft anbelange. Für die eigene Firma scheine dies aber nicht so ausschlaggebend zu sein. Einen negativen Einfluss auf künftige Investitionsentscheide erwarten 5 bis 10 Prozent der Firmen.

Folgen dürfte die Initiative erst in den kommenden Jahren zeitigen. So beabsichtigen zwischen 6 bis 8 Prozent der Umfrageteilnehmer für 2015 und 2016, ihre Investitionspläne zu drosseln. Dasselbe gilt für die Personalsituation. Fast ein Drittel aller Firmen befürchtet steigende Kosten für die Personalrekrutierung.

Dennoch: Es gibt auch Firmen, die in der Beschränkung der Zuwanderung eine Chance sehen. 2 bis 3 Prozent planen, mehr Personal einzustellen. Als Beispiel sind hier Personalvermittler zu nennen, die mit höheren Renditen rechnen können.

Welche Auswirkungen die Initiative haben wird, ist noch völlig unklar. «Wie eine weitere Umfrage in einem Jahr oder in zwei aussehen würde, ist voll und ganz abhängig von der politischen Umsetzung der Initiative», stellt KOF-Leiter Sturm fest.

Umfrage im Frühjahr

Die Umfrage wurde zwischen dem 25. Februar und dem 21. April 2014 durchgeführt. 8000 Unternehmen wurden angeschrieben, 2700 nahmen teil. Zur Auswertung wurden die Antworten mit Hilfe von unternehmensspezifischen Beschäftigten- und Investitionszahlen gewichtet.

16 Kommentare

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  • Kommentar von K. Räschter, Schweiz
    Wenn beim KOF weiterhin Leute wie der ehemalige Daniel Lampart (heute Ökonom beim Gewerkschaftsbund) arbeiten, welche Studien verfassen, die später nicht mehr gelten, dann ist die Glaubwürdigkeit des KOFs aus meiner Sicht in Frage gestellt. Denn dieser Daniel Lampart hatte damals beim KOF eine Studie erstellt, in der steht, dass im Detailhandel 7,5% der Stellen wegfallen, wenn die Löhne 10-20% dort ansteigen. Heute behauptet Herr Lampart, es passiere nichts mit dem neuen uMindestlohn.
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  • Kommentar von Ch. Gerber, Basel
    Die Wirtschaftsverbände und die Linken können einfach nicht ruhe geben und den Entscheid akzeptieren und abwaten was rauskommt. Immer die Bevölkerung verängstigen. Es stört mich extrem, dass die Linken immer versuchen mit Angst und werweisen uns zu Verunsichern und nichts konstruktives machen. Die anderen Länder haben alle Kontigente und Schärfere Regeln als die Schweiz, auch nach dieser annahme. Doch das liest man selten, da es eine unangenehme Wahrheit für die Linken ist.
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  • Kommentar von Hans König, Häusernmoos
    Jetzt bedrückte es scheinbar die Unternehmer und in 20 bis 30 Jahren die ganze Bevölkerung. Leider ist es heute noch so, wenn das eigene Portemonnaie näher ist als das Hemd, so nimmt man nicht Rücksicht auf den Rest der übrigen Mitbürger/innen. Wenn es mit der Zunahme der Wohnbevölkerung (jährlich eine Stadt wie St. Gallen) so weitergeht, bringt diese Entwicklung dem grössen Teil der Bevölkerung mehr Armut und soziale Unruhen. Weniger ist mehr!
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