Ende einer heiligen Kuh: Royal Mail steht vor der Privatisierung

Die britische Regierung bringt in Kürze die staatliche Post an die Börse – sehr zum Ärger der Gewerkschaften.

Die britische Regierung treibt den Börsengang der staatlichen Post voran. Die ersten Aktien der Royal Mail sollen in den kommenden Wochen gehandelt werden, teilte das Wirtschaftsministerium in London mit. Wirtschaftsminister Vince Cable erklärte, mit der Privatisierung sichere die Regierung die Zukunft von Royal Mail.

Zehn Prozent der Aktien, die auf einen Gesamtwert von rund drei Milliarden Pfund (4,46 Milliarden Franken) geschätzt werden, gehen an die 160'000 Beschäftigten. Der Rest soll Bürgern und institutionellen Investoren angeboten werden. Noch im Juli hatte sich die Regierung gegen einen Verkauf an einen Investor entschieden.

Thatcher fasste heisses Eisen Royal Mail nicht an

Gewerkschaften kämpfen seit Monaten gegen die Privatisierung und rufen ihre Mitglieder erneut zum Streik auf. Anfang Oktober stehen Urabstimmungen an.

Die Royal Mail gilt in Grossbritannien als eine Art Heiligtum. Selbst die damalige Premierministerin Margaret Thatcher hatte sie in der Privatisierungswelle in den 1980er-Jahren nicht angetastet.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Umstrittene Privatisierung der Post

    Aus Tagesschau vom 12.9.2013

    Die britische Regierung bringt die staatliche Post an die Börse. Es ist die grösste Privatisierung in Grossbritannien seit Jahrzehnten. Die britischen Gewerkschaften laufen regelrecht Sturm.