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Elektrosparte verstärkt Milliarden-Übernahme von ABB

Legende: Video ABB stärkt US-Geschäft abspielen. Laufzeit 1:18 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 25.09.2017.
  • ABB übernimmt vom General Electric (GE) die Elektrosparte Industrial Solutions.
  • Die Übernahme stärke die Position des Konzerns als weltweite Nummer zwei in der Elektrifizierung, schreibt ABB.
  • Der Kaufpreis beträgt 2,6 Milliarden Dollar, das entspricht etwa dem Umsatz des Geschäftsbereichs.
  • ABB erhofft sich vom Zukauf jährliche Einsparungen von rund 200 Millionen Dollar.
  • Der Zukauf soll schon vom ersten Jahr an den Gewinn pro ABB-Aktie erhöhen.

Die Milliarden-Übernahme muss noch von den Behörden beider Länder genehmigt werden. ABB rechnet aber damit, sie noch im ersten Halbjahr 2018 abschliessen zu können. Das zugekaufte Geschäft wird in die Sparte Elektrifizierungs-Produkte (EP) von ABB integriert. Das Management von GE Industrial Solutions wird beibehalten.

Laut ABB-Chef Ulrich Spiesshofer soll das Geschäft der GE-Sparte in einer ersten Phase wieder besser gemacht werden; in einer zweiten Phase stehe dann wieder Wachstum im Vordergrund. Zuletzt sei das Geschäft von GE nicht mehr als Kerngeschäft betrieben worden, deshalb seien Produkte veraltet und der Marktanteil in den USA geschrumpft. Die Integrationskosten bezifferte Spiesshofer auf rund 400 Millionen Dollar.

Seit Dezember auf der Verkaufsliste

GE hatte die Sparte Ende Dezember 2016 zum Verkauf angeboten. Industrial Solutions bietet unter anderem Anlagen zur Verteilung von Strom sowie Antriebstechniken an. In dem Bereich sind 13'500 Mitarbeiter in 30 Anlagen weltweit beschäftigt.

2016 setzte der Geschäftsbereich rund 2,7 Milliarden Dollar um, wovon etwa 8 Prozent als Betriebsgewinn vor Amortisationen und Abschreibungen übrig blieben (Ebitda-Marge).

Einschätzung von SRF-Wirtschaftsredaktor Dario Pelosi

ABB-Chef Ulrich Spiesshofer sagte es mit einem Bild: ABB werde nun der neue Motor im Auto von GE Industrial Solutions sein. Allerdings: Mit dem Milliarden-Deal kaufe ABB zwar ein Auto mit grosser Reichweite, aber eines mit tiefen Kratzern im Lack. Die GE-Sparte ist in Schieflage, ihr Börsenwert ist im Sinkflug. Beim Mutter-Konzern GE gehöre diese Sparte nicht mehr zum Kerngeschäft, und vernachlässigte Kinder blieben in der Entwicklung zurück, gab Spiesshofer zu. Es werde keine einfache Aufgabe.
Durch den Deal soll in erster Linie die zweitstärkste Division Elektrifizierung von ABB gestärkt werden. Aber nicht nur. Teil des Kaufs ist auch eine weitere Geschäftsfelder umfassende strategische Partnerschaft mit GE für ABB-Produkte allgemein. Und das soll ABB den Durchbruch in den USA bringen. An der Börse löste der Deal keine Euphorie aus, die ABB-Aktien fielen gar etwas ins Minus.

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