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Erfolgreiche Volkswirtschaften Die Schweiz verliert ihren Podestplatz

  • Gegenüber dem letzten Jahr verliert die Schweiz drei Plätze im Ranking der internationalen Wettbewerbsfähigkeit.
  • Die USA, Hongkong, Singapur und die Niederlande sind attraktiver als die Schweiz.
  • Die Schweiz stagnierte in ihrer Entwicklung und wurde überholt.
Legende: Video Nicht mehr Spitze in Sachen Wettbewerbsfähigkeit abspielen. Laufzeit 1:45 Minuten.
Aus Tagesschau vom 23.05.2018.

Die Schweiz verliert ihren Podestplatz auf der internationalen Rangliste der wettbewerbsfähigsten Volkswirtschaften der Welt. Nach dem letztjährigen zweiten Platz ist es heuer nur noch Rang fünf. Die grosse Gewinnerin ist dabei die USA: Sie verbessert sich um drei Plätze und belegt neu den ersten Rang.

Die wettbewerbsfähigsten Volkswirtschaften der Welt


2018
2017
USA1
4
Hongkong
2
1
Singapur
3
3
Niederlande
4
5
Schweiz
5
2
Dänemark
6
7
Vereinigte Arabische Emirate
7
10
Norwegen
8
11
Schweden
9
9
Kanada
10
12

Abstimmungen kosten Spitzenplatz

Grosse Herausforderungen sehen die Autoren der Studie bei den Exporten. «Ein Teil der Sorge kommt von den Exportprodukten und -partnern: Was die Schweiz exportiert und an wen. Jedes Jahr konzentrieren sich diese Faktoren stärker. Und das gefährdet die zukünftige Exportstabilität», so die Autoren vom IMD World Competitiveness Center.

Auch Unsicherheiten spielen eine Rolle. Das sieht auch Rudolf Minsch, Chefökonom der Economiesuisse, so: «Wir in der Schweiz sind in einem kleinen Kleinkrieg und vergessen, die eigentlich grossen Fragen zu lösen, beispielsweise wie es mit der Steuerreform weitergeht, der AHV oder der Sicherung der Altersvorsorge. Es sind die grossen Baustellen, die fehlen und die verunsichern natürlich auch die internationalen Investoren.»

Wecker – aber noch kein Alarm

Zu viele Sorgen machen, müsse man sich allerdings noch nicht. «Es ist nicht alarmierend aber man muss es wirklich ernst nehmen. Es ist einfach, einen Vorsprung preiszugeben: Man muss nur stehen bleiben. Die anderen Länder arbeiten weiter, die haben entdeckt, wie sie ihre Standortattraktivität verbessern können», so Minsch. Allerdings seien solche Platzierungen auch immer von den Indikatoren einer spezifischen Studie abhängig. Erst vor wenigen Monaten wurde die Schweiz in einer Studie des World Economic Forum (WEF) zur wettbewerbsfähigsten Volkswirtschaft der Welt gekürt.

Es gibt aber tatsächlich einige Baustellen, wie die Autoren betonen: «Der Wechselkurs bleibt eine grosse Sorge. Wie auch die Gesundheitskosten.» Mit dem Franken und dem Wechselkursrisiko hat die Schweiz einen Nachteil gegenüber der europäischen Konkurrenz wie der Niederlande, hinter der sie sich in diesem Jahr einreiht. Ausserdem sei es wichtig, die Flexibilität des Arbeitsmarktes zu wahren, warnt Minsch: «Das ist international ein ganz wichtiger Punkt, weshalb wir bei diesen Rankings immer oben ausschwingen.»

Das Wichtigste sei allerdings, sich nicht auf die faule Haut zu legen. «Es geht vor allem darum, dass der Schweizer Politik bewusst ist, dass wir in einem internationalen Wettbewerbsumfeld tätig sind. Der Standort und die Qualität sind nicht einfach gottgegeben. Wir müssen wirklich permanent daran arbeiten, international wettbewerbsfähig zu bleiben.»

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