Zum Inhalt springen

Wirtschaft Ems Chemie schielt nach Asien

Das Unternehmen konnte im ersten Halbjahr sowohl Umsatz als auch Gewinn steigern. Dennoch: Aufgrund der Kosten werde sich ein Produktionsstandort in Asien voraussichtlich nicht vermeiden lassen. Das sagte die Konzernchefin Magdalena Martullo-Blocher.

Legende: Video «Produktionsstandort in Asien ist unvermeidbar» abspielen. Laufzeit 1:23 Minuten.
Vom 12.07.2013.

«Für die Schweiz ist das Freihandelsabkommen der Schweiz mit China ein gutes Abkommen. Die grosse Mehrheit der Produkte ist für eine gewisse Zeit nun zollbefreit», sagte Ems-CEO Magdalena Martullo-Blocher in der «Tageschau».

Leider sei dies für die Ems Chemie nicht der Fall. «Die Chinesen wollten unsere innovativen Produkte nicht zollbefreien. Sie möchten lieber, dass wir dort produzieren», so Martullo-Blocher.

In der Schweiz investiert die Ems-Chemie über 50 Millionen Franken. Investiert werde hauptsächlich in die Produktion für den europäischen Markt. Mit Blick auf den asiatischen Markt investiere der Konzern in der Schweiz kaum, so Martullo-Blocher, obwohl man das gerne täte. In Asien seien die Standortbedingungen aber besser.

Eine Verschiebung der Produktion für Asien in Asien lasse sich so leider nicht vermeiden, auch aufgrund aktueller politischer Entwicklungen in der Schweiz, so die Konzernchefin weiter.

Die Ems Chemie hat im ersten Halbjahr den Umsatz auf 954 Millionen Franken gesteigert. Der Zuwachs von 5,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr ist allerdings auch darauf zurückzuführen, dass ein Unternehmensbereich seit April voll in die Buchhaltung des Konzerns einfliesst. Ohne diesen Effekt hätte das Wachstum noch 2,8 Prozent betragen.

Gut lief insbesondere das Automobilgeschäft sowie das Geschäft mit Kunststoffanwendungen für Strukturbauteile.

«Wir merken, dass weniger Autos gebaut, produziert und gekauft werden in Europa. Aber wir kompensieren dies, indem wir einfach mehr verkaufen pro Auto und neue Anwendungen und Geschäfte realisieren», sagte Martullo-Blocher.

Mit 9,3 Prozent legte das Betriebsergebnis (Ebit) stärker zu als der Umsatz und erreichte 183 Millionen Franken. Entsprechend stieg die Ebit-Marge auf 19,2 Prozent des Umsatzes, nach 18,5 Prozent im Vorjahreszeitraum.

Im Hinblick auf das Gesamtjahresergebnis 2013 hält das Unternehmen an seiner bisherigen Prognose fest. Demnach sollen Umsatz und Ebit «leicht über Vorjahr» zu liegen kommen.

Die Ems Chemie ist weltweit in den Geschäftsbereichen Hochleistungspolymere und Spezialchemikalien tätig.

Der Ebit

Der Ebit ist der operative Gewinn eines Unternehmens vor Abzug von Steuern und Zinsen.

14 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Ernst Jacob, Moeriken
    Frau Blocher hat es bestätigt, das Freihandelsabkommen mit China bezieht sich nicht auf 'alle' HighTech-Roh-Produkte, allenfalls auf Käse, Milch, Schokolade und Uhren. EMS und andere werden daher nicht umhin kommen, China will, dass in China produziert wird, wer nicht mitmacht, wird zu den Verlierern gehören. Das sollte eigentlich auch denen einleuchten, die hier in gewohnter Art Schmutz um sich werfen, um ihren Frust auf Blocher's und andere, die es zu etwas gebracht haben, abzubauen versuchen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Sascha Freitag, Ermatingen
    Und morgen kommt der nächste Konzern, der in China produzieren muss, übermorgen der nächste... Irgendwann merkt dann vielleicht auch der letzte naive Politiker, dass es bei jedem Vertrag mit China nur um deren Wachstum geht.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von h. anni, zürich
      @Freitag Über die Verträge der Politiker rege ich mich auch auf, aber es scheint, as ob die Mehrheit zufrieden ist mit denen. Mir geht es voll auf den Wecker, dass man in China Waren produziert, die dann den langen Weg zu uns machen, obwohl mehrheitlich Schrottware. Ich wäre für Produktion innerhalb Europas. Deshalb sehe ich keinen Grund, wieso nicht auch die Ems in Asien FÜR Asien produzieren soll. Eben auch wegen dem langen Transportweg. Die Chinesen handeln besser aus als unsere *** in Bern.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Paul Bürger, Schweiz
    Umsatzsteigerung & Gewinnmaximierung macht auch vor den Wasserprediger der Blochers nicht halt. Blocher hat immer schöne Sprüche bereit, doch wenn er und seine Familie das liebe Geld riechen, hört die Folklore auf! Wann merken auch noch die letzten Blocher-Anhänger, dass es hier nicht um Hass geht, sondern um harte Fakten. Glauben Sie nicht das, was die sagen, sondern schauen sie was sie tun => sie gehen nach Asien!!!! Warten Sie ab, bald wird mehrheitlich dort produziert, still & heimlich...
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von W. Helfer, Zürich
      Folklore P. Bürger gibts auch in Asien! Sie scheinen den Asiaten und der Umwelt (und den Blochers sowieso) nichts zu gönnen. Das ist nicht nur sinnvolle Entwicklungshilfe, sondern auch noch was Gutes für die Umwelt (Transport). Die Blocher-Hasser scheinen es irgendwie nie zu schaffen, mal weiter als nur bis zu ihrem Blocher-Hass zu denken.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Paul Bürger, Schweiz
      @ W. Helfer: ??? - ich bin wirklich kein Blocher-Hasser! Ganz und gar nicht, doch ich habe schon lange damit aufgehört solche populistischen Blocher-Sprüche ernst zu nehmen. Herr Blocher schaut auch zuerst, dass ihm die politischen Vorstösse nützen (einfach nett verpackt). Das Volk betrachtet er als Schafe, welche nur der Stimme seines Hirten (Blocher) zu folgen haben.... und wer dies nicht tut, ist wohl einfach kein Patriot.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen