Erneut Schweizer Banker im Visier der US-Behörden

Der Ex-Vizedirektor einer Zürcher Bank soll seinen US-Kunden bei der Steuerhinterziehung geholfen haben. Die New Yorker Staatsanwaltschaft spricht von «Hunderten von Millionen Dollar».

Gebäude der US-Steuerbehörde

Bildlegende: Die US-Steuerbehörde IRS wirft dem Schweizer Banker vor, für seine Kunden Millionen am Fiskus vorbeigeschleust zu haben. Keystone

Die US-Justiz hat nach dem Freispruch von Ex-UBS-Banker Raoul Weil erneut einen Schweizer Bankangestellten angeklagt. Die New Yorker Behörden werfen dem Ex-Vizedirektor einer ungenannten Zürcher Bank vor, US-Kunden bei der Steuerhinterziehung geholfen zu haben.

Der Kundenberater sei US-Steuerpflichtigen dabei behilflich gewesen, «hunderte von Millionen Dollar» in Offshore-Konten vor den US-Steuerbehörden versteckt zu haben, teilte der New Yorker Staatsanwalt Preet Bharara sowie eine Vertreterin des US-Fiskus (IRS) mit.

Der 66-jährige Angeschuldigte ist laut der Mitteilung ein Schweizer Bürger, lebt in der Schweiz und wurde nicht verhaftet. Für die vorgeworfenen Taten könnte er zu bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Der Banker soll mit einem Anwalt zusammengearbeitet haben, der sich gegenüber der US-Justiz schuldig bekannt hat.

Gelder in die USA geschleust

Die US-Ankläger werfen dem Schweizer Banker vor, zwischen 1999 und 2012, als er aus der Bank ausschied, US-Kunden etwa mit anonymen Stiftungen bei der Steuerhinterziehung unterstützt zu haben. Selbst nach Ermittlungen gegen die UBS 2009 soll er für seine Kunden neue Wege gesucht und gefunden haben, deren Geld vor dem IRS versteckt zu halten – etwa über Stiftungen in Panama oder Goldkäufe.

Genannt wird das Beispiel eines einzelnen US-Kunden, dem der Angeschuldigte geholfen haben soll, Vermögenswerte von fast 300 Millionen Dollar mit Hilfe liberianischer Firmen versteckt zu haben. Der Banker soll auch dabei geholfen haben, nicht deklarierte Gelder zu seinen Kunden in die USA zu schleusen.