Ermittlungen gegen Cembra Money Bank

Das Kreditinstitut soll jahrelang heikle Bankdaten an einen Kundenvermittler weitergeleitet haben. Dieser ging damit gezielt auf Kundenfang. Das käme einer schweren Verletzung des Bankgeheimnisses gleich.

Der Schriftzug der Bank vor zwei Fenstern, eines Bürogebäudes mit Metallfassade

Bildlegende: Die Geschäftspraktiken der Cembra Money Bank sind ein Fall für die Zürcher Justiz. Keystone

Die Zürcher Justiz hat Untersuchungen gegen die Cembra Money Bank eingeleitet. Grund dafür ist eine mutmassliche Verletzung des Bankgeheimnisses. Die Sprecherin der Oberstaatsanwaltschaft Corinne Bouvard bestätigt, das die Vorwürfe gegen die Bank geprüft werden. Es laufe ein Vorabklärungsverfahren.

Ende Mai hatte die Sendung Rundschau berichtet, die Cembra Money Bank (vormals GE Money Bank) habe einen Kreditvermittler mutmasslich jahrelang mit sensiblen Kundendaten versorgt. Auch die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (Finma) hatte sich in den Fall eingeschaltet.


Cembra Money Bank im Visier der Justiz

1:24 min, aus Heute um Vier vom 16.07.2014

Laut den Berichten bewahrte der Kreditvermittler jahrelang circa 300'000 Kundendaten in seiner Wohnung auf. Mit den Daten soll er gezielt Kunden angeworben haben.

Im Jahr 2011 beendete die Cembra Money Bank die Beziehung zum Kreditvermittler, sagt Bank-Sprecherin Brigitte Kaps. Darauf gelangte dieser mit einer noch hängigen Zivilklage ans Zürcher Handelsgericht.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • 300'000 Daten illegal gelagert

    Aus Rundschau vom 28.5.2014

    Die Vorwürfe sind happig: Eine amerikanische Bank hat mutmasslich jahrelang gegen das Bankgeheimnis in der Schweiz verstossen. Die Bankenaufsicht hat dagegen bisher wenig unternommen. Die Rundschau-Recherche zeigt, mit welchen Methoden in der Schweiz um Kleinkredite gekämpft wird.

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