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Wirtschaft EU-Schuldenberg wächst trotz Sparkurs

Trotz Sparanstrengungen bekommen mehrere südeuropäische Krisenländer ihre Neuverschuldung nicht in den Griff. In Griechenland und Portugal stieg das Defizit auf rund 10 Prozent. Der Schuldenberg der EU-Staaten ist insgesamt weiter gewachsen.

Auch in Portugal wuchs das Haushaltsdefizit kräftig, wie die europäische Statistikbehörde Eurostat mitteilte. Die Werte fielen teilweise wesentlich höher aus als von der EU-Kommission erwartet.

EU-Währungskommissar Olli Rehn
Legende: EU-Währungskommissar Olli Rehn zeigt sich besorgt. Der Schuldenberg der EU-Staaten wuchs 2012 weiter. Reuters

Damit driftet die Eurozone weiter auseinander, denn der Trend geht insgesamt zu geringeren Defiziten. Musterschüler Deutschland erzielte sogar einen Überschuss von 0,2 Prozent nach einem Defizit von 0,8 Prozent im Jahr zuvor.

Am anderen Ende der Skala stand Spanien mit einer Neuverschuldung von 10,6 Prozent seiner Wirtschaftsleistung. Darin ist auch das internationale Hilfspaket für die Stützung des spanischen Bankensektors eingerechnet. Die Neuverschuldung Griechenlands stieg 2012 um 0,5 Punkte auf 10,0 Prozent.

Schuldenberg wächst

Als besorgniserregend bezeichnete die EU-Kommission das Anwachsen der Staatsschulden insgesamt. In drei Viertel der EU-Staaten gibt es höhere Schuldenberge als zuvor. Ende 2012 entsprachen die aufgelaufenen Schulden 85,3 Prozent des EU-Bruttoinlandprodukts, wie Eurostat mitteilte. 2011 waren es noch 82,5 Prozent gewesen.

Das galt gleichermassen für die Euroländer: Ihre Schulden entsprachen Ende 2012 zusammen 90,6 Prozent ihrer Wirtschaftsleistung (2011: 87,3 Prozent).

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8 Kommentare

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  • Kommentar von N.Narder, Winterthur
    Etwas dürft ihr nicht vergessen.Von diesen Schulden"profitieren"einige ganz enorm.Klar, dass an einem Europa-Forum gelobt wird.Läuft ja alles bestens.Geld,sprich Wasser auf die Mühlen,die dieses Konstrukt mit"voller Absicht"geboren haben.Zu eben diesem Zweck.Zweierlei wird erreicht.Erstens Schwächung der Demokratien,Desolidarisierung der Menschen.Zweitens,Verlust der Handlungsfähigkeit der Staaten(pol. Konstr.)die durch die zunehmende Intransparenz im Geldwesen in totale Abhängigkeit geraten.
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  • Kommentar von Hans Klein, Bern
    kleine Korrektur: "EU-Schuldenberg wächst WEGEN des Sparkurses" – und nein, das ist nicht Zufall, Dummheit oder Uneinsichtigkeit (aka "Neoliberalismus"): Das ist Absicht! Denn diese Schulden werden den kleinen Steuerzahlern "unten" aufgebürdet, deren Einkommen gleichzeitig gekürzt werden (wie soll da wohl Nachfrage entstehen?), damit die wenigen Profiteure "oben" weiterhin profitieren und nicht selbst zahlen müssen für die Politik, von der nur sie profitiert haben (Einkommensverteilung)!
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  • Kommentar von Hans Haller, Kölliken
    Natürlich wachsen die Schuldenberge, was den sonst. Glauben die effektiv, dass diese Sparmassnahmen die sich abzeichnende Tragödie abwenden können? Mir scheint, diese EU-Politiker kennen Europa eigentlich ganz und gar nicht, oder sie haben schlicht und einfach gesagt, nicht den Mut die Fehler die sie laufend machen, einzugestehen.
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