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Wirtschaft Ende einer Ära: Letzter Citroën läuft in Aulnay vom Band

Im französischen Aulnay-sous-Bois ist der letzte Citroën C3 ausgeliefert worden. Das Werk der Peugeot-Citroën-Gruppe PSA wird 2014 geschlossen. Gut 50 Arbeiter protestierten gegen die bereits beschlossene Schliessung.

Fertigungsmaschinen stehen in einer Halle.
Legende: Das Fliessband steht still: Das Werk der Peugeot-Citroën-Gruppe wird 2014 – der Termin ist noch unklar – geschlossen. Reuters

Im traditionsreichen Peugeot-Citroën-Werk in Aulnay-sous-Bois bei Paris ist vor der endgültigen Schliessung im kommenden Jahr der letzte Wagen vom Band gelaufen. Der silbergraue Citroën C3 wurde am Freitagmorgen fertiggestellt, wie die Konzernleitung mitteilte.

Gekauft wird das Auto vom ebenfalls in Aulnay ansässigen Citroën-Museum. Aulnay ist die erste Autofabrik seit 20 Jahren, die in Frankreich geschlossen wird.

PSA Peugeot Citroën hatte im Juli 2012 bekanntgegeben, das 1973 eröffnete Werk aufzugeben. Der kriselnde Autobauer hat einen harten Sparplan aufgelegt und will bis Mai 2014 insgesamt 11'200 Stellen streichen.

Nach Angaben von PSA wurde für die grosse Mehrheit der Arbeiter in Aulnay – 2700 von 3000 – eine Lösung gefunden. Sie wurden in ein anderes PSA-Werk versetzt oder sollen noch versetzt werden, fanden einen neuen Arbeitgeber oder wurden frühpensioniert.

PSA in chinesischen Händen?

Der grösste französische Autobauer PSA Peugeot Citroën kämpft ums wirtschaftliche Überleben. Berichten zufolge muss der Konzern seine Zukunft zumindest teilweise in die Hände von Chinesen legen. Es werde geprüft, ob sich eine Investition lohne, hiess es zuletzt vom zweitgrössten Hersteller Dongfeng im Reich des Drachen.

4 Kommentare

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  • Kommentar von Ernst Jacob, Moeriken
    Die Franzosen haben es versucht, und sie sind gescheitert, weniger Arbeitsstunden bei mehr Lohn, so funktioniert, ausgenommen bei Staatsbetrieben, die Real-Wirtschaft halt nicht, auch wenn in Frankreich bei den Autobauern der Staat die Hände auch mit im Spiel hat. Die Chinesen werden wohl nicht lange fackeln, wer nicht will, hat gehabt, und das ist auch gut so. Frankreich's Nachbarn sollten etwas daraus lernen, oder ihre Industrien gehen den gleichen Weg, der wilde Osten wartet nicht auf Europa.
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    1. Antwort von Albert Planta, Moeriken
      Das meinte man vor 40 Jahren bei der Einführung der Japaner auch, doch erstens kommt es anders zweitens als man denkt.
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    2. Antwort von Ernst Jacob, Moeriken
      Immerhin, Herr Planta, Toyrosta ist zum weltgrössten Hersteller geworden, auch die japanische Motorrad-Technologie dominiert (noch) weitestgehend den Weltmarkt, und mit Ausnahme der Schwaben darbt die Euro-Autoindustrie halb verhungert vor sich hin. Viele Chinesen aber haben mit den Japsen sowieso noch ein paar alte Rechnungen offen, sie haben eine jahrtausende alte Kultur, eine gewaltige Willenskraft und ungeheure Ressourcen, in jeder Beziehung. Und so, wie wir runterfahren, werden sie wachsen.
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    3. Antwort von Albert Planta, Moeriken
      Toyrosta ist gut. Das sagt mehr als tausend Worte.
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