EU beendet Streit um Banker-Boni

Monatelang wurde diskutiert, nun steht fest: Die EU schiebt den Abzockern definitiv einen Riegel vor. Spitzenbanker sollen nicht mehr unbegrenzte Extrazahlungen erhalten. Auch die Regulierung von Banken wird verschärft.

Geschäftsleute gehen über einen Platz.

Bildlegende: Jahrelang haben viele Banker exorbitante Boni erhalten. Nun handelt die Politik. Keystone

Die Boni an Banker sollen gedeckelt werden. Das hat die EU eigentlich schon im März beschlossen. Doch der Widerstand aus Grossbritannien war gross. London fürchtet um seinen Finanzplatz. Deshalb haben Vertreter der EU-Staaten und des Parlaments nochmals diskutiert.

Sie liessen sich aber nicht umstimmen und halten am Grundsatz fest: Der Bonus darf künftig im Normalfall nicht mehr höher sein als das Grundgehalt. In Ausnahmefällen können Geldhäuser ihren Topleuten aber eine Prämie in doppelter Höhe des Lohnes zahlen. Eine absolute Obergrenze für Boni ist nicht vorgesehen.

Konsequenz aus Bankenpleiten

Die EU-Kassenhüter und das Europaparlament müssen den Kompromiss nun noch formal beschliessen. Die Vorschriften werden voraussichtlich am 1. Januar 2014 in Kraft treten. Anfang 2019 sollen alle Teile der Regulierung vollständig umgesetzt sein.

Das ist aber nicht alles: Zu dem Paket gehören auch schärfere Kapitalvorschriften für die Finanzbranche. Die Banken sollen dadurch besser gegen künftige Krisen gewappnet sein. Sie müssen deshalb mehr Eigenkapital bereithalten. Zunächst steigt die geforderte Quote auf acht Prozent. Bis 2019 soll sie 10,5 Prozent betragen.

Das Gesetzespaket soll das Bankengeschäft insgesamt sicherer machen. Die EU zieht damit die Konsequenzen aus den Bankenpleiten in der Finanzkrise.