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Tesla Model 3 «Elon Musk ist vielleicht grösser als Steve Jobs»

Wirtschaftsprofessor und Automobil-Papst Ferdinand Dudenhöffer sieht im Tesla Model 3 den Durchbruch der Elektromobilität. Nächste Woche wird es erstmals ausgeliefert.

Legende: Video FOKUS: Tesla – der revolutionäre Traum wird wahr abspielen. Laufzeit 4:27 Minuten.
Aus 10vor10 vom 21.07.2017.

SRF News: Was bedeutet das neue Model 3 von Tesla für die künftige Entwicklung der Elektroautos?

Ferdinand Dudenhöffer: Mit dem Model 3 gelingt weltweit der Durchbruch für Elektroautos im Mittelklassesegment, ein ganz bedeutendes Segment. Ohne Model 3 würde die Elektromobilität noch länger vor sich hin dümpeln.

Sind Elektroautos wirklich die Zukunft?

Nach meiner Einschätzung ist die Elektromobilität mittlerweile die einzige Zukunft. Tesla hat gezeigt, dass die Produktion in grossem Volumen möglich ist. In China wird die Elektromobilitätsquote im nächsten Jahr schon acht Prozent betragen. Brennstoffzellen und Gasfahrzeuge werden zwar immer wieder diskutiert, haben aber wenig Erfolg gezeigt. Der Verbrennungsmotor dürfte so um 2030 bis 2040 ganz wegfallen.

Tesla hat also die ganze Branche elektrisiert.

Tesla hat die Automobilindustrie vom Kopf auf die Füsse gestellt. Man wollte mit dem Dieselmotor in die Zukunft gehen. Doch Tesla hat gezeigt, dass das nicht funktioniert. Tesla wird in der Zukunft ähnlich wie Apple und dessen iPhone sein. Und alle anderen eher so wie Samsung, das Apple nacheifert.

Ist Elon Musk also der neue Steve Jobs?

Ich glaube, er hat die Fähigkeit, sogar grösser zu werden als Steve Jobs. Die Nasa lässt heute mit seinen SpaceX-Raketen Transportgegenstände in den Weltraum fliegen. Als erster hat es Musk mit SpaceX geschafft, eine wiederverwendbare Rakete zu bauen, die auf einer Plattform landen kann. Er hat das reichweitenvernünftige Elektroauto erfunden und war auch beim teilautonomen Fahren führend. Musk strotzt vor Innovationen.

Die Nachfrage nach Elektroautos bleibt bisher aber eher bescheiden.

Das hat mit der Ladestruktur zu tun. Zudem haben die Kunden noch wenig Erfahrung und gerade im Segment der Kleinwagen und Kompaktfahrzeuge ist eigentlich nichts vorhanden. Im Premium-Bereich läuft Tesla in der Schweiz gut.

Es gibt aber auch skeptische Stimmen. Wird Tesla rentabel wirtschaften können?

Die skeptischen Stimmen gibt es seit zehn Jahren, seit Tesla auf dem Markt ist. Ich weiss nicht, warum es nicht klappen sollte. Alles, was Musk bisher anpackte, hat funktioniert.

Haben Sie gar keine Vorbehalte gegenüber Tesla?

Die Gefahr bei Elon Musk ist, dass er zu viel gleichzeitig machen will. So kann er sich nicht stabilisieren, um danach den nächsten Schritt zu wagen, sondern braucht ständig Geld für neue Investitionen. Deshalb ist Tesla bisher nie in die schwarzen Zahlen gekommen. Model 3 ist nun auch ein Lackmustest dafür, wie erfolgreich Musk es schafft, seine Idee ökonomisch umzusetzen.

Das Gespräch führte Tobias Bossard.

Ferdinand Dudenhöffer

Ferdinand Dudenhöffer

Ferdinand Dudenhöffer gilt als der ­deutsche «Automobilpapst». Der Professor für Marketing und ­Unternehmensführung gründete im Oktober 2008 gemeinsam mit seiner Professoren-Kollegin Dr. Eva-Maria John das CAR Center Automotive Research an der Universität Duisburg-Essen.

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87 Kommentare

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  • Kommentar von H. Wach (H. Wach)
    Allein die beiden Titel dieses Artikels lassen mein Vertrauen in die Medien weiter sinken. Es kann und darf doch nicht wahr sein, dass sich Medien allein auf Marktforscher(!?) Dudenhöffer verlassen u. Musk als alleinigen (Be)Herrscher der Elektromobilität hochjubeln. Fakten nachgelesen! Z.Zt. fahren 1300 Mio. Autos m. Verbrennungsmotor. Autoindustrie steigert bis 2040 auf 2600 Mio.! Der CO2-Aussoss nimmt zu! Max.100 Mio. Lithium-Ionen E-Autos können gebaut werden! Auch wegen Lithiummangel! Usw.
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  • Kommentar von H. Wach (H. Wach)
    E-Autos: Die Lithium-Batterie ist nach 10-15 Jahren kaputt. Z.Zt. wird fieberhaft am Recycling v. rarem Lithium geforscht. Ergebnis: Lithium-Recycling ist teurer als Produktion aus Salzseen. Reines Lithium braucht eine lange Produktionskette. „Graue“ Energie ist nötig. Beispiel: Für die Lithium-Batterie des neuen Opel Ampera-e sind über 15‘000 kWh „graue“ Energie nötig. Für Transporte(Diesel). Für chemisch-thermische-physikalische Prozesse Energie aus fossilen Kraftstoffen, Kohle-Atomstrom, usw.
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  • Kommentar von H. Wach (H. Wach)
    Der neue Opel Ampera-e hat eine Verbrauch v. 13.6 kWh/100 km. Seine Lithium-Batterie brauchte über 15‘000 kWh „graue“ (dreckige) Energie. Mit dieser Energie könnte man über 110‘000 km fahren. Dudenhöfer/Musk haben in ihrer Werbeschlacht à la Steve Jobs immer noch nicht erwähnt, wie viel Energie die Klimaanlage pro 100 km „frisst“ für Fahrten bei Kälte oder Hitze. Wie hoch ist dann die Reichweite? Über 90% Autos werden nach wie vor Verbrennungsmotoren haben! Warum diese Desinformation der Medien?
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