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Wirtschaft Erneuter Eklat bei Sika

Der Konflikt um den Bauchemie- und Klebestoffhersteller Sika geht weiter: Die Gründerfamilie verlangt eine ausserordentliche Generalversammlung. Sie will dabei drei Verwaltungsräte abwählen. Der Verwaltungsrat hatte die Übernahme durch Saint-Gobain abgelehnt.

Nach dem Widerstand der Sika-Konzernführung gegen die Übernahme durch Saint-Gobain will die Gründerfamilie drei Verwaltungsräte abwählen lassen. Mit diesem Antrag hat die Schenker Winkler Holding eine ausserordentliche Generalversammlung verlangt, wie Sika mitteilte.

Legende: Video Einschätzungen von SRF-Wirtschaftsredaktorin Marianne Fassbind abspielen. Laufzeit 1:54 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 10.12.2014.

Die Schenker Winkler Holding, über welche die Gründerfamilie Burkard die Kontrolle über Sika ausübt, verlangt die Versammlung, wie Sika mitteilte. Sie beantragt dabei die Abwahl von Verwaltungsratspräsident Paul Hälg sowie der Mitglieder Monika Ribar und Daniel Sauter. Für sie sollen Chris Tanner und Max Roesle gewählt werden. Roesle soll das Präsidium von Hälg übernehmen.

Wehren sich die Verwaltungsräte?

«Es wird für diese drei Verwaltungsräte schwierig, sich zu wehren, denn an einer Generalversammlung wird nach wie vor die Familie die Stimmenmehrheit haben», sagt SRF-Wirtschaftsredaktorin Marianne Fassbind.

«Die drei Verwaltungsräte wollen aber versuchen, eine Investment-Gesellschaft zu finden oder eine Bank, die sämtlichen Publikumsaktionären ein Angebot macht», so Fassbind weiter. Dänn müssten auch noch die Familienmitglieder überzeugt werden mit einem höheren Angebot, so Fassbind weiter. Das werde nicht ganz einfach sein, denn das würde einen zweistelligen Milliardenbetrag ausmachen. Und dies sei ziemlich viel Geld.

Der Verwaltungsrat werde Antrag und Begehren prüfen und zu gegebener Zeit dazu Stellung nehmen, heisst es weiter im Communiqué. Da die Holding mehr als zehn Prozent der Aktien hält, kann sie die Einberufung einer Generalversammlung verlangen.

Rücktritts-Drohung

Am Montag war bekannt geworden, dass der französische Konzern Saint-Gobain die Kontrolle über Sika für 2,75 Mrd. Franken übernimmt. Sie tut dies, indem sie die Schenker Winkler Holding übernimmt, welche privilegierte Aktien im Umfang von 16,1 Prozent des Aktienkapitals und 52,4 Prozent der Stimmrechte bei Sika hält.

Die Konzernleitung und die von der Gründerfamilie unabhängigen Verwaltungsratsmitglieder drohten daraufhin mit dem Rücktritt. Dies dürfte zum Abwahlantrag von Seiten Schenker Winkler geführt haben.

Ein öffentliches Kaufangebot für die restlichen Aktionäre muss Saint-Gobain nicht abgeben und will dies auch nicht tun. Nach Bekanntgabe der Übernahme sind die Sika-Aktien am Montag um 22 Prozent und am Dienstag um weitere 9 Prozent gefallen.

10 Kommentare

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  • Kommentar von Sörebröd Erwin, Frankfurt am Main
    Die Schweizer verkaufen Ihr Wertvollstes gute (Ihre Wirtschaft) ins Ausland. Dies war bei der Winterthur Versicherungen schon der Fall. Ich hoffe auch der Bundesrat (!) wird auch bald verkauft, dann können wir endlich wieder selber bestimmen !
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  • Kommentar von Henriette Rub, Bern
    Es wäre ganz einfach schön, wenn noch ein paar Firmen übrig blieben, in denen Schweiz drin ist, wenn Schweiz draufsteht. Im Übrigen sollte der Begriff "Gründerfamilie" gestrichen werden. Mit dem Gründer haben die Nachfahren höchsten ein paar Gene gemeinsam und dazu noch die Falschen. Eigentlich sollten sie Alle nach Frankreich auswandern, wenn sie sschon ererbtes Gut dorthin verscherbeln ohne Rücksicht auf die MitarbeiterInne.
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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 STans
    Die Sica will also drei Verwaltungsräte abwählen, die sich für die Aktionäre eingesetzt haben. Das zeugt von einer Firmenkultur der untersten Schublade. Zu hoffen ist, dass irgend eine höhere Macht den ominösen Verkauf dieser Firma verhindern und das Geld der Aktionäre gerettet werden kann. Zur Erinnerung, liebe geldgierigen Firmenbesitzer: Das Totenhemd hat keine Taschen, oder Sie können sich mit dem lukrativen Erlös aus dem Verkauf eines MIT Taschen leisten.
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