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Energiebranche Schweiz Axpo schreibt plötzlich wieder schwarze Zahlen

Der Energiekonzern begründet die Verbesserungen der Finanzkennzahlen mit zusätzlichen Einnahmen und Einsparungen. Der Konzern scheint die Talsohle durchschritten zu haben, dennoch bleiben Sorgen.

Legende:
Entwicklung der Axpo-Zahlen zwischen 2013 und 2017 Nach stabilen Gewinnen bis 2013 schrieb der Energiekonzern ab 2014 grosse Verluste. Axpo
  • Axpo meldet nach einem Milliardenverlust im Vorjahr für das Geschäftsjahr 2016/17 einen Gewinn von 310 Millionen Franken.
  • Der Energiekonzern begründet die Verbesserung in einer Mitteilung vom Mittwoch mit zusätzlichen Einnahmen und Einsparungen.

Die Axpo hat zwar im Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr fast ein Viertel weniger Energie abgesetzt als im Vorjahr. Der Umsatz des Unternehmens hat sich dennoch deutlich von 5,4 Milliarden Franken auf 5,6 Milliarden Franken erhöht, wie die Axpo am Mittwoch mitteilt.

Widersprüchliches Ergebnis

Das widersprüchliche Ergebnis – Umsatzplus trotz Rückgang der verkauften Energie – erklärt der Konzern mit höheren Energiepreisen in Europa und einem wieder lukrativeren Energiehandel. Zum besseren Jahresergebnis hätten jedoch auch Sonderfaktoren geführt.

Ein solcher Sonderfaktor ist der Verkauf des Höchstspannungsnetzes an Swissgrid. Das spülte der Axpo 163 Millionen Franken in die Kasse. Ebenfalls habe sich laut Mitteilung das Finanzergebnis verbessert, sprich die auf dem Finanzmarkt getätigten Anlagen haben Gewinn abgeworfen. Und als letzten Punkt nennt Axpo, dass beim internen Sparprogramm das Einsparungsziel von 200 Millionen Franken übertroffen worden sei.

Keine Dividende

Für Verluste sorgt bei der Axpo nach wie vor die Stromproduktion in der Schweiz, dies vor allem aufgrund der Stillstände bei den Atomkraftwerken. Das AKW Beznau 1 steht seit über zwei Jahren still und verursacht dem Konzern so Kosten bzw. Gewinnausfälle in dreistelliger Millionenhöhe.

Beim Ausblick zeigt sich die Axpo dennoch vorsichtig optimistisch. Die steigenden Grosshandelspreise für Strom in Europa und der erstarkte Euro gegenüber dem Schweizer Franken liessen mittelfristig wieder steigende Erträge erwarten, heisst es in der Mitteilung.

Dies werde sich jedoch erst im Geschäftsjahr 2019/20 positiv auswirken. Bis dann geht die Axpo von einer weiterhin angespannten Situation aus. Das hat auch Auswirkungen auf die Kantone. Der Axpo Verwaltungsrat schlägt der Generalversammlung auch für dieses Jahr vor, auf eine Dividende zu verzichten.

Gewinn im Ausland rettet Axpo-Ergebnis

Nach über einer Milliarde Franken Verlust im Vorjahr, schreibt der Stromkonzern Axpo nunwieder 310 Millionen Franken Gewinn. Geld verdient hat die Axpo vor allem in Ausland. DerKonzern profitierte von höheren Energiepreisen im Ausland. Und nicht zuletzthat auch das Sparprogramm seinen Beitrag zum guten Ergebnis geleistet: Axpowill jährlich 200 Millionen Franken einsparen. Die Stromproduktion im Inland allerdings ist nach wie vor ein Verlustgeschäft. Und da erweist sich auch das AKW Beznau 1 als Klotz am Bein. Dieses steht seit März2015 still wegen Unregelmässigkeiten im Druckbehälter des Reaktors. DieserStillstand hat Axpo bis anhin wohl über 300 Millionen Franken gekostet. Die Talsohlehat Axpo nun anscheinend durchschritten, es gibt aber noch einige Baustellen im Konzern.Das Unternehmen ist nach wie vor stark von den Schwankungen der Strompreise abhängig. So dürfteder Konzern grossen Wert darauf legen, jene Geschäftsfelder auszubauen, dienicht direkt vom Strompreis abhängig sind, zum Beispiel intelligente Applikationen im Energiegeschäft.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von W. Pip (W. Pip)
    Ich kann mich des Eindrucks ebenfalls nicht erwehren, dass bei der Axpo die Buchhaltung politisch geführt wird. Spekuliert man auf Bezuschussungen oder Gesetzesänderungen, welche zu Gunsten der Energiekonzerne ausfallen würden, ist Axpo immer knapp bei Kasse. Irgendwann geht's dann nicht mehr und der Gewinn drückt doch durch. Kann das sein?
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  • Kommentar von Hermann Dettwiler (Alapeller)
    Buchhaltungs- Klimmzüge geben Vertrauen in die umsichtige Geschäftsleitung mit ihrem alten kranken Atomkraftwerk im Koma, das künstlich am Leben erhalten werden muss, bis die Stillege- Milliarden vom Bund fliessen.
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  • Kommentar von Luca Dietiker (Luca Dietiker)
    Ich versteh‘s nicht. Wie kann ein Konzern, der eines seiner KKWs aus sicherheitsgründen seit 2015 nicht mehr hochfahren darf, deshalb Strom einkaufen und Untersuchungen führen muss und sich dauern über alle möglichen Dinge (#Wasserzins) beschwert, jetzt trozdem 300 Mio Rendite abwerfen?
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