EU geht Verdacht auf Ölpreisabsprachen nach

Die EU-Kartellwächter vermuten: Ölfirmen führen die Preisagenturen in die Irre. Diese Agenturen legen nämlich den Ölpreis fest. Und das kann man ausnutzen. Ist die EU-Kommission dem Geheimnis des Ölpreises auf der Spur?

Frau, die einen Tankstutzen in einen Auto-Tank steckt.

Bildlegende: Die EU-Kommission befürchtet Preisabsprachen unter den Ölmultis. Keystone

Razzien bei mehreren Ölunternehmen in drei Staaten. Mit der Aktion suchten die Kartellwächter der EU-Kommission nach Hinweisen auf Manipulationen des Ölpreises. Es bestehe der Verdacht, dass Firmen sich abgesprochen haben könnten, um die Festsetzung der Ölpreise durch die sogenannten Preisagenturen zu manipulieren.

Shell und BP kooperieren

Die Razzien fanden in zwei EU-Staaten und in einem Staat des Europäischen Wirtschaftsraumes – also EU einschliesslich Norwegen, Island oder Liechtenstein – statt. Die Mineralölkonzerne Shell, BP und Statoil bestätigten in London, bei ihnen werde ermittelt. «Wir kooperieren vollständig mit den Ermittlungen und können derzeit keine weiteren Erklärungen abgeben», teilten sie unisono mit.

Die Preisagenturen stellen aufgrund von Angaben der Händler den aktuellen Preis für Ölprodukte fest. Diese Preisnotierungen gelten als Grundlage für milliardenschwere Abschlüsse im Handel mit Ölprodukten und Derivaten.

Die EU-Kommission befürchtet Preis-Absprachen für «eine Reihe von Öl- und Biokraftstoffprodukte». Ein solches Verhalten sei ein Verstoss gegen das Kartellrecht und ein Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung.

Selbst kleine Abweichungen könnten eine «riesige Wirkung» auf die Preise für Rohöl und raffiniertes Öl haben und den Verbraucher daher schädigen.