Zum Inhalt springen

Ein Imperium geht unter Erb-Pleite: Die wichtigsten Stationen

Sie hat Millionen gemacht, herrschte über ein riesiges Firmenimperium: Die Familie Erb. 2003 die Zäsur. Die Erb-Gruppe ging pleite. Es war der zweitgrösste Konkurs in der Schweizer Wirtschaftsgeschichte. Die wichtigsten Ereignisse im Überblick.

Der Zusammenbruch und die Schadensbegrenzung

Die Erb-Gruppe – Firmenkonglomerat aus 80 Unternehmen

Vor dem Konkurs 2003 war die Erb-Gruppe ein weltweiter Konzern mit einem Umsatz von rund 4,5 Milliarden Franken und fast 5000 Beschäftigten.

Angefangen hatte alles im Autohandel, der 1920 in der Garage von Hugo Erbs Vater in Winterthur-Töss begonnen hatte. Die Erb-Gruppe bestand vor dem Zusammenbruch aus vier Holdinggesellschaften:

  • Herfina (Autohandel): Der Import der Automarken Mitsubishi, Suzuki, Hyundai und Tata erwirtschaftet 50 Prozent des Umsatzes der Erb-Gruppe.
  • Unifina (Kaffeehandel, Finanzdienstleistungen und Immobilien): Die Volcafé-Gruppe erreicht einen Umsatz von rund 1,8 Milliarden Franken und einem Anteil am Weltmarkt von knapp 13,5 Prozent.
  • Uniwood (Baunebenbranche, Holzhandel): EgoKiefer als bedeutendster Hersteller von Fenstern und Türen und Bruno Piatti, dem grössten Küchenbauer der Schweiz erwirtschaften mit über 1600 Angestellten einen Umsatz von rund 570 Millionen Franken.
  • Uniinvest (Beteiligungsgesellschaft): Faule Beteiligungen an der CBB Holding AG in Deutschland und der EBC Asset Management Ltd. in London.

Eine konsolidierte Bilanz der Gesellschaften wurde nie erstellt. Der Geldfluss zwischen den Holdinggesellschaften verunmöglichte eine genaue Bezifferung der gegenseitigen Verbindlichkeiten. Hauptgrund für die Pleite war der Abschreibungsbedarf von 2,5 Milliarden Franken bei der Beteiligungsgesellschaft Uniinvest.

Nach dem Zusammenbruch forderten Gläubiger insgesamt 6,5 Milliarden Franken. Darin sind auch die Forderungen enthalten, die sich die Holdings gegenseitig schulden.

Der Prozess gegen Rolf Erb

Wirtschaftsdelikte im Visier

Wenn es um Wirtschaftsdelikte in der Schweiz geht, ist die Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich eine wichtige Drehscheibe. Ob Swissair-Grounding oder Erb-Pleite – in den vergangenen Jahren hat sie etliche spektakuläre Fälle behandelt. Ein «ECO Spezial» zeigt ihren Kampf gegen Wirtschaftskriminelle.